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Rangsdorf 700 Wohnungen auf dem Bücker-Gelände geplant
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf 700 Wohnungen auf dem Bücker-Gelände geplant
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12:34 22.01.2019
Der erste städtebauliche Entwurf für das Bücker-Gelände sieht ein gemischtes Wohngebiet mit Schule, Sportplatz und Sporthalle vor. Die Rechtecke unterhalb des Sportplatzes sind Flächen, auf denen die Bebauung bisher noch nicht geplant ist. Quelle: grafik: terraplan
Rangsdorf

Die Pläne für das ehemalige Flugplatz-Gelände in Rangsdorf werden konkreter. Am Sonnabend diskutierten Vertreter der Investor-Firma Terraplan auf der Rangsdorfer Zukunftskonferenz gemeinsam mit Bürgern der Gemeinde darüber, was auf dem Konversionsgelände gebaut werden könnte.

Laut Eduard Bunescu-Fay, kaufmännischer Leiter bei Terraplan in Nürnberg, könnten auf dem alten Bücker-Gelände bis zu 700 Wohneinheiten entstehen, darunter sowohl Ein- als auch Mehrfamilienhäuser und größere Blöcke. Das würde bedeuten, dass Rangsdorf um rund 1200 Einwohner wächst, wenn alle Häuser gebaut sind.

Alte Hallen sollen saniert werden

Die alten Flugplatz-Hallen sollen teilweise denkmalgerecht saniert werden, so dass Plätze für eine Schule, eine Sporthalle und Gewerbeflächen entstehen. Auch ein neues Bücker-Museum ist denkbar. „Wir wollen das nicht im stillen Kämmerlein entscheiden, wir brauchen die Rangsdorfer dafür“, sagt Bunescu-Fay.

Unter den anwesenden Rangsdorfern kam während der vierstündigen Zukunftskonferenz im Rathaus vor allem die Frage nach dem Verkehr auf. „Wir können nicht einfach 1200 neue Einwohner nach Rangsdorf lassen, ohne uns Gedanken über den Verkehr zu machen“, sagte ein Bürger. Bislang besteht die einzige Verbindung vom Bücker-Gelände zur B 96 und damit aus dem Ort heraus über den Ortskern und die Unterführung am Bahnhof. Die Straßen dort seien bereits jetzt stark überbelastet, sagen die Rangsdorfer.

Rund 70 Rangsdorfer Bürger beteiligten sich aktiv an der Zukunftskonferenz im Rathaus Quelle: Jonas Nayda

Abhilfe soll in Zukunft der sogenannte „Nord-Süd-Verbinder“ schaffen: Eine neue Straße, die westlich parallel neben der Bahnstrecke zum Bücker-Gelände führen soll. Mit einer Brücke über die Schienen wäre eine Verbindung in Richtung Groß Machnow und B 96 möglich. Der alte Bahnübergang auf der Pramsdorfer Straße würde durch die neue Brücke ersetzt werden. Die Rangsdorfer Gemeindevertreter haben den Plänen zum Nord-Süd-Verbinder bereits zugestimmt. Wann gebaut wird, ist allerdings noch unklar.

„So ein Projekt dauert mindestens zehn Jahre“

Auch Terraplan weiß noch nicht genau, wann wieder Leben in den ehemaligen Flugplatz einkehrt. „So ein Projekt dauert in der Regel mindestens zehn Jahre“, sagte Eduard Bunescu-Fay am Sonnabend. Eigentümer der Konversionsfläche ist Terraplan seit Frühjahr 2018. Für wenige Grundstücke ganz im Norden des Geländes gibt es bereits Baurecht. Drei oder vier Einfamilienhäuser können dort schon bald gebaut werden, als kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen soll.

Das Bücker-Gelände besteht zur Hälfte aus geschützter Natur. Die Neubauten würden sich deshalb nur auf den nördlichen und den östlichen Teil des ehemaligen Flugplatzes beschränken. Darüber waren viele Rangsdorfer auf der Zukunftskonferenz sehr froh, denn das Thema „Umwelt und Naturschutz“ stand ebenfalls auf der Tagesordnung. „Grün – grüner – Rangsdorf“ lautete ein Slogan, der von einer kleinen Diskussionsgruppe aufgeschrieben wurde. „Es ist ja klar, dass ein Investor sein Geld wiederverdienen will. Aber wir wollen keine Betonwüsten“, sagte ein Rangsdorfer, der sich rege an der Diskussion über die Zukunft der Gemeinde beteiligte.

Munition auf dem Gelände

Terraplan kündigte an, einen „entspannten Übergang“ zwischen Neubauten und den Häusern am bisherigen Ortsrand zu schaffen. Wenn das Gelände von alter Munition aus früheren Militärzeiten bereinigt ist, soll es für die Öffentlichkeit geöffnet werden. „Dann können Sie dort mit Ihrem Hund spazieren gehen“, sagte Investor-Vertreter Bunescu-Fay.

Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) bestätigte, in gutem Kontakt mit der Firma Terraplan zu stehen. „Wir sprechen regelmäßig miteinander.“ Auch mit der Zukunftskonferenz war er zufrieden. „Es war doch gut“, sagte er auf MAZ-Nachfrage. Rocher, der sich bei der Diskussion am Sonnabend eher im Hintergrund gehalten hatte, kündigte an, die Ergebnisse der Konferenz auszuwerten. Aus den Diskussionsergebnissen der Zukunftskonferenz soll ein integriertes Gemeindeentwicklungskonzept entstehen.

Von Jonas Nayda

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