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Rangsdorf Ausstellung mit und von Gefährten
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Ausstellung mit und von Gefährten
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15:55 19.11.2019
Ganz kopflos sind diese „Gefährten“, die Uta Eckerlin hier in einer neuen Arbeit versammelt.Einige teilen sichtbar mehr miteinander als andere. Quelle: Andrea von .Fournier (3)
Rangsdorf

Was für eine charmante Vorstellung, ein gemeinsames Fest mit allen zu feiern, die für das eigene Leben, die Entwicklung wichtig waren und sind. Die uns auf- und erzogen, prägten, unseren Alltag kreuzten, uns begleiteten und inspirierten. Angefangen von Eltern und Geschwistern über Lehrer, Freunde, Bekannte bis zu Kollegen. Genau diese Idee hatten die Berliner Künstlerinnen Cornelia Schlemmer und Uta Eckerlin, die seit 30 Jahren eine starke Künstlerfreundschaft verbindet. Und sie setzten diese Idee nun unter dem Rangsdorfer Dach der Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer Brandenburg, kurz Gedok, der sie beide angehören, um.

Sie entwickelten und konzipierten ein breit angelegtes, interdisziplinäres Projekt. Die Frauen sprachen Menschen an, die ihre künstlerische Entwicklung beeinflussten, sich irgendwann im Laufe der Zeit in ihren oder den Netzwerken der Gedok zu ihrem Glück verfangen hatten, und baten sie zu einer gemeinsamen Schau. Es waren Künstler wie sie, die sich mit Malerei, Grafik, Bildhauerei befassten oder Filme drehten, Musik und Literatur schufen, von denen sie inspiriert, beseelt wurden oder mit denen sich produktiv streiten ließ.

Thematische oder inhaltliche Vorgaben gab es nicht. So entstand die Ausstellung „Gefährten, Wegbereiter & Wegbegleiter einer Künstlerfreundschaft – Uta Eckerlin, Cornelia Schlemmer & Freunde“, die zurzeit in der Galerie Kunstflügel im Rangsdorfer Gedok-Haus gezeigt wird.

Fantasien und kopflose Gefährten

Glück hat, wer sich beim Eintritt in den unteren Ausstellungsraum vom Bildschirm gegenüber des Eingangs ansprechen lässt. Hier wird dem Besucher sogleich eine Brücke zu den beiden Künstlerfreundinnen gebaut, die optisch und akustisch in einem Video in Augenschein zu nehmen sind. Dokumentarfilmerin Stefanie Trambow – sie fand durch die beiden zur Gedok – entrollt damit ein filmisches Porträt von Cornelia Schlemmer und Uta Eckerlin: Die zwei sitzen mit zugekehrten Rücken und stellen und beantworten sich gegenseitig Fragen wie: „Was wäre, wenn wir uns nicht kennengelernt hätten?“ Oder: „Was täten wir auf einer einsamen Insel?“ Locker-freundlich und trotzdem intim kommen einem die Kreativen nahe.

Mit dem Acrylgemälde „Spiel mit mir“ zeigt Cornelia Schlemmer in dieser Ausstellung ihre fantasievolle Seite. Uta Eckerlin hat unter anderem „Gefährten“, 19 kopflose Tonplastiken auf Sockel, in die Schau eingebracht. Was die beiden an eigenen und Werken ihrer Gefährten zusammengestellt haben, passt harmonisch und ist in Stil, Material und Format vielgestaltig. Und immer sind es auch die Geschichten dahinter, von denen Gedok-Vorsitzende Gerlinde Förster unendlich viele zu erzählen weiß. Für sie ist es besonders reizvoll, dass alles verwoben und miteinander in Bewegung ist, wie sich überschneidende Kreise.

In Musik, Politik und interessante Frauenbilder gebettet

Die Familie Schlemmer ist eine musikalische, Cornelia Schlemmer hat eine Chorleiterausbildung. Deshalb gestalten unter anderem. Ensembles der Sing-Akademie zu Berlin sowie Familienmitglieder das begleitende Programm zur Ausstellung mit. Musik bildet auch eine Schnittmenge mit Grafikerin Christine Düwel, die ihr sehr nahe steht und das in der Ausstellung mit einer Installation aus vier schmalen Papier-Fahnen mit Noten, Porträts und Philosophenworten zeigt.

Gegenüber zieht ein Blickfang der Schau, die 1,20 Meter hohe Holz-Plastik „Die Welt mit anderen Augen sehen“ von Peter Kröning, die Blicke auf sich. Seine Skulptur hat eine Fuchsmaske vor dem Gesicht und ein Minensuchgerät in der Hand. Der Besucher steht fragend davor und betritt ein weites Interpretationsfeld. Malereien und Grafiken an den Wänden werden in verschiedensten Techniken und Formaten gezeigt und sind spannend zueinander arrangiert. Christoph Harder zeigt unter anderem großformatig Berliner Grenztürme, Uta Eckerlins Tante, Jutta Eckerlin, drei reizvolle Aquarelle von Baustellen in Ost-Berlin 1985. Malerin Gudrun Schlemmer, Mutter von Cornelia und mit Sicherheit künstlerische Wegbegleiterin der Tochter, hat den „Stein der Weisen“ (2015) gefunden und das aus geschmolzenem Acryl auf Papier gebannte Objekt in die Rangsdorfer Ausstellung „gerollt“. Anne-Francoise Cart, Friederike Stahmer, Dieter Goltzsche, Tobias Brommann und weitere Akteure werden die Besucher mit ihren unterschiedlichen Begabungen, Herangehensweisen und Aufgaben bei dieser Ausstellung ansprechen.

Bis zum 8. Dezember kann die Schau jeweils von Donnerstag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr, in Rangsdorf, Seebadallee 45 besucht werden. Am Kunstprojekt Beteiligte sind am 30. November ab 17 Uhr mit Musikbegleitung und Moderation zu erleben. (www.gedok-brandenburg.de)

Von Andrea von Fournier

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