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Rangsdorf Biogasanlage wird erweitert
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Biogasanlage wird erweitert
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05:26 20.11.2018
Jürgen Zimmermann, der Vorsitzende der Agrargenossenschaft Groß Machnow vor der Bodenplatte für die neue Biogasanlage. Quelle: foto: Christian Zielke
Groß Machnow

Die Agrargenossenschaft Groß Machnow ist berühmt für ihre Kartoffeln und die Schweine, aus denen die Saalower Kräuterschweine werden. Seit mehr als zehn Jahren stellt der Landwirtschaftsbetrieb Strom her.

In Zukunft soll noch mehr Energie vom Feld kommen: Derzeit entsteht zwischen Groß Machnow und Mittenwalde eine Erweiterung für die bestehende Biogasanlage.

Alte Anlage müsste nach 2027 abgerissen werden

Sauber erzeugter Strom aus Schweinegülle des benachbarten Stalls und gehäckselten Pflanzen ist für Jürgen Zimmermann, den Vorsitzenden der Agrargenossenschaft, nur ein Grund für die Investition. Für die 2007 in Betrieb genommene Anlage läuft 2027 die garantierte Einspeisevergütung aus – das ist der staatlich festgelegte Preis für den erzeugten Strom. Danach müsste die Anlage eigentlich stillgelegt und abgerissen werden. „Ich halte das für wirtschaftlich völlig unsinnig“, ärgert sich Jürgen Zimmermann über die Feinheiten des deutschen Energiemarktes.

Es gibt eine Möglichkeit, eine Biogasanlage nach dem Ende der festgelegten Einspeisevergütung von 20 Jahren weiter zu betreiben: Beim sogenannten Ausschreibungsverfahren bieten Energieerzeuger ihre Leistung den Energieversorgern für einen bestimmten Preis an. Drei Jahre vorher muss man sich dafür bewerben. „Wenn man den Zuschlag bekommt, hat man Glück“, sagt Jürgen Zimmermann. Würde er den Strom an der Börse verkaufen, bekäme er rund 2,5 Cent pro Kilowattstunde, beim Ausschreibungsverfahren sind mehr als 16 Cent möglich. Die derzeitige Einspeisevergütung liegt bei 20 Cent.

Investition von 1,1 Millionen Euro

Mit der 1,1 Million Euro teuren Erweiterung der Biogasanlage will die Agrargenossenschaft den Strom vom kommenden Jahr an flexibler herstellen. Die neue Anlage hat eine Leistung von 536 Kilowatt. In Spitzenzeiten sind bis zu 630 Kilowatt möglich. Anfang November haben die Arbeiten für das neue Gärrestlager und den Gasspeicher begonnen. Es entsteht neben dem bisherigen Behälter. Dort werden künftig die Gülle aus dem Schweinestall und Silage aus Mai und Gras miteinander vergoren. Das dabei entstehende Biogas wird in einem ebenfalls neuen Blockheizkraftwerk zu Strom verarbeitet.

Die Energie heizt nicht nur den Stall mit den 540 Schweinen, sondern über eine 1500 Meter lange Fernwärmeleitung auch das Gewerbegebiet in Groß Machnow. „Biogas ist eine echte Kreislaufwirtschaft“, sagt Jürgen Zimmermann. In den riesigen runden Behältern entstehen nicht nur Gase, sondern auch flüssige und feste Reste, die einen hervorragenden Dünger abgeben. Der ist nicht nur ökologisch, sondern riecht im Vergleich zur früher üblichen Gülle auch deutlich weniger streng.

Strom als kalkulierbare Einnahme

In unsicheren Zeiten sei Strom eine kalkulierbare Einnahme, sagt Jürgen Zimmermann. Gerade in diesem Jahr mit seiner monatelangen Trockenheit habe sich gezeigt, wie wichtig es ist, sich als Landwirtschaftsbetrieb möglichst breit aufzustellen.

Von der LPG zur Agrargenossenschaft

1991 entstand aus einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) die Agrargenossenschaft Groß Machnow.

Der Landwirtschaftsbetrieb beschäftigt 30 Mitarbeiter und bewirtschaftet rund 3000 Hektar Fläche. 1000 Hektar wurden seit 2013 dem Biotop-Verbund Zülowniederung angegliedert.

Anbauschwerpunkte sind Roggen, Gerste, Weizen und Mais und Ölfrüchte wie Raps sowie Kartoffeln. Die Biogasanlage eröffnete das Unternehmen 2007.

Seit 2014 stellt die Genossenschaft ihren Strom mittels einer Photovoltaikanlage selbst her.

Von Christian Zielke

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