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Rangsdorf Diese Menschen prägen das Bild der Feuerwehr in Teltow-Fläming seit 50 Jahren
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Diese Menschen prägen das Bild der Feuerwehr in Teltow-Fläming seit 50 Jahren
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15:18 11.11.2019
46 Menschen aus dem gesamten Landkreis wurden für treue Dienste in der Feuerwehr geehrt. Sie sind seit mindestens 50 Jahren ehrenamtlich dabei. Quelle: Victoria Barnack
Luckenwalde

Schwere Verkehrsunfälle, Großbrände in Häusern und auf Feldern, unzählige gerettete Menschen: Die 46 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner, die in der vergangenen Woche geehrt wurden, haben wohl schon alles erlebt. Seit 50, 60 und 70 Jahren geben sie ihre Freizeit für das Ehrenamt her.

„Dabei haben sie Mut, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein bewiesen“, sagte Kreisbrandmeister Tino Gausche während der Auszeichnungsfeier im Luckenwalder Kreishaus.

Es ist nicht die erste Medaille für die Geehrten. Die erste Auszeichnung gab es bereits nach zehn Dienstjahren. Quelle: Victoria Barnack

Als die 46 Frauen und Männer ihren freiwilligen Dienst als Brandschützer vor vielen Jahrzehnten antraten, war die Situation in den Feuerwehren der kleinen Orte noch eine ganz andere als heute. Einige dieser Ortswehren gibt es gar nicht mehr, anderen fehlt es an moderner Technik oder genügend Personal.

Nicht alle würdigen die Feuerwehren

Stattdessen müssen sich die Ehrenamtler im Einsatz immer öfter beschimpfen lassen. Fehlender Respekt vor der freiwilligen Arbeit: Gausche sieht das heute auch an anderer Stelle. „Leider gibt es Kommunen, die seit mehreren Jahren in Folge nicht an unserer Auszeichnungsfeier teilnehmen“, berichtete er.

Die Auszeichnung halten die Kameraden mit dem Handy für die Nachwelt fest. Quelle: Victoria Barnack

Umso höher wertschätzt der Kreisbrandmeister die Leistung jener Feuerwehrleute, die seit 50 und mehr Jahren im Dienst sind. „Sie machen mich stolz und verlegen“, sagte er den Geehrten aus dem ganzen Landkreis.

Stolz auf so viele Jahre freiwilliges Engagement. „Und verlegen, denn so lange wie Sie alle in der Feuerwehr tätig sind, bin ich selbst noch nicht auf der Welt“, erzählte Gausche.

„Sie haben das Bild geprägt, das ich von der Feuerwehr habe“

Mutig, umsichtig, verantwortungsbewusst: Das Bild, welches die langjährigen Kameraden von der Feuerwehr gezeichnet haben, hat auch den Kreisbrandmeister selbst beeinflusst. „Sie haben das Bild geprägt, das ich bis heute von der Feuerwehr habe“, sagte er. „Und haben damit ganz entscheidend dazu beigetragen, dass ich selbst diesen Beruf ausübe“, so Tino Gausche.

Bei der jährlichen Auszeichnung ist auch Zeit für einen Plausch am Rande. Quelle: Victoria Barnack

Gausches ganz persönliche Geschichte steht zwar prominent aber nur stellvertretend für viele andere, jüngere Feuerwehrleute in Teltow-Fläming. „Auch wenn viele von den Geehrten das vielleicht nicht so sehen: Ihre Leistung ist eine ganz besondere“, sagte Tino Gausche weiter.

Heute nur noch „stille Helfer“

Von den fast 50 ausgezeichneten Feuerwehrleuten ist nur noch eine Handvoll im aktiven Dienst. Die meisten Geehrten gingen mit ihrem 66. Geburtstag in den Brandschützer-Ruhestand.

„Seitdem sind sie nur noch als stille Helfer da“, berichtete Tino Gausche. So halten sie beispielsweise das Umfeld um die Wachen in ihren Orten in Ordnung oder helfen beim Putzen der Fahrzeuge.

Erst nach 50 Jahren im Dienst der Feuerwehr gibt es die Medaille in Gold. Quelle: Victoria Barnack

Erst vor wenigen Monaten wurde das Gesetz im Land Brandenburg verändert. Zwei Jahre länger dürfen die Männer und Frauen nun im aktiven Dienst tätig sein. Danach sind teure, oft umfangreiche ärztliche Untersuchungen nötig, um weiter bei den Einsätzen tätig sein zu dürfen.

Das Land Brandenburg hatte das Gesetz kürzlich geändert, um der dünnen Personaldecke bei den freiwilligen Wehren entgegenzuwirken. Für den Kreisbrandmeister von Teltow-Fläming ist die neue Regelung aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Das personelle Problem der Feuerwehren werden wir damit sicher nicht lösen“, sagte er.

Zahlen und Fakten

2904 Menschen sind derzeit in den freiwilligen Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen in Teltow-Fläming aktiv.

Bis Ende Oktober mussten die Feuerwehren im Landkreis zu 919 Bränden ausrücken. Im Vorjahr waren es zu dieser Zeit 910 und vor zwei Jahren nur 725 Brandeinsätze gewesen.

133 Mal wurden die Wehren in Teltow-Fläming 2019 bereits zu Flur- und Flächenbränden gerufen. Die verbrannte Fläche ist mit über 1.000 Hektar auf Rekordniveau gestiegen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2018 verbrannten bis Ende Oktober bei fast 240 Bränden dieser Art circa 670 Hektar.

Die meisten Einsätze sind technische Hilfeleistungen. Die gab es bisher mehr als 1.800 Mal in Teltow-Fläming. 2018 gab es waren es bis Ende Oktober knapp 1300.

Fehlalarme sind auch 2019 ein Thema. Bisher lösten Brandmeldeanlagen im Landkreis fast 220 aus, ohne dass es tatsächlich brannte.

Von Victoria Barnack

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