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Rangsdorf Rangsdorf gibt Startschuss für Entwicklung von 25 Hektar auf Bücker-Gelände
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01:16 20.05.2019
Das Plangebiet auf dem Bücker-Gelände im Süden von Rangsdorf umfasst rund 25 Hektar. Quelle: Grafik: Firu mbh Berlin
Rangsdorf

Es ist ein kleiner Schritt für die Abgeordneten, aber ein großer Sprung für die ganze Gemeinde. Rangsdorf hat beschlossen, einen Bebauungsplan für den größten Teil des alten Bücker-Geländes aufzustellen. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Das heißt nicht, dass sofort gebaut wird. Aber damit sei die Voraussetzung für eine städtebaulich geordnete Entwicklung geschaffen, wie Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) auf MAZ-Nachfrage erklärt.

Das regelt der Bebauungsplan

Ein Bebauungsplan legt fest, welche Art von Häusern in einem bestimmten Gebiet gebaut werden dürfen. Er kann auch festlegen, welche Bäume gepflanzt werden sollen oder wie groß die Straßen in einem bestimmten Gebiet sein sollen.

„Wir sind sehr zufrieden und dankbar über diesen Beschluss“, sagt Eduard Bunescu-Fay, kaufmännischer Leiter bei der Investorenfirma Terraplan, der das Bücker-Gelände gehört. Jetzt beginne die spannende Phase, weil der Planungsrahmen feststeht. „Wir haben quasi die Leinwand und jetzt fangen wir an zu malen“, sagt er.

Der Bebauungsplan mit dem Arbeitstitel „RA 9-7 Bücker-Werke Rangsdorf“ wird nun in den nächsten Monaten von Fachleuten vorbereitet. Vermutlich im September soll ein erster Vorentwurf präsentiert werden, über den dann diskutiert werden kann. Das Plangebiet umfasst etwa 25 Hektar zwischen den Bahnschienen im Osten und der sogenannte „Feng-Shui-Siedlung“ im Westen. Die große Wiese im Süden des Ortes ist Teil eines Landschaftsschutzgebietes und darf nicht bebaut werden.

Der erste Vorentwurf zeigt die Fläche, die mit einem Bebauungsplan belegt werden soll. Schematisch sind schon Möglichkeiten für Gebäude und Straßen eingezeichnet. Quelle: Firu mbh Berlin

Im zweiten Schritt des Planverfahrens werden die sogenannten Träger öffentlicher Belange beteiligt. Damit sind Behörden, Ämter, Umweltschutzorganisationen und Verbände gemeint, die ihre Meinung oder Bedenken zum Entwurf des Bebauungsplan äußern sollen. Auch sämtliche Bürger der Gemeinde bekommen die Gelegenheit, die Pläne anzuschauen und Änderungen vorzuschlagen.

Bürgerversammlungen angekündigt

Bis es soweit ist, müssen sich die Rangsdorfer noch etwas gedulden. Bürgermeister Rocher kündigt allerdings jetzt schon an, dass es nach der Sommerpause Bürgerversammlungen geben wird, auf denen die verschiedenen Vorstellungen zu dem Konversionsgelände entwickelt werden können.

Terraplan hatte immer wieder deutlich gemacht, hauptsächlich Wohngebiete am Rand des ehemaligen Flugplatzes schaffen zu wollen. Bis zu 700 Wohnungen wären möglich, wenn zusätzlich zu sanierten Hallen um das historische Flugfeld Neubauten entstehen würden.

Die Einfliegerhalle des ehemaligen Bücker-Flugzeugwerks in Rangsdorf. Quelle: Christian Zielke

Im Nord-Osten des Geländes ist eine Schule mit einem großen Sportplatz angedacht. Auch eine Kita und kleinere Gewerbeeinheiten könnten dort entstehen. „Es ist ganz wichtig, dass wir auch an eine Schule denken“, sagt Bunescu-Fay. Angesichts der Wachstumsmöglichkeiten, die bei bis zu 700 neuen Wohnungen auf Rangsdorf zukommen, sei das selbstverständlich.

Einwohnerwachstum in Rangsdorf

Bisher wächst Rangsdorfs Einwohnerzahl kontinuierlich jedes Jahr um rund 100 Menschen. Am 31. Dezember 2018 lebten 11 406 Menschen in der Gemeinde. Bürgermeister Rocher gilt als Freund des behutsamen Wachstums. „Wir können nicht alles auf einmal bauen. Das muss nach und nach entwickelt werden“, sagt er.

Das 90 Hektar große Flugfeld des Bücker-Geländes in Rangsdorf steht unter Denkmalschutz. Quelle: Christian Zielke

Bis das Bücker-Gelände vollständig bebaut ist, werden also sicherlich einige Jahre vergehen. Baurecht besteht bisher nur an wenigen Stellen im Nord-Osten des Gebiets, dort, wo die Schule entstehen könnte. „Da ist die Gemeinde am Zug. Sie muss sich entscheiden, welche Art von Schule sie haben möchte“, sagt Bunescu-Fay.

Drohende Verkehrsprobleme

Damit die Entwicklung des Bücker-Geländes gut funktioniert, müssen in Rangsdorf mehrere Projekte ineinander greifen. Vor allem die Verkehrsanbindung könnte in Zukunft zum Problem werden. Viele Einwohner schimpfen schon jetzt über die schlechte Qualität der Straßen. Sie befürchten, dass vor allem die Hauptzufahrtsstrecke, die Kienitzer Straße, von der B 96 in den Ort hinein überlastet wird.

Die Gemeinde versucht, den drohenden Verkehrskollaps auf verschiedene Weisen zu verhindern. Beschlossene Sache ist bereits eine neue Verbindungsstraße, die westlich der Bahnschienen vom Kreisel vor dem Rathaus bis zum Bahnübergang Pramsdorfer Straße am Kiessee verläuft. Außerdem ist ein Fußgängertunnel unter den Schienen in Höhe der Straße Reihersteg geplant. Die Kienitzer Straße soll ebenfalls ausgebaut werden. Offenbar sorgt das Bücker-Geländes für Entwicklung im ganzen Ort.

Von Jonas Nayda

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