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Rangsdorf Ideen für Ausbau der Kienitzer Straße
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Ideen für Ausbau der Kienitzer Straße
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05:33 26.04.2018
Tieferlegen? Bäume erhalten? Ein möglicher Ausbau der Kienitzer Straße in Rangsdorf dürfte für viele Diskussionen sorgen.
Tieferlegen? Bäume erhalten? Ein möglicher Ausbau der Kienitzer Straße in Rangsdorf dürfte für viele Diskussionen sorgen. Quelle: Foto: Christian Zielke
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Rangsdorf

Mit rund 10 000 Fahrzeugen am Tag nimmt die Kienitzer Straße in Rangsdorf den Verkehr so mancher Bundes- oder Landesstraße auf. Die tägliche Blechlawine hat Spuren auf der Fahrbahn hinterlassen. Der Asphalt reißt immer wieder auf.

Vor zwei Jahren sackte ein Teil des Damms weg. Laut Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) gibt die Gemeinde mehr als 10 000 Euro jährlich aus, um die Schäden notdürftig zu reparieren. Die Summe entspricht einem Fünftel des Jahresbudgets für Straßenreparaturen.

Planer schlägt Minimal- und Optimalvariante vor

Nach dem 2011 gescheiterten ersten Anlauf für einen Ausbau der Kienitzer Straße wagt der Bürgermeister einen neuen Versuch. Am Dienstag stellte Wolfram Niendorf vom Planungsbüro Brechtefeld und Nafe zwei Varianten zum Ausbau der Straße vor. Wichtigster Unterschied ist der Abschnitt zwischen der Zülowgrabenbrücke und dem Sachsenkorso. In der Minimalvariante soll der Damm erhalten bleiben.

Die von Wolfram Niendorf als optimal bezeichnete Variante sieht vor, die Straße tiefer zu legen, um den Höhenunterschied zu den Grundstücken zu verringern. „Das führt zu Konfrontation mit den Bäumen“, sagte Niendorf. Im Klartext: alle Bäume der Allee müssten fallen. Auf der Nordseite der abgesenkten Fahrbahn soll ein neuer Geh- und Radweg entstehen, der über eine zusätzlich Brücke den Zülowgraben überquert. Mittelinseln sollen den Gang über die Straße erleichtern.

Umstrittene Idee zur Berliner Chaussee

Umstritten war der Vorschlag, die Zufahrt zur Berliner Chaussee zu kappen, um eine zusätzliche Rechtsabbiegespur auf die B96 zu schaffen. Für die Gewerbetreibenden an der Kreuzung, waren sich viele Ausschussmitglieder einig, wäre der Umweg über Hochwaldpromenade und Nymphenseeweg geschäftsschädigend.

Zum Großteil drehte sich die Diskussion ums Grün. „Wir wollen die Bäume unbedingt erhalten“, sagte Tassilo Soltkahn (CDU). Auch Stephan Wilhelm (SPD) gab zu Bedenken: „Nimmt man die Allee weg, fehlt für die nächsten 30 oder 40 Jahre das grüne Dach.“

Grüne schlagen ganz andere Straßenführung vor

Matthias Gerloff (Grüne) brachte die Idee ins Spiel, den Damm als Einbahnstraße und Radweg anzulegen und den Verkehr in Richtung B96 daneben zu führen. Er sprach sich außerdem für Zebrastreifen statt Mittelinseln aus. Eine Reparatur der Straße, wie Gerloff anregte, hält Planer Wolfram Niendorf für wenig aussichtsreich. „Der Damm an sich ist stabil, der Untergrund der Straße aber nicht.“ Zudem löse eine Reparatur das Entwässerungsproblem nicht. Bei heftigem Regen fließt das Wasser auf die Grundstücke der Anlieger, was der Gemeinde jetzt sogar eine Klage eingebracht hat.

Bürgermeister will mit Anwohnern diskutieren

Der Bürgermeister möchte die Sanierung demnächst mit den Anliegern und dann allen Rangsdorfern diskutieren. Dann dürften auch die Kosten von 4,1 und 5,5 Millionen Euro – je nach Variante – eine Rolle spielen. Auf Fördergeld kann die Gemeinde nicht hoffen. Bis 2019 seien sämtliche Mittel ausgeschöpft, habe das Land mitgeteilt. Vor einem mehrjährigen Ausbau der Kienitzer Straße müsste die Groß Machnower Alle als Umleitung fit gemacht werden.

Streit ums grüne Tor

2011 wollte die Gemeinde das 620 Meter lange Stück zwischen B96 und Sachsenkorso erneuern.

Streit gab vor allem an der drohenden Fällung von mehr als 70 Alleebäumen und der veränderten Führung an der Zülowgrabenbrücke.

Damals lagen die geschätzten Baukosten bei bis zu 1,4 Millionen Euro.

Weil aufgrund des Tunnels kein Fördergeld für die Kienitzer Straße übrig war, wurden die Pläne gestoppt.

Von Christian Zielke