Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rangsdorf Strom von der Müllkippe
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Strom von der Müllkippe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:09 24.08.2018
Auf der ehemaligen Mülldeponie soll Solarstrom erzeugt werden. Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

Auf der ehemaligen Rangsdorfer Mülldeponie könnte bald Strom erzeugt werden. Die Unternehmen Solibra und BBE wollen auf dem rund 16 000 Quadratmeter großen Gelände Photovoltaikanlagen aufstellen.

Die Solarzellen sollen eine Leistung von bis zu 750 Kilowatt erzeugen. Am Donnerstag gab der Hauptausschuss seine grundsätzliche Zustimmung, am Dienstag empfahl der Bauausschuss das Vorhaben.

Umliegende Häuser sollen nicht geblendet werden

Endgültig entscheiden wird die Gemeindevertretung, ob sie das frühere Deponiegelände für zunächst 20 Jahre verpachtet. Pro Jahr nimmt die Gemeinde 1600 Euro Pacht ein. Die Pächter verpflichten sich laut Vertrag, sämtliche Genehmigungen selbst einzuholen, das Areal einzuzäunen und die Anlage so zu errichten, dass die umliegenden Häuser nicht geblendet werden. Nach Beendigung des Vertrags müssen die Betreiber die Anlagen selbst abzubauen.

Weil der Gemeinde nur rund 10 000 Quadratmeter der Fläche gehören, müssen die Investoren mit den Eigentümern der übrigen Flächen verhandeln, um eine Erschließung zu gewährleisten. Der erzeugte Strom soll ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Diskussion über Beteiligung an den Einnahmen

Guido Filipov (SPD) regte an, eine Mindestpacht zu vereinbaren und die Gemeinde prozentual an den Einnahmen des erzeugten Stroms zu beteiligen. Aus Sicht von Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) bedeutet dies für die Verwaltung einen zusätzlichen Aufwand, da sie die regelmäßig die Einnahmen der Betreiber kontrollieren müsste. Zudem hängen diese stark von der Sonneneinstrahlung ab und können von Jahr zu Jahr stark schwanken. „Eine alternative Nutzung der Fläche ist ohnehin nicht möglich“, sagte Rocher.

Auf Filipovs enthält der Vertrag zwischen Gemeinde und Investor auch eine Bankbürgschaft für einen späteren Abbau der Anlagen. Auch sein Antrag zum Verzicht auf eine zweimalige Verlängerungsoption um jeweils fünf Jahre nach Ablauf des Vertrages fand eine Mehrheit im Hauptausschuss.

Alte Deponie war von 1945 bis 1990 in Betrieb

Bis zur Entscheidung in der Gemeindevertretung soll der Investor vorlegen, wo genau die Photovoltaikanlagen aufgestellt werden sollen. Unter den Solarkollektoren lagern mehr als 65 000 Kubikmeter Unrat, die in den Jahren 1945 bis 1990 angefallen sind, vor allem Hausmüll, Schrott und Bauschutt.

1991 wurde die Deponie stillgelegt und bis 2001 gesichert und rekultiviert. Seitdem befindet sich der markante Hügel an der Clara-Zetkin-Straße in der sogenannten Nachsorgephase. Regelmäßig kontrolliert das Umweltamt des Kreises, ob die Abdeckung dicht ist, so dass keine Schadstoffe in die Umgebung gelangen.

Das Koblenzer Unternehmen Solibra, das in Rangsdorf investieren möchte, hat seit 2010 in ganz Europa Photovoltaikanlagen mit mehr als 500 Megawatt errichtet.

Von Christian Zielke

Die Gemeinde Rangsdorf warnt vor unvermittelt abbrechenden und herunterfallenden Ästen. Die lange Trockenheit setze den Bäumen zu, so der Bürgermeister.

24.08.2018

Wegen Bauarbeiten ist der Bahnsteig 2 am Bahnhof Rangsdorf am Wochenende gesperrt. Die Bahn warnt außerdem, dass es auch nachts zu Lärmbelästigungen kommen kann.

24.08.2018

Auf mehreren Regionalbahnstrecken in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald wird gebaut. Betroffen sind RE2, RE34, RE4, RE5, und RE7 und RB33. Hier sehen Sie die Einschränkungen im Überblick.

23.08.2018