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Rangsdorf Kein Zaun am Strandbad Rangsdorf
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19:38 08.11.2019
Die Mehrheit des Hauptausschusses Rangsdorf lehnte einen Zaun am Strandbad Rangsdorf ab. Quelle: Marlene Schmidt
Rangsdorf

Jetzt ist es amtlich: Die Betreiber des Lidos am Strandbad Rangsdorf dürfen keinen Zaun ziehen. Das hat die Mehrheit im Hauptausschuss beschlossen. Lido hatte aber vorab angekündigt nicht weiter zu machen, wenn sie ihr Areal nicht durch einen Zaun schützen dürfen. Die Lido-Gesellschafter verließen nach der Sitzung das Rathaus, ohne eine Entscheidung preis zu geben. Ihr Sonderkündigungsrecht wurde bis 31. Dezember verlängert. Spätestens dann wird bekannt, ob sie aufhören oder nicht. Ihr Inventar steht jedenfalls schon seit Oktober bei E-Bay zum Verkauf.

Die Gemeinde Rangsdorf hatte im Mai 2018 das Strandbad für 20 Jahre an die Betreiber des Lido verpachtet. Sie wollten dort viele Veranstaltungen durchführen. Doch Vandalismus von Jugendlichen, Anzeigen von Anwohnern wegen Lärmbelästigung und kontroverse Vorstellungen der Gemeinde bewogen sie dazu, alle Veranstaltungen abzusagen und das Lido vorerst dichtzumachen. Eine vollständige Umzäunung des Strandbades zum Schutz des Inventars sowie weitere Betriebsgenehmigungen standen im Raum, ohne die das Lido nicht weitermachen wollte.

Wir wollen einen Betreiber und keine Eventlocation

Der Hauptausschuss traf sich Donnerstagabend in der Seebadallee 30 in Rangsdorf zur öffentlichen Sitzung. Unter den Einwohnern waren auch drei der fünf Lido-Gesellschafter sowie Mitglieder des Kegelvereins Blau-Gold ’70 Rangsdorf. Der Verein hat seine Räume in dem Gebäude, die das Lido von der Gemeinde mit gepachtet hat, ist quasi Mieter der Lido-Gesellschafter. Sollte der Zaun kommen, würde auch der Kegelverein mit eingezäunt. Das wollen die Kegler nicht. Auch eine Debatte über die Betriebskosten des Kegelvereins spielen an diesem Abend eine Rolle.

Wie hoch sind die Betriebskosten? Gemeindevertreter Peter Wetzel (Die Linke): „Die Strandbad Rangsdorf GmbH (Lido) ist Pächter. Es fehlen immer noch die Unterzähler, die sie einbauen sollten.“ Schätzungen und Abrechnungen aus den letzten Jahren stehen aus. Wetzel: „Sie verkennen hier alle was. Wir haben einen Vertrag. Immer kommen Veränderungen einseitig vom Lido. Wir wollten einen Betreiber vom Strandbad, der es führt und auch sauber hält und keine Eventlocation. Das Strandbad wird nur noch eine Feierlocation und die Rangsdorfer werden ausgegrenzt.“ Beifall unter den Zuschauern.

Ein Teilzaun verschandelt den Strand

Stephan Wilhelm (SPD) ist anderer Meinung: „Einseitig sehe ich das nicht, denn es ist unser Eigentum und das wollen wir ja auch schützen. Der nächste Pächter würde dasselbe Problem haben.“ Ein Mitglied des Kegelvereins: „Das Lido will Kommerz machen. Gemeinnützige Vereine durften keine eigenen Speisen anbieten und der Kegelverein keine Feiern machen. Wir feiern 30 Jahre Mauerfall und in Rangsdorf werden Zäune gebaut.“ Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) sagte: „Laut Baugenehmigung dürfen in den oberen Räumen des Kegelvereins in dem einen Raum fünf und im anderen Raum nur zwölf Personen gleichzeitig aufhalten. Große Feiern darf man da nicht machen.“

Juliane Stärke (Die Rangsdorfer): „Ich stimme einem Zaun nicht zu. Ein Teilzaun verschandelt den Strand. Am Spielplatz nehmen wir einen Zaun weg, weil Jugendliche immer Bälle dagegen werfen und es laut ist, und hier bauen wir einen hin.“ In der Abstimmung lehnt die Mehrheit einen Zaun ab.

Die Mehrheit stimmte dann dafür, dass das Sonderkündigungsrecht für die Lido-Betreiber vom 30. November bis 31. Dezember 2019 verlängert wird. Als der nächste Tagesordnungspunkt kommt, verlassen die Lido-Betreiber den Sitzungssaal. Machen Sie weiter, jetzt, wo kein Zaun kommt? Die Gesellschafter zur MAZ: „Das müssen wir jetzt beraten. Wir haben ja noch bis zum 31. Dezember Zeit.“

Von Marlene Schmidt

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