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Rangsdorf Streit um Schul-Umzug spitzt sich zu
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Streit um Schul-Umzug spitzt sich zu
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05:18 24.06.2018
Das Rathaus der Gemeinde Rangsdorf
Das Rathaus der Gemeinde Rangsdorf Quelle: Christian Zielke
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Rangsdorf

Der Streit um die Neuordnung der Rangsdorfer Schullandschaft spitzt sich zu. Nach dem Nein des Sozialausschusses am Dienstag lehnte der Finanzausschuss am Donnerstag eine Entscheidung über die von Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) vorgeschlagene Ausschreibung einer neuen Oberschule auf dem Bücker-Gelände ab. Mit knapper Mehrheit stimmte das Gremium dafür, das Thema zu vertagen.

Auch wenn der Bürgermeister diesmal drei Varianten mit Kostenangaben samt Liste von Vor- und Nachteilen vorstellte, wollte ihm die Mehrheit des Ausschusses nicht folgen. Wie schon im Sozialausschuss weigerte sich der Bürgermeister, die Vorlage zurückzuziehen. „Wenn ich das mache, gibt es nie eine Entscheidung“, sagte er. Das Themas werde seit April diskutiert. In dieser Zeit hätte jede Fraktion Änderungsvorschläge machen können. Die drohende Raumnot an den Grundschulen sei den Gemeindevertretern spätestens seit Ende vorigen Jahres bekannt.

Vertreter von SPD und Linken boykottierten Abstimmung

Jan Hildebrandt (SPD) warf dem Bürgermeister vor, wichtige Informationen vorzuenthalten. „Die Verwaltung kann nicht von uns Gemeindevertretern verlangen, den Vorschlag mit Leben zu füllen. Das ist ein Armutszeugnis.“ Katharina Claus (Linke) nannte die Vorlage „unausgegoren“. Beide verweigerten sich der Abstimmung.

Dass er keine Zahlen vorlegen konnte, dafür sei die Gemeindevertretung mitverantwortlich, konterte der Bürgermeister. Diese habe kein Geld für eine Untersuchung im Haushalt vorgesehen. Zudem habe die Gemeinde bis Ende Mai aufgrund einer Entscheidung der Gemeindevertretung nur einen vorläufigen Haushalt gehabt. In der aktualisierten Vorlage hat Rocher der Gemeindevertretung das letzte Wort bei der Ausschreibung eingeräumt. Vom Fertigstellungstermin im Januar 2020 ist er abgerückt. Nun soll die neue Schule auf dem Bücker-Gelände Ende Juli 2020 fertig sein.

Bürgermeister stellt drei Szenarien vor

Drei mögliche Varianten hatte Rocher dem Ausschuss vorgeschlagen. Im ersten Szenario baut die Gemeinde den geplanten Hort neben der Grundschule. Laut Rocher ist der neue Hort 75 Plätze zu klein. Zudem stoßt die Schule spätestens 2025 an ihre Kapazitätsgrenze.

Eine Verlagerung der Grundschule in Gebäude der Oberschule, Rochers Favoritenvariante, soll das Platzproblem lösen und ist für die Gemeinde kostengünstig, da der Landkreis die jährlichen 400.000 Euro Miete für eine neue Oberschule auf dem Bücker-Gelände übernimmt. Würde die Gemeinde dort eine Grundschule bauen, müsste sie dies auf eigene Kosten tun.

2023 braucht Rangsdorf Platz für weitere 100 Grundschüler

Rocher bleiben nur noch wenige Tage Zeit, die Gemeindevertreter von seinen Plänen zu überzeugen. Am kommenden Donnerstag wird die Gemeindevertretung erneut über seine Vorschläge beraten. Wie sehr das Problem brennt, zeigen Hochrechnungen der Verwaltung. Bleibt es bei dem bisherigen Zuzug, braucht Rangsdorf 2023 Platz für 100 weitere Grundschüler. Das entspricht vier Schulklassen. Bis 2028 sind es sogar 200 Schüler und acht Klassen. Im Hort fehlen in den Zeiträumen 64 bzw. 128 Plätze. 

Von Christian Zielke