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Rangsdorf Rangsdorfer Kinderparadies steht auf der Kippe
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16:46 13.12.2019
Michael Wolf betreibt seit 2017 das Rangsdorfer Kinderparadies – jetzt ist es in Gefahr. Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

Es war eine emotionale Sitzung. Das Kinderparadies in Rangsdorf stand am Dienstagabend auf der Tagesordnung im Ausschuss für Bauen und Umwelt. Die Gemüter sind erhitzt, denn der kleine Freizeitpark von Betreiber Michael Wolf ist weiterhin unzulässig, kritisiert die Verwaltung und begründet das in mehreren Punkten.

Teile der Anlage befinden sich in einem Landschaftsschutzgebiet. Für das Areal müsste der Flächennutzungsplan erneuert werden. Darüber hinaus gibt es unter anderem für Tierunterstand, Futterraufen und Zirkuszelt noch keinen stimmigen Bebauungsplan. Vor zwölf Jahren hat der Betreiber laut Verwaltung das Gelände illegal errichtet.

Hauptausschuss ist gegen das Vorhaben

Seit 2003 ist Michael Wolf Pächter des Grundstückes. 2017 eröffnete er offiziell das Kinderparadies und meldete einen Vergnügungs- und Themenpark sowie Schaustellerei mit Tieren bei der Gemeinde an. Vorerst Befristet bis Ende September 2029 will Wolf das Kinderparadies an diesem Standort etablieren – doch das ist jetzt in Gefahr.

Im Hauptausschuss stimmte die Mehrheit der Abgeordneten gegen das Vorhaben. „Der Landkreis würde dem nicht zustimmen“, argumentiert Tassilo Soltkahn (CDU). Die Diskussion sei aus seiner Sicht völlig umsonst. Er bot dem Betreiber seine Hilfe an. Noch sei nicht Hopfen und Malz verloren: Der Bebauungsplan könne beliebig oft angepasst werden.

Es gibt einen Ermessungsspielraum

„Dafür habe ich viel Geld ausgegeben. Ich habe einen Architekten und Rechtsanwalt beauftragt“, so Betreiber Michael Wolf gegenüber der MAZ. Außerdem habe er einen Bauantrag gestellt. Er könne gar nicht verstehen, warum noch immer nicht alles passt. Er wolle schließlich nur etwas Gutes für die Kinder in der Gemeinde tun – mit Hüpfburgen, Tieren und vielen weiteren Attraktionen.

Die Abgeordneten haben lauthals über den Beschlussvorschlag diskutiert. Die Verwaltung hält sich strikt an die Vorgaben. „Doch wir haben einen Ermessungsspielraum“, betont Oliver Scharfenberg (Die Rangsdorfer). Er könne nicht verstehen, warum das Kinderparadies und die Fläche als ausgewiesener Erholungsort nicht zusammenpassen.

Vor-Ort-Treffen aller Beteiligten

„Sehr krass finde ich die Argumentation des Bürgermeisters“, so Juliane Stärke (Die Rangsdorfer): „Das geplante Vorhaben nimmt der Landschaft ihren naturnahen freien Charakter, beeinträchtigt die schützenswerte Fauna und verunstaltet das Orts- und Landschaftsbild.“ Vom Kinderparadies würde eine „unerwünschte Vorbildwirkung“ ausgehen.

Aus ihrer Sicht sollte der Bürgermeister auch für die Bürger da sein. Klaus Rocher (FDP) wies jegliche Kritik von sich. Die Verwaltung behandle jeden Antrag gleich und das ausschließlich nach den gesetzlichen Vorgaben. Anfang des Jahres soll es ein Vor-Ort-Treffen aller Beteiligter geben, um jegliche Probleme aus der Welt zu schaffen.

Deutsche Bahn plant ein Projekt

Dabei soll auch die Deutsche Bahn zu Wort kommen. In dem Bereich des Kinderparadieses – Pramsdorfer Straße Ecke Bergstraße – ist der Anschluss an den Nord-Süd-Verbinder geplant. Rocher will ausschließen, dass sich beide Projekte kollidieren. Noch ist das Rangsdorfer Kinderparadies jedoch nicht völlig vom Tisch.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version fehlte der Hinweis, dass der Betreiber des Kinderparadieses auch einen Bauantrag gestellt hat. Dies wurde ergänzt.

Von Marcus J. Pfeiffer

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