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Rangsdorf Pegel am Rangsdorfer See sinkt dramatisch
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Pegel am Rangsdorfer See sinkt dramatisch
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17:50 07.11.2019
Ein Bagger entschlammt die Zuflüsse der Kanäle in Klein Venedig, um den Wasseraustausch zwischen den Kanälen und dem Rangsdorfer See zu verbessern. Quelle: Gemeinde Rangsdorf
Rangsdorf

Ein Bagger steht im Rangsdorfer See. Seine Räder ragen halb aus dem Wasser. Nicht, weil er in der Nähe des Ufers Schlamm ausbaggert, sondern auch weiter im See würde sich kein anderes Bild ergeben. Denn der Wasserstand des Sees hat rapide abgenommen und sinkt immer weiter. Und keiner weiß, warum.

Obwohl seit den 1950er-Jahren ein Seemonitoring stattfindet. Aber nicht nur der Wasserspiegel, sondern auch die vielen toten Fische, der geringe Sauerstoffgehalt und die hohe Verdunstung im Rangsdorfer See machen der Gemeinde und den Anwohnern große Sorgen. Mancher fragt sich, ob der See überhaupt noch zu retten ist.

Durch sinkenden Wasserpegel kommen Schrottteile auf dem Seegrund zum Vorschein Quelle: Privat

Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) sagt: „Derzeit werden im Rangsdorfer See die Zuflüsse der Kanäle vom Schlamm befreit. Die Baggerarbeiten in Klein Venedig führt der Wasser- und Bodenverband im Auftrag der Gemeinde durch. Ziel ist es, den Wasseraustausch zwischen den Kanälen und dem Rangsdorfer See zu verbessern. Der See ist jetzt wieder mit den Kanälen verbunden.“

Die Kanäle waren zum Teil ausgetrocknet oder führten nur sehr wenig Wasser. Günter Mehlitz, der Vorsitzende des Vereins zur Rettung des Rangsdorfer Sees, nennt alarmierende Zahlen. Demnach hatte der See noch im Jahr 2015 einen Pegel von 1,01 bis 1,05 Metern. Mehlitz warnt: „Jetzt sind es noch 30 Zentimeter. Es fehlen 70 Zentimeter.“

1000 Euro Bußgeld fürs Entenfüttern

Im Juli kamen durch das rapide Absinken des Wasserspiegels diverse Schrottteile am Seegrund zum Vorschein, die aus Sicherheitsgründen geborgen wurden. „Allein vom 4. Juli bis 11. Juli 2019 ist der Wasserspiegel innerhalb von drei Tagen um 16 Zentimeter gefallen“, schlägt Mehlitz Alarm.

Dem Bauausschuss der Gemeinde schlug er deshalb Sofortmaßnahmen vor. Diese reichen vom Schilfschnitt über die Ansiedlung von Seerosen bis hin zum Fütterungsverbot für Enten und Fische – wie es in Potsdam der Fall ist. Mehlitz sagt: „Wer Brot ins Wasser wirft, dem droht dort 1000 Euro Bußgeld.“

Der Vereinschef rät indessen eher zu Aufklärung anstatt zum Erheben von Bußgeldern. „Durch Fütterung gibt es mehr Ausscheidungen und dadurch mehr Ablagerungen im See. 1,5 Kilo Brot rauben 100 Kubikmetern Wasser den Sauerstoff“, erklärt Mehlitz.

Der Vorsitzende des Vereins zur Rettung des Rangsdorfer Sees: Günter Mehlitz. Quelle: Marlene Schmidt

Der sachkundige Einwohner Reinhard Baier dagegen sagt: „Erklären Sie mal den Enkeln, keine Enten zu füttern. Das hilft überhaupt nicht, wenn Tausende Gänse im Hintergrund schwirren. Ich schlage einen Workshop mit Seesanierern und einen runden Tisch vor.“ Bürgermeister Klaus Rocher sagt: „Wir müssen zuerst untersuchen, wohin das Wasser verschwindet. Das Thema ist jetzt auch in Berlin angekommen, im kommunalen Nachbarschaftsforum. Wie geht man mit dem Wasser um und erhält seinen Kreislauf.“

See-Daten wurden nicht ausgewertet

Laut Klaus Rocher gibt es seit den 1950er-Jahren am Rangsdorfer See ein Seemonitoring vom Landesumweltamt. Dennoch weiß keiner, was mit dem See los ist. „Die haben die ganzen Jahre die Daten nicht ausgewertet. Es wird eine öffentliche Ausschreibung geben, wenn die Fördermittel da sind, auf die wir für Phase zwei zur Seeuntersuchung warten. Dann können die Daten ausgewertet werden“, sagt Rocher. Also alles eine Frage des Geldes.

Von Marlene Schmidt

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