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Rangsdorf Schul-Umzug vorerst abgelehnt
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Schul-Umzug vorerst abgelehnt
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18:46 20.06.2018
Bleibt sie oder zieht sie um? Die Oberschule Rangsdorf durchlebt ungewisse Zeiten.
Bleibt sie oder zieht sie um? Die Oberschule Rangsdorf durchlebt ungewisse Zeiten. Quelle: Christian Zielke
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Rangsdorf

So viel Eitelkeit war selten: Wie das Kaninchen und die Schlange belagerten sich Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) und Vertreter von SPD, CDU, Linken und Grünen am Dienstag im Sozialausschuss. Auf der Tagesordnung stand erneut die vom Bürgermeister vorgeschlagene Ausschreibung für eine neue Oberschule auf dem Bücker-Gelände. Im bisherigen Oberschulgebäude möchte Rocher eine Grundschule samt Hort unterbringen. Detlef Schlüpen (SPD) forderte Rocher auf, die Beschlussvorlage zurückzuziehen, da sie kaum Aussagen zu Kosten und zu einer künftigen Erschließung des Bücker-Geländes enthält.

Gegner wollen sich keine Wahlkampf-Munition bieten

Der Bürgermeister verweigerte den Rückzug. Er fürchtete, dass ihm die Fraktionen von SPD, CDU, Linken und Grünen im aufziehenden Kommunalwahlkampf daraus einen Strick drehen. „Ich möchte nicht in der Presse lesen, der Bürgermeister hätte das Thema nicht ernst genommen“, sagte Rocher.

Im Gegenzug wollte sich kein Vertreter einer Fraktion dazu durchringen, das Thema per Beschluss von der Tagesordnung zu nehmen. „Ich möchte mir auch nicht vom Bürgermeister den schwarzen Peter zuschieben lassen“, sagte Jan Hildebrandt (SPD).

Diskussion verunsichert die gesamte Oberschule

In der anschließenden Abstimmung fiel die Vorlage mit großer Mehrheit durch. Vor allem bei den Vertretern der Oberschule machte sich Erleichterung breit. Schulleiterin Annett Meincke hat immer wieder darauf hingewiesen, welche Unruhe die Pläne des Bürgermeisters bei Lehrern, Schülern und Eltern auslösen. Schlimmstenfalls könne dies sogar so weit führen, dass Eltern angesichts der ungewissen Zukunft ihre Kinder auf eine andere Schule schicken. „Wir können nicht für die Probleme der Grundschulen herhalten“, sagte Annett Meincke.

Dass an den Grundschulen ein massives Platzproblem droht, darauf hat der Bürgermeister am Dienstag erneut hingewiesen. Spätestens ab 2020 reichen die Klassenräume an beiden Grundschulen nicht mehr aus. Große Zweifel bestehen allerdings, ob es bis dahin gelingen kann, eine neue Oberschule auf dem Bücker-Gelände zu bauen und die jetzige Oberschule zur Grundschule umzugestalten.

Detlef Schlüpen: Grundschule Groß Machnow hat Platz für Anbau

Detlef Schlüpen regte andere Möglichkeiten an: „Warum erweitert man nicht die Grundschule in Groß Machnow. Dort wäre viel Platz für einen Anbau.“ Der Bürgermeister wandte ein, dass sich die morgendliche Verkehrssituation vor der Schule noch verschärfen würde. „Leider geht vor der Schule die B96 mit mehr als 10.000 Fahrzeugen am Tag lang“, sagte er. Gegen Schlüpens Vorschlag, auf dem Bücker-Gelände eine Grundschule zu bauen, spreche die Finanzierung. Für die Oberschule müsste der Landkreis 400.000 Euro Miete im Jahr zahlen, eine Grundschule müsste die Gemeinde komplett selbst finanzieren.

Für Bürgermeister Klaus Rocher ist das Thema mit der Abstimmungsniederlage nicht abgehakt. „Ich werde die Vorlage so aufrüsten, dass sie beschlussfähig ist“, kündigte er am Mittwoch an. Bis zur Gemeindevertretersitzung am kommenden Donnerstag will er Kosten und Varianten vorlegen, „die Hand und Fuß haben.“

Von Christian Zielke