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Rangsdorf Die Suche nach der Stromtankstelle
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Die Suche nach der Stromtankstelle
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11:40 14.04.2019
Stefan Rothen wirbt intensiv um Ladesäulen in Rangsdorf. Quelle: Andrea von Fournier
Rangsdorf

Zum Tanken fährt der Rangsdorfer Stefan Rothen gern nach Königs Wusterhausen. Bei „Kaufland“ legt er eine „Ladeweile“ ein: Während sein neues weißes Auto eine Stunde lang an der dortigen Stromladesäule Energie tankt, vertreibt sich der Halter die Zeit mit Einkäufen oder Essengehen.

So ist das „Ladeweile“-Konzept auch zu verstehen, mit dem das Geschäft dem Kundenkreis ein zusätzliches Angebot unterbreitet, dort reinzuschauen. „Das geht natürlich nicht 24 Stunden am Tag, sondern nur während der Öffnungszeiten des Geschäfts“, sagt Rothen. Er findet es in Ordnung, dass die Ladezeit auf eine Stunde beschränkt ist, damit niemand an der Säule unendlich lange stehen bleibt. Danach sind die Batterien seines kleinen asiatischen SUVs zu 80 Prozent geladen.

300 Kilometer Reichweite

Stefan Rothen hat bei seinem Auto die Variante mit dem kleinsten Akku gewählt: 300 Kilometer kann der Pkw bei 100 Prozent Ladung im Sommer ohne Volllast fahren. Das genügte ihm bisher immer. Natürlich würde er sein Gefährt lieber in Rangsdorf aufladen, am besten noch an einer öffentlichen Schnellladesäule.

In der Gemeinde findet er beim Bürgermeister mit der Forderung nach Ladesäulen zwar Gehör, Erfolg hat er aber nicht. „Kein Geld im Haushalt eingestellt, keine Sponsoren in Sicht“, hörte er bei seinem Gespräch in dieser Woche von Klaus Rocher (FDP). Die Verwaltung hätte sich bereits nach einem eigenen E-Fahrzeug umgeschaut, doch die Leasingraten dafür seien ebenfalls zurzeit nicht stemmbar.

Druck der E-Autofahrer nimmt zu

E-Pkw-Besitzer und Gemeinde werden zwangsläufig miteinander im Gespräch bleiben. Denn es ist anzunehmen, dass der Druck der E-Autofahrer wie auch deren Zahl im Ort wachsen. Und die wenigsten fahren das amerikanische Modell, das man an zwei Stellen im nahen Umkreis aufladen könnte.

Rothen hat sich der IGEMBB, der regionalen Interessenvertretung der E-Mobil-Fahrer angeschlossen. Er stellte fest, dass er nicht der erste Rangsdorfer in diesem Kreis ist. Manche sind schon länger dabei.

Künstlicher Motor-Sound

So wie Familie Mentzel, die bereits das zweite elektrisch betriebene deutsche Modell fährt. Momentan sind die Rangsdorfer Besitzer von Elektroautos nicht untereinander verbunden. „Aber man nimmt wahr, dass es mehr werden“, sagt Nadin Mentzel. Sie erklärt, dass man ein neues E-Auto schon von Weitem am „E“ als letztem Buchstaben auf dem Nummernschild erkennt. Bei ihrem ersten Auto hätten sie sich noch aussuchen können, ob das „E“ aufgedruckt wird oder nicht. Und der Pkw sei natürlich sehr leise.

Thomas Bartschs Auto hat bis Tempo 30 einen Motor-Sound, damit der Wagen von Passanten gehört wird. Mit dem kleineren Aktionsradius hat der Dabendorfer kein Problem. „Man lernt, anders zu planen“, sagt er. Bevor eine längere Reise ansteht, lässt Rothen die App auf seinem Smartphone Ladesäulen entlang der Route finden. Und er hat sich die Ladekarte eines Anbieters gekauft. Bevorzugt werden natürlich Schnellladesäulen, die Gleichstrom laden. Mit Wechselspannung dauert der Vorgang länger. „Dann legt man eben eine Pause ein, das hat doch auch etwas Gutes“, ergänzt Thomas Bartsch.

Tanken an der heimischen Steckdose

Übrigens wird das Auto natürlich auch zu Hause geladen: An der heimischen Schuko-Steckdose mit einem Adapter tankt Rothen über Nacht sechs bis acht Stunden lang Strom. Wem der Aktionsradius zu klein ist oder wer auf Nummer sicher gehen möchte, dem bietet sich ein Hybrid-Fahrzeug an.

Jens-Theo Müller lädt seines seit ein paar Wochen an der heimischen Garage. Und freut sich schon darauf, dass demnächst ein kleiner „vollelektrischer“ Smart dazukommt. So sei man für Stadt- und längere Fahrten gut aufgestellt.

Von Andrea von Fournier

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