Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rangsdorf Eike Mewes veröffentlicht Essay-Buch
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Eike Mewes veröffentlicht Essay-Buch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:19 28.05.2019
Nicht reibungslos und ohne Diskussionen, doch ein gutes Arbeitsgespann: Autor Eike Mewes und Mirjam Neuber von der Basilisken-Presse.
Rangsdorf

Die jüngste Neuerscheinung der Basilisken-Presse, einem „Imprint“ und sehr besonderen Standbein des Rangsdorfer Natur+Text-Verlags, hat es in sich. Das 180 Seiten umfassende Buch mit unscheinbarem Wolken-Cover, „Einfach so – Gedankensplitter“ betitelt, stammt aus der Feder des heute ebenfalls in Rangsdorf beheimateten Autors und Regisseurs Eike Mewes.

Überschaubare Zielgruppe

Es ist kein Roman, kein Thriller, den man in einem Ritt konsumieren könnte. Das Werk enthält viele Kalorien, Nahrung, die die Gehirnzellen befeuert, und kann seine Leserschaft nachhaltig berühren. Ebendies beabsichtigt der Autor ausdrücklich, wohl wissend, dass die Zielgruppe damit eine überschaubare ist. Inhalte, Resümees und Auslegungen von Eike Mewes zu vier Themenbereichen – Kultur, Religion, Politik und Unterhaltung – werden mit Sicherheit nicht jedem nachvollziehbar sein oder zusagen, doch es war auch nicht seine Absicht, jedermann zu gefallen.

Verlagschef sofort begeistert

Als Reinhard Baier, Geschäftsführer der „Natur+Text GmbH“, das Manuskript in die Hand bekam, war er sofort begeistert. Und je mehr er sich in die Texte vertiefte, je sicherer wurde er, dass er das Buch veröffentlichen wollte. Doch die beiden Verlage sind deutlich natur- und umweltinspiriert. „Obwohl es thematisch eigentlich gar nicht in unserer Verlagsprogramm gehört, haben wir es herausgebracht“, sagt Mirjam Neuber, Programmleiterin der Basilisken-Presse und fügt lachend hinzu: „Anordnung des Chefs: Rangsdorfer Autor, wichtige Thematik – wir fördern regionale Initiativen!“

:Eike Mewes ist eine tragende Säule im Rangsdorfer Kulturleben, als Autor und Regisseur bekannt (im Interview mit Gisela Hoffmann) Quelle: A.v.Fournier

Man könnte die Neuerscheinung also durchaus als eine Art Investition in den Stammsitz des Verlags, den es hier seit 1987 gibt, betrachten. Zur Vorbereitung haben Eike Mewes und Mirjam Neuber eng und gut zusammengearbeitet. Das war unproblematisch, denn die beiden kennen sich seit Jahren von gemeinsamen Aktionen für den Rangsdorfer Kulturverein. Die Hauptarbeit spielte sich von Winter 2018 bis Frühjahr 2019 ab, es ging also ungewöhnlich schnell. Ungewöhnlich auch, dass Mirjam Neuber sich nicht wie sonst in ihrer Verlagstätigkeit mit dem Lektorat befasste, dafür trug Eike Mewes selbst Sorge. Sie verantwortete erstmals Layout und Satz. „Was für mich insofern etwas schwierig war, weil ich als Lektorin stets knietief im Text stecke, diesmal nicht“, illustrierte sie. Doch ihr „Erstling“ auf dieser Strecke gelang, das Buch liegt seit April vor und die Verlagsmitarbeiterin ist stolz darauf.

Essays entstanden zu seinen Theaterstücken

Der 78-jährige Eike Mewes, gebürtiger Berliner, hat Philosophie, Vergleichende Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft studiert und blickt auf eine Berufslaufbahn als freischaffender Theaterregisseur, Dramaturg, Lehrbeauftragter und Dozent zurück. Was treibt ihn, seinen „inneren Kleiderschrank“ zu verschiedenen Lebensbereichen in Form von Essays zu leeren? „Seit ich als junger Regisseur ständig Gedanken zum Bühnengeschehen entwickelte, die auf Veränderungen, sogar Neufassungen der Stücke wiesen, begann ich, diese niederzuschreiben und zu sammeln. Irgendwann, dachte ich, wird die Zeit meiner Notizen kommen“, erklärt der Autor, der bereits drei Bücher in einem Jenaer Verlag veröffentlicht hat. Gedanken am Bühnenrand kann er bis heute als Gründer und Leiter des Rangsdorfer Amateurtheaters „Buntspecht“ niederschreiben.

Neues Genre für den Verlag

Weil er für den Kulturverein seit Jahren jedoch auch Gedenkveranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Anlässen vorbereitet, kam ein weiteres Feld hinzu. „Wir wollten keine Veranstaltungen nach bekanntem Schema mit Rede zum Datum und festlicher Musik organisieren, sondern echte Hintergrundinformationen bieten, die Themen literarisch-historisch aufbereiten“, sagt Eike Mewes. Die Beschäftigung mit einschlägigen Quellen, Zeitzeugenaussagen gab ihm in der Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen stets Anstoß für eigene Gedanken und führte seit 2006 zur Niederschrift etlicher Texte politischen und religiösen Inhalts. Ergänzt mit Kultur-Geschichten und solchen, die das Leben schreibt – so der Hörigkeit des Deutschen gegenüber Verwaltungshandeln oder der „Verkehrsschilderei“ – entstand ein rundes Werk, das vornehmlich ernst geprägt ist, aber durchaus Stellen zum Schmunzeln bietet.

Wie etwa der Vergleich der Vorbereitung seiner fünfjährigen „Trebe“ durch Europa nach dem Abitur und der seines Enkels heute aus gleichem Anlass. Oder das Sinnieren über die Ausschüttung des heiligen Geistes zu Pfingsten, das in der Erkenntnis, die Jünger hätten einst ein Großbesäufnis statuiert, gipfelt. Irgendwann wäre das ketzerisch gewesen, man kann es missbilligen oder über die Wege des menschlichen Gehirns lächeln.

Mewes: „Ein unheimlich ehrliches Buch“

Mewes will nicht provozieren, sondern zeigen, wie man etwas auch anders sehen kann. Als „Ein unheimlich ehrliches Buch, das meine Gedankenwelt fast schamlos präsentiert“, bezeichnet es denn auch der Autor. Reflexionen, mit Wortwitz klug bis verwunderlich „um die Ecke gedacht“ von jemandem, der kenntnisreich in der deutschen Sprache unterwegs und auch mit der „toten“ lateinischen geschlagen ist. Die Leseempfehlung gilt für alle, die an Politik und Zeitgeschehen interessiert sind und den Blick durch eine andere Brille als Bereicherung empfinden.

Mirjam Neuber ist schon wieder tief in die Welt der Naturwissenschaften eingetaucht: Nach einem exzellent gelungenen vergleichenden Werk über die Fische der Donauregion widmet sie sich gerade der Biografie des Physik-Nobelpreisträgers „Max von Laue – Furchtlos und treu“. Mit dem Ausflug in die thematisch anderen Gefilde der Gedankenwelt Eike Mewes’ ist sie nicht unzufrieden.

Die Präsentation von Eike Mewes’ Buch „Einfach so – Gedankensplitter“, verbunden mit einer Verlagsvorstellung, ist am 20. Juni um 20 Uhr in der Kulturscheune Rangsdorf.

Von Andrea von Fournier

Zwölf Parteien und politische Gruppen dürfen künftig im Kreistag von Teltow-Fläming mitreden – so viele wie nie. Die Fraktionen müssen sich nun neu sortieren, auch weil der Kreistagsvorsitzende nicht wiedergewählt wurde.

27.05.2019

Weil er dem mittlerweile entkräfteten Tier helfen will, greift ein Blankenfelder am Montag im Südring-Center in Rangsdorf nach einem herumfliegenden Spatzen, um ihm dann die Freiheit zu schenken.

27.05.2019
Rangsdorf Kommunalwahl in Rangsdorf - FDP setzt auf Dialog

Die Kommunalwahl hat die Politik in Rangsdorf neu sortiert. Die Wahlsieger von der FDP setzen auf Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen. Auch „Die Rangsdorfer“ wollen nach Schnittmengen zu anderen Fraktionen suchen.

27.05.2019