Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rangsdorf Grünland feiern 40-jähriges Bühnenjubiläum
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Grünland feiern 40-jähriges Bühnenjubiläum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 18.07.2018
Grünland sind Claudia Beator, Michou Tuschy, Daniel Wollnik, Günter Beator, Monika Lederer und Mario Danker (v.l.).
Grünland sind Claudia Beator, Michou Tuschy, Daniel Wollnik, Günter Beator, Monika Lederer und Mario Danker (v.l.). Quelle: Andrea von Fournier
Anzeige
Rangsdorf

Zum dritten Mal gastierte Grünland in der Kulturscheune und diesmal feierte die Irish-Folk-Band ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum. Deshalb hatten sie eine Tafel mit alten Fotos, die die Musiker noch in Schlaghosen, rank und schlank mit dunklen Schöpfen, zeigten, aufgestellt.

Auftritte wie ein Fest

Für die Akteure vom Kulturverein Rangsdorf war der Grünland-Auftritt wie ein Fest. „Als ich heute früh zum Tourismusbüro ging, um übrig gebliebene Eintrittskarten für den Abend abzuholen, kam ich mit leeren Händen zurück“, sagte Detlef Schlüpen. Und so war die urige Scheune an diesem warmen Abend bis unters Dach besetzt. Eine breite Auswahl bekannter und unbekannter Traditionals aus Irland, Schottland und Amerika wurden von sechs Musiker in eigener Handschrift auf den typischen Instrumenten präsentiert. Der siebente Mann, Gerd Kriegge, war erkrankt, was seine Fangemeinde in Rangsdorf traurig gestimmt haben dürfte. Über das Ehepaar Kriegge, Rangsdorfer, kam die Verbindung der Band zur Kulturscheune zustande. Melitta Kriegge ist Mitstreiterin bei den Buntspechten, die ihre Bühne in der Scheune haben. Trotz Kriegges Fehlen erlebte das Publikum einen anregenden, atmosphärisch leichten Abend. Dazu trug auch die wunderbar unaufgeregte und humorvolle Moderation von Grünland-Urgestein Günter Beator bei. Von dessen Band, die 1978 ihren ersten Auftritt unter dem Namen Grünland bei einem Basar in Berlin feierte, ist Monika Lederer noch dabei. Man merkte, dass die beiden tragende Säulen des Ensembles sind. Gut waren sie alle und die Zuschauer klatschten im Takt, schunkelten und stampften. Nur mit dem Tanzen wollte es aus Platzmangel partout nicht klappen – die Atmosphäre hätte es hergegeben. Die Musiker nahmen sich selbst zurück, und die Freude am Musizieren, Balladen und Songs mit ihren melancholischen oder freudigen Inhalten über Liebe, Leidenschaft, Saufen und Raufen, Armut und Auswanderung standen im Mittelpunkt.

Diskussionen auf dem Hof

In der Pause diskutierte das folkaffine Publikum angeregt auf dem Hof. „Am überraschendsten ist die Stimme von Monika Lederer, glockenhell und rein“, sagte Franzi Kalenberg, in deren Familie selbst Folk-Musik gemacht wird. Eine andere Rangsdorferin fügte hinzu, dass sie von Michou Tuschy am Akkordeon begeistert war. Auch die zweite Halbzeit geriet stimmungsvoll und es ist kaum zu glauben, dass die Grünländer „nur“ eine Laienband sind. Alle Musiker haben „ordentliche“ Berufe und Grafikdesigner Günter Beator einen fantasievollen Kinderbuchverlag in Buckow bei Strausberg.

Von Andrea von Fournier