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Rangsdorf Bürgermeister kritisiert veraltete Zahlen in BER-Verkehrsgutachten
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10:12 16.01.2020
Bis zu 20.000 Autos wurden an der Kreuzung B 96/Kienitzer Straße in Rangsdorf gezählt. Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

Der Abschlussbericht „Grundlagenermittlung Verkehr in der Flughafenregion BER“ geht für Rangsdorf von falschen Voraussetzungen aus. „Statt 10.000 fahren hier schon täglich 20.000 Autos“, sagte Bürgermeister Klaus Rocher im Bauausschuss der Gemeinde.

Spätestens seit der Veröffentlichung des Abschlussberichts „Grundlagenermittlung Verkehr in der Flughafenregion BER“ im vergangenen Jahr ist klar: Wenn nicht schnellstens etwas geschieht, werden die Städte und Gemeinden im Umfeld des Flughafens tägliche Stau-Probleme haben. Im Rangsdorfer Bauausschuss stellte sich nun heraus, dass das Chaos noch weit schlimmer kommen könnte. Für die meisten Umlandgemeinden gehe das Gutachten von eher zu niedrigen Einwohnerzahlen aus, die rasante Einwohner-Entwicklung in Zossen sei nicht berücksichtigt. Längst veraltet seien auch die zugrunde gelegten Verkehrsdaten für die Gemeinde Rangsdorf.

Gemeinde zählt 20.000 Fahrzeuge

Etwa 10.000 Fahrzeuge legt das Gutachten von „Spreeplan Verkehr“, des beauftragten Planungsbüros, als Ist-Zustand für Rangsdorf zugrunde. Tatsächlich hat die letzte Zählung der Gemeinde aus dem Jahr 2018 schon knapp 20.000 Fahrzeuge ergeben. Gezählt wurde an dem schon jetzt kritischen Verkehrsknotenpunkt B 96/Kienitzer Straße. Zu Hauptverkehrszeiten geht dort meist nichts mehr, ab dem Kreisverkehr vor der Netto-Filiale ist Stau.

Das Gutachten, das im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Dialogforum Airport entstanden ist, erwartet noch eine deutliche Zunahme an Verkehr. Mit mindestens 46 Millionen Fluggästen müsse am künftigen Hauptstadtflughafen für 2030 gerechnet werden, wahrscheinlich würden es eher noch mehr. Hinzu kommen laut Bertram Teschner von „Spreeplan Verkehr“ noch einmal rund 130.000 Menschen, die in der aufstrebenden Wirtschaftsregion im Flughafenumfeld arbeiten werden. Mit annähernd täglichen Fahrten von und zur Arbeit.

Wir werden uns das ansehen müssen

Der Berliner Autobahnring und die A 113 von der Berliner Innenstadt in Richtung Schönefeld seien schon jetzt in Teilbereichen stark ausgelastet. Hier rechnet der Verkehrsplaner mit 220.000 Fahrten zusätzlich. Rangsdorfs Bürgermeister befand, dass es gut sei, überhaupt ein Gutachten zu haben. Doch darin waren sich die Mitglieder des Bauausschusses nicht einig. Hartmut Rex (Linke) etwa sagte: „Da auch für die Einwohnerentwicklung die Zahlen schon viel zu niedrig angesetzt sind, werden wir langfristig auch nur die Angebote bekommen, die auf den viel zu niedrigen Zahlen basieren. Wie verfahren wir damit weiter?“ fragte er. Klaus Rochers Antwort: „Wir werden uns das ansehen müssen unter Berücksichtigung der tatsächlichen Daten für Rangsdorf und Mittenwalde, die wie wir betroffen sind. Dann müssen wir versuchen, gemeinsam das Notwendige anzuschieben, wir werden sehen, wie. Aber alleine können wir das in Rangsdorf sowieso nicht.“

Die Kommunen im Flughafenbereich fordern die Politik auf, umgehend Konzepte für die Stärkung vor allem des Öffentlichen Nahverkehrs vorzulegen. Mindestens die Hälfte des BER-Zubringerverkehrs solle per ÖPNV anreisen.

Von Udo Böhlefeld

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