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15:56 04.12.2019
Anja Schütz Gründungsmitglied und Vorsitzende des Vereins. Quelle: Andrea von Fournier
Rangsdorf

Anja Schütz, gebürtige Dabendorferin, seit ein paar Jahren in Berlin, lässt sich in der digitalen Welt nichts vormachen. Doch um einen Brunnen zu bohren, holte sie sich Rat. Denn am geplanten Standort der Wasserstelle herrscht völlig anderes Klima als bei uns. Andere Gesetze, Material und Handwerksarbeit ließen sie sich umhören in Gambia, wo der Verein Gesundheit und Bildung Gambia, dem sie vorsteht, seit fast 14 Jahren Hilfe leistet.

Viel geschafft in diesem Jahr

Gerade sind Anja Schütz und ihr Team aus fünf Berlinern und Brandenburgern sowie einem Projektleiter aus Bremerhaven aus Afrika zurückgekehrt. Zufrieden, wie es scheint. „2019 haben wir ganz schön viel geschafft“, sagt Anja Schütz. Auch wenn manches in Gambia nicht so planbar ist wie hier. Der Verein arbeitet vor allem in der Nordbank, dem Armenhaus Gambias.

In dem von Dürre geplagten Landstrich gibt es außer Farmen kaum Wirtschaft. Zur Schule des Dorfes N’dofan gibt es enge Kontakte, die der Rangsdorfer Vereinsgründer Joachim Liebenow einst geknüpft hat. Von dort aus laufen bis heute Aktivitäten und Projekte. Eine Vorschuleinrichtung ähnlich Kindergärten in der Westküstenregion wird ebenfalls unterstützt.

Der Spielplatz für die Vorschule, der im vergangenen Jahr gebaut wurde, ist sehr beliebt. Quelle: verein

Die einzige staatliche Schule in N’dofan wird vom Land nicht so gefördert, dass die etwa 900 Schüler optimal betreut und unterrichtet werden können. Deshalb knüpft der Verein Patenschaften für Schüler und startet Projekte, die den Heranwachsenden und ihren Familien, aber auch den Dorfbewohnern zugutekommen.

Stützpunkt für Erste Hilfe

Außerdem betreibt er einen Erste-Hilfe-Stützpunkt im Ort, damit sich zweimal wöchentlich eine Krankenschwester um Gesundheit und Krankheiten der Bevölkerung kümmern kann. Das wird sehr gut angenommen. Doch bevor die Sprechstunde beginnt, muss die Mitarbeiterin weit laufen, um Wasser zu holen.

Ebenso sieht es in der Schule aus. Deshalb hat der Verein nach der letzten Trockenzeit einen 33 Meter tiefen Brunnen bohren lassen. Der wurde vor zwei Wochen mit Solarpanel und Hochbehälter versehen, in den die Pumpe nun sonnenbetrieben Wasser fördern kann. Der Druck des herunterströmenden Wasser wird gebraucht, um es in eine Sternleitung, die am Entstehen ist, zu leiten.

Simpel und funktionstüchtig: Der neue Wasserhochbehälter mit Solarpanel, von dem aus jetzt eine dreirohrige Wasserleitung gebaut werden soll. Quelle: Verein

Damit sollen am Erste-Hilfe-Punkt und im Ort Zapfstellen für frisches Wasser entstehen. „Alle Leistungen und Material kaufen wir vor Ort ein. Das ist Teil unserer Philosophie“, so Anja Schütz. Dreimal im Jahr fahren Vereinsmitglieder und Helfer in ihrem Urlaub und auf eigene Kosten nach Afrika, um die Infrastrukturprojekte zu begleiten und Baukontrollen vorzunehmen.

Im Oktober werden sie in N’dofan besonders sehnsüchtig erwartet, weil das Schulgeld der Paten an die Familien ausgezahlt wird. Für Kinder bis zur 6. Klasse zahlen die Paten jährlich 50, bis zur 12. Klasse 75 Euro. Davon können für fast 200 Schüler Schulgeld, Schuluniformen und Material bestritten werden. In diesem Jahr hat der Verein die beiden 2018 gebauten Klassenräume mit Schulmöbeln ausstatten können, eine kleine Bibliothek bekam Regale, die nun auf Bücher warten.

Verein sammelt Spenden

Für all das sammeln die Vereinsmitglieder zusätzliche Spenden. Der Kindergarten an der Westküste hat gerade einen Fußballplatz bekommen. Im nächsten Projekt sollen feste Bänke und eine einfache Überdachung entstehen, damit der Platz Treffpunkt der Dorfbevölkerung werden kann. Die hilft gerade beim Streichen der Spielgeräte auf dem durch den Verein im vergangenen Jahr errichteten Spielplatz.

Wenn es weiter gut läuft, können die Rangsdorfer 2020 das 200. Vereinsmitglied begrüßen. Das ist eine Kraft, die in Gambia wirklich etwas bewirken kann, so die Vorsitzende.

Weitere Informationen zum Verein Gesundheit und Bildung Gambia gibt es auf www.gambia-verein.org und unter Tel. 0 30/ 67 80 56 27.

Von Andrea von Fournier

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