Rangsdorf: Vorsitzende der Gemeindevertretung fassungslos über Aufruf zum Wahlboykott der Allianz für Rangsdorf
Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rangsdorf Vorsitzende der Gemeindevertretung fassungslos über Aufruf zum Wahlboykott
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Vorsitzende der Gemeindevertretung fassungslos über Aufruf zum Wahlboykott
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:49 12.09.2019
Melanie Eichhorst ist bereits seit 2003 Gemeindevertreterin in Rangsdorf und hat schon einige Wahlkämpfe erlebt, aber noch keinen in diesem Ausmaß wie in diesem Jahr. Quelle: Christian Zielke
Anzeige
Rangsdorf

Der von der Bürgerinitiative Allianz für Rangsdorf veröffentlichte Aufruf zum Boykott der Bürgermeisterstichwahl am 22. September hat Melanie Eichhorst (FDP), Vorsitzende der Rangsdorfer Gemeindevertretung, fassungslos und wütend gemacht.

In einem Gespräch mit der MAZ am Donnerstag teilte sie mit, warum sie sich über das Vorgehen der Bürgerinitiative ärgere: „Das Wahlrecht zählt zu den wichtigsten Grundrechten, die wir in Deutschland haben. Es ist mir schleierhaft, wie man zum Wahlboykott aufrufen kann“, sagt die Kommunalpolitikerin.

Anzeige

Für sie sei damit der Gipfel im unruhigen Bürgermeisterwahlkampf erreicht. „Das Vorgehen erweckt den Eindruck, als würde die Allianz für Rangsdorf den Rangsdorfern die Wahl nicht zutrauen, sie für doof verkaufen“, sagt Melanie Eichhorst.

„Dieses Szenario ist sehr unwahrscheinlich“

Gesetzt den Fall, dass bei der Stichwahl weder Klaus Rocher (FDP) noch Oliver Scharfenberg (Die Rangsdorfer) ein Quorum von 15 Prozent der Wahlberechtigten erhalten, müssten Rangsdorfs Gemeindevertreter – und damit auch Melanie Eichhorst als Vorsitzende – über den neuen Bürgermeister entscheiden.

„Das ist ein sehr unwahrscheinliches Szenario“, sagt die Rangsdorferin und verweist auf die hohe Wahlbeteiligung bei der Bürgermeister- und Landtagswahl vom 1. September (Wahlbeteiligung: 70,51 Prozent) sowie den Kommunalwahlen vom 26. Mai (Wahlbeteiligung: 69,29 Prozent).

Dass die Bürgerinitiative in derselben Pressemitteilung für Christian Möller als Bürgermeister wirbt, der bei der Wahl am 1. September mit 15,28 Prozent die wenigsten Stimmen erhielt, kann sie nicht nachvollziehen.

Vorsitzende der Gemeindevertretung vermutet versteckte Wahlempfehlung

Sie sehe den Aufruf der Bürgerinitiative deshalb als Mittel, um die Wahlbeteiligung am 22. September reduzieren zu wollen und beurteilt das erneute Erwähnen von Christian Möller als versteckte Wahlempfehlung für Oliver Scharfenberg.

„Das gesetzte Ziel, den amtierenden Bürgermeister Klaus Rocher in eine Stichwahl zu zwingen, konnte erreicht werden“, teilte Ralf von der Bank als Vorsitzender der Allianz für Rangsdorf am 2. September in einem Newsletter mit, der auch ein Foto von ihm, Christian Möller und Oliver Scharfenberg mit fröhlichen Gesichtern und gehobenen Daumen enthielt.

Ein Satz auf einem Flyer, der am Donnerstag in Rangsdorf von Oliver Scharfenberg verteilt wurde, stützt die Vermutung der Gemeindevertreterin: „Mehr als 51 Prozent haben am 1. September für einen Bürgermeisterwechsel gestimmt.“

„Gemeinde und Bewohner müssen im Mittelpunkt stehen“

Dabei hat Melanie Eichhorst die Sorge, dass die Umgangsformen aus dem Bürgermeisterwahlkampf sich nach dem 22. September in die Gemeindevertretung verlagern: „Ich habe in der letzten Sitzung darum alle Gemeindevertreter gefragt, wie wir miteinander umgehen wollen. Schließlich sitzen nach der Wahl alle Fraktionen wieder an einem Tisch. Es kann nicht sein, dass die persönlichen Kleinkriege dann weitergehen. Die Gemeinde und ihre Bewohner müssen im Mittelpunkt stehen.“

Von Fabian Lamster

10.09.2019
09.09.2019
Theatergruppe „Buntspecht“ in Rangsdorf - Theaterlaien überzeugen mit Fontane
08.09.2019