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Rangsdorf Mehr Einnahmen – noch mehr Wünsche
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01:16 25.11.2018
Der Entwurf sieht vor, die Schulspeisung im Erdgeschoss zu vergrößern. Durch ein zusätzliches Stockwerk entstehen zwei weitere Klassenzimmer. Quelle: Architekturbüro Bley
Rangsdorf

„Der Finanzrahmen reicht nicht, um den Bedarf zu decken.“ Mit nüchternen Worten stellte Rangsdorfs Kämmerin Sandra Bahr am Dienstag im Sozialausschuss den Haushalt 2019 vor. Immerhin scheint die Talsohle der vergangenen Jahre durchschritten, als die Gemeinde aufgrund der Kosten für den Bahntunnel nur wenig Spielraum für Investitionen hatte.

Auch die Gewerbesteuer sprudelt wieder kräftiger. In diesem Jahr haben die örtlichen Unternehmen rund vier Millionen Euro in die Gemeindekasse abgeführt – fast 1,2 Millionen Euro mehr als geplant. Für das Jahr 2019 rechnet Sandra Bahr mit einem ähnlichen Niveau – „auch wenn das mit Vorsicht zu genießen ist“, warnte sie mit Verweis auf 2016, als die Gemeinde wegen Gewerbesteuerrückzahlungen eine Haushaltssperre verhängte.

Beachtlicher Investitionsstau

In den vergangenen drei Jahren hat sich ein beachtlicher Investitionsstau aufgebaut. Der seit langem geplante Hort steht noch immer nicht, dafür platzen die Grundschulen aus allen Nähten. 2014 wurde in Rangsdorf zum letzten Mal eine Straße, die Bergstraße, ausgebaut. Zwischenzeitlich ist klar, dass sowohl die Kienitzer Straße als auch die Groß Machnower Allee erneuert werden müssen – ganz zu schweigen vom Reihersteg, wo die Anwohner seit Jahrzehnten auf eine neue Straße warten.

Ihre Hoffnung könnte sich erfüllen. 237.000 Euro will die Gemeinde 2019 in den Straßenbau im Reihersteg investieren. Die beiden anderen wichtigen Verbindungen finden sich bislang nicht im Haushalt, ebenso wenig wie die südliche Winterfeldallee und der Nord-Süd-Verbinder, der das Bücker-Gelände erschließen soll.

Teure Doppelstock-Container

Ebenfalls zweifelhaft ist, ob der geplante Umbau auf dem Gelände der Grundschule wie beabsichtigt komplett im kommenden Jahr zu stemmen ist. Allein die Aufstellung der doppelstöckigen Container für den Hort kostet rund 300.000 Euro. Aufgrund der Zweigeschossigkeit seien eine bestimmte Statik sowie eine massive Bodenplatte nötig, so Bürgermeister Klaus Rocher (FDP).

Würde die Gemeinde – wie geplant – parallel die Schulspeisung der Grundschule vergrößern und zwei neue Klassenräume aufstocken, müsste sie weitere 830.000 Euro aufbringen, die bislang nicht gedeckt sind. Das Geld reicht 2019 lediglich für eine Baugenehmigung (60.000 Euro). Dies sorgte bei mehreren Gemeindevertretern für Unverständnis: „Mir erschließt sich nicht, warum wir Container aufstellen und dann nicht bauen“, ärgerte sich Peter Wetzel (Linke).

Mahnung an Wahlkämpfer

Um Container, Umbau des Hortgebäudes und Erweiterung der Schule im kommenden Jahr zu bewerkstelligen, könnte die Gemeinde den geplanten Umbau des Bahnhofsumfeldes (1,5 Millionen Euro) streichen. Damit wären allerdings auch rund 900.000 Euro Fördermittel vom Land futsch. Bürgermeister Klaus Rocher erklärte das Dilemma: „Wir haben pro Jahr etwa 500.000 bis eine Million Euro zum Investieren.“ Mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf mahnte er. „Wir sollten die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Das stärkt nur die Populisten.“

Zahlen aus dem Haushalt

Mit 1,5 Millionen Euro ist die Umgestaltung des Bahnhofsumfeld das teuerste Vorhaben in Rangsdorf 2019.

Für den Hort „Räuberhöhle“ plant die Gemeinde Ausgaben von 1 090 000 Euro.

Für die 2015 eröffnete Bahnquerung wird noch einmal ein Abschlag von 700.000 Euro fällig. Die Feuerwehr bekommt zwei neue Fahrzeuge im Wert von 325.000 Euro.

Neue Beleuchtung in den Straßen Herweghring, Am Nussbaum, Gerhart-Hauptmann-Straße, Kiefernweg, Fichtestraße, Fontaneweg, Frühlingsstraße, Goethestraße und Weinbergweg kostet ca. 565.000 Euro. Im Etat eingeplant sind 400.000 Euro.

Nicht im Etat eingeplant sind der Kunstrasenplatz (850.000 Euro) und der Umbau des Sportzentrums (200.000 Euro) in Groß Machnow.

Von Christian Zielke

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