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Rangsdorf Rangsdorf stimmt gegen neues Bauland
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01:15 25.02.2019
Der Acker zwischen den beiden Rangsdorfer Netto-Märkten bleibt im Flächennutzungsplan vorerst bestehen.
Der Acker zwischen den beiden Rangsdorfer Netto-Märkten bleibt im Flächennutzungsplan vorerst bestehen. Quelle: Foto: Christian Zielke
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Rangsdorf

Das Feld hinter den Netto-Märkten in Rangsdorf bleibt Ackerfläche. Mit denkbar knapper Mehrheit lehnten die Gemeindevertreter am Donnerstag die Pläne zur Umwandlung in eine Wohnbaufläche ab. In nächster Zeit wird dort also auf keinen Fall gebaut, aber auf lange Sicht bleibt es spannend.

Die Argumente waren klar: Die eine Seite der Gemeindevertreter, genauer die SPD und ein Vertreter der CDU, wollte den Flächennutzungsplan der Gemeinde ändern, um damit eine bessere Grundlage für Bauland zu schaffen. Die andere Seite hielt dagegen, Rangsdorf vertrage keine weiteren Zuzügler mehr. Der Grüne und zwei Linken-Vertreter enthielten sich. Das Endergebnis lautete: sechs Mal „Ja“, sechs mal „Nein“ und drei Mal Enthaltung.

Bürgermeister von Anfang an dagegen

„So ist das, das ist Demokratie“, sagte Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) am nächsten Tag auf MAZ-Anfrage. Er sei von Anfang an gegen die Änderung des Flächennutzungsplans hinter den Netto Märkten gewesen. „Wir vertragen nur einen gewissen Zuwachs als Gemeinde. Wir müssen Kita- und Schulplätze schaffen, das muss finanziert werden und unsere Straßen fallen auseinander“, sagt er.

Laut Rocher sei das Abstimmungsergebnis auch ein Erfolg der Rangsdorfer Zukunftskonferenz. Dort hatten Ende Januar viele Bürger ihre Bedenken geäußert, der Ort dürfe nicht noch weiter wachsen und größere Flächen dürften nicht weiter versiegelt werden.

SPD enttäuscht

Stephan Wilhelm, Fraktionsvorsitzender der SPD äußerte sich enttäuscht über das Votum. Er könne verstehen, dass viele Bürger in der Sache gespalten seien. Deshalb sei es Ziel der SPD gewesen, einen eventuellen Investor oder Bauträger hinter den Netto-Märkten in die Pflicht zu nehmen, sozialen Wohnungsbau zu planen und Schulen und Kitas mitzufinanzieren. Außerdem hätte die Ausweisung des Feldes als Wohnbaufläche nicht bedeutet, dass sofort gebaut worden wäre, meint Wilhelm.

Matthias Gerloff (Grüne) erklärt, warum die Entscheidung so schwierig war. „Da schlagen zwei Herzen in einem“, sagt er. Der Standort sei natürlich attraktiv. Aber Rangsdorf habe bereits andere Baustellen. Als Beispiel zieht er das ehemalige Bücker-Gelände heran. Dort plant eine Investoren-Firma bereits den Bau von bis zu 700 Wohnungen. „Solange das nicht geregelt ist, möchte ich keine zusätzlichen Flächen bereitstellen“, sagt er.

Einen nächsten Versuch, den Flächennutzungsplan zu ändern, könnte es schon im Sommer geben, falls sich nach der Kommunalwahl am 26. Mai die Mehrheitsverhältnisse in der Gemeindevertretung ändern.

Von Jonas Nayda