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Rangsdorf Von Räubern zu Schuldnern
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Von Räubern zu Schuldnern
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06:06 03.11.2018
Der Rangsdorfer Privathistoriker Stefan Rothen hat das Buch "Drey braun pfert mit langen swenzen" über die Ritter von Otterstedt geschrieben. Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

Die Geschichte des alten Kreises Teltow ist eine Geschichte der einflussreichen Familien. Die Knesebecks, Stubenrauchs und Hakes beherrschten den Kreis, der im Norden bis ins heutige Berlin-Charlottenburg und im Süden bis nach Teupitz reichte. Zu den Familien, die im Kreis Teltow die Landräte stellten, gehörten auch die Otterstedts.

Der Rangsdorfer Privathistoriker Stefan Rothen hat gemeinsam mit Vera Seidel, der langjährigen Vorsitzenden des Vereins „Historisches Dorf Dahlewitz“, die Geschichte der Otterstedts erforscht. „Drey braun pfert mit langen swenzen“ –Die Ritter von Otterstedt auf dem platten Land und „up den Teltow“ heißt das Buch, das nicht nur aus Chronologie sondern auch vielen Geschichten zu den Namen erzählt.

Fast immer findet Stefan Rothen etwas zu Rangsdorf

Beide haben sich schon intensiv mit der Geschichte ihrer Heimatorte und der Umgebung auseinandergesetzt. Fast überall, wo Stefan Rothen an der Oberfläche kratzt, findet er etwas zu Rangsdorf. „Meine Kinder sagen, gebt dem Vater bloß kein Buch in die Hand, der findet immer was“, sagt der 68-Jährige.

In der Partnergemeinde Lichtenau bei Paderborn stieß er auf die Geschichte des Mönches und Künstlers Egino Weinert, der die Tafeln gestaltete, die in der katholischen Kirche in Rangsdorf zu sehen sind. „Ich lebe von den Querverbindungen“, sagt Rothen. Durch diese komme immer neues Wissen dazu.

Recherche in Kirchenbüchern und Archiven

Über den Namen Otterstedt ist er häufig gestolpert, da war es nur konsequent, die Geschichte dieser Familie einmal näher zu beleuchten. „Ich habe immer wieder Puzzleteile gefunden“, sagt er. Diese wollte er zusammensetzen, um ein Bild dieser Familie zu erhalten, die sich vermutlich 1429 in Dahlewitz niederließ. Er wälzte die Kirchenbücher und verbrachte viele Stunden im Landeshauptarchiv und im Geheimen Staatsarchiv.

Das Rittergut Dahlewitz , auf dem die Familie Otterstedt lebte, um 1810. Quelle: Sammlung Stefan Rothen

Woher die Otterstedts kamen und wann sie die Bühne der Mark Brandenburg betraten, konnten Vera Seidel und Stefan Rothen nicht eindeutig klären. Es gibt mehrere Orte in Deutschland, die Otterstedt heißen, auch das Familienwappen gab keine klare Antwort.

Förderer der Reformation

Stefan Rothen vermutet, dass die Otterstedts zuvor als Raubritter ihr Unwesen trieben. Davon gab es in der Mark Brandenburg so viele, dass der Ruf dieses Landstrichs sehr in Mitleidenschaft geraten war. Das Land, das ihnen als Lehen übertragen wurde, machte sie sesshaft und ließ ihren regionalen Einfluss wachsen.

1714 wurde Otto Ludwig von Otterstedt Landrat des Kreises Teltow. Drei Jahre später übernahm sein Cousin Johann Georg das Amt, das er 32 Jahre innehatte. Ebenfalls ein berühmter Familienspross war Sigismund. Er war einer der ersten Adligen, die am 31. Oktober 1539 das evangelische Abendmahl feierten und damit die Reformation in Brandenburg vorantrieben.

Geschicktes Ehe- und Immobilienmanagement

Durch geschicktes „Immobilienmanagement“ und Heirat mit anderen Adligen reichte der Besitz der Otterstedts nach Löwenbruch, Genshagen, Schünow, Rudow, Jühnsdorf, Blankenfelde bis ins Havelland. Ein Teil der Familie übernahm das Gut in Rangsdorf.

Die Geschichte der Familie endet 1758 mit einer großen Pleite. Trotz der vielen Ländereien häuften die Gutsbesitzer einen gewaltigen Schuldenberg an und mussten ihr Hab und Gut verkaufen. „Nach 300 Jahren endete die Geschichte der Otterstedts auf dem Teltow“, sagt Stefan Rothen. Eberhard von Otterstedt, der letzte bekannte Nachfahre der Adelsfamilie, starb 1968 in Ballenstedt. Stefan Rothen hofft, dass das Buch dabei hilft, den Anfang und das Ende der Familie besser zu verstehen und einige Lücken zu schließen.

Von Christian Zielke

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