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Rangsdorf BER-Regenwasser soll in den Rangsdorfer See geleitet werden
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf BER-Regenwasser soll in den Rangsdorfer See geleitet werden
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01:18 26.05.2019
Blick nach Süden am Ufer des Rangsdorfer Sees. Die Wasserqualität wird mit „mangelhaft“ bewertet. Quelle: Wilfried Doetzel
Rangsdorf

Regenwasser vom Flughafen BER in Schönefeld soll über den Glasowbach in den Rangsdorfer See geleitet werden. Dadurch könnte das Austrocknen des Sees verlangsamt werden. Das fordert jetzt Carsten Preuß, Landtagsabgeordneter für die Linken und Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Brandenburg.

Die Idee ist nicht neu, sie wurde schon 2004 in den Verträgen für den Flughafenbau festgehalten. Doch warum wird sie nicht umgesetzt? „Es liegen alle Genehmigungen vor, eigentlich kann die Einleitung in den Rangsdorfer See sofort losgehen“, sagt Preuß.

Ein Bauzaun am Hauptstadtflughafen BER. Quelle: Patrick Pleul/dpa

Auf dem riesigen Flugfeld des BER können große Mengen Regen nicht einfach versickern. Deshalb sind extra Anlagen gebaut worden, die das Wasser in den Glasowbach abfließen lassen, wenn eine Überschwemmung droht.

Anlagen funktionsfähig

Das einzige Problem dabei: Solange der BER noch nicht offiziell in Betrieb ist, laufen auch die Regenwasser-Anlagen noch nicht. Immerhin scheinen sie aber zu funktionieren, denn sie sind bereits erfolgreich getestet worden.

Laut Wissenschaftlern ist der Glasowbach der größte Zufluss in den See. Doch er trägt auch viele Schadstoffe ins Wasser. Eine Studie, die die Gemeinde Rangsdorf in Auftrag geben will, soll überprüfen, von wo genau die Schadstoffe stammen könnten. Dazu hat die Gemeinde bereits Fördergeld beantragt. Auch der Landkreis Teltow-Fläming hat eine Machbarkeits-Studie für 50.000 Euro beschlossen.

Blick nach Süd-Westen am Ufer des Rangsdorfer Sees Quelle: Wilfried Doetzel

Der Glasowbach entspringt in der Nähe des Flughafens und fließt durch den Wald zwischen Blankenfelde und Dahlewitz, bis er in der sogenannten Krummen Lanke in den Rangsdorfer See mündet. Vorher durchquert er ein Moor und eine ehemalige Mülldeponie, die inzwischen bewaldet ist.

Bach könnte ausgebaut werden

Carsten Preuß, der bis 2018 für die Umweltbehörde des Landkreises Teltow-Fläming gearbeitet hat, sieht darin kein Problem. Seiner Meinung nach könne der Glasowbach sogar noch ausgebaut werden, so dass er besser Wasser transportieren kann.

An vielen Stellen fließt der Glasowbach nicht mehr Quelle: Günter Mehlitz

Im Moment bewegt sich das Wasser des Baches nicht sehr schnell. An einigen Stellen ist der Flusslauf oberirdisch sogar komplett unterbrochen. Außerdem führt der Glasowbach sehr viel Schlamm mit sich. Große Gebiete der Glasowbachniederung sind ein Naturschutzgebiet. Dort leben unter anderem mehrere Fischotter.

Seeretter-Verein ist optimistisch

Dass der Bach eine Möglichkeit ist, den Zustand des Rangsdorfer Sees zu verbessern, darin sind sich fast alle Beteiligten einig. Auch Oliver Scharfenberg, Vorsitzender des Vereins zur Rettung des Rangsdorfer Sees glaubt, dass der Bach ein Teil der Lösung sein kann. „Wenn sauberes Wasser in den See geleitet werden kann, wäre das sehr gut für die Wasserqualität“, sagt er.

Laut EU-Richtlinie muss der Rangsdorfer See bis zum Jahr 2027 in einen guten ökologischen und chemischen Zustand versetzt werden. Aktuell wird er mit der Note „mangelhaft“ bewertet. Jedes Jahr verliert er im Durchschnitt einen Millimeter Wassertiefe, weil nicht genug Wasser in den See fließt. Der natürliche Prozess sorgt dafür, dass der See verlandet. Im vergangenen Hitze-Sommer war der Pegel sogar noch stärker gesunken.

Runder Tisch einberufen

„Ich möchte, dass auch mein Sohn später noch einen See sieht und vielleicht auch darin schwimmen kann“, sagt Scharfenberg. Er ist froh, dass sich in Rangsdorf offenbar etwas tut in Sachen Seerettung. Der Rangsdorfer Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) hat inzwischen ein erstes Treffen des runden Tisches angekündigt, der sich mit der Sanierung des Rangsdorfer Sees befassen soll. Das Treffen soll im Juli im Rangsdorfer Rathaus stattfinden.

Eingeladen sind neben dem Seeretter-Verein auch Vertreter des Brandenburgischen Umweltministeriums und der Firma, die für die bisherigen Forschungen am See verantwortlich ist. Scharfenberg hofft, dass der runde Tisch konstruktiv arbeitet und möglicherweise schon ein paar schnelle Sofortmaßnahmen beschließt. „Natürlich kann der See nicht in ein paar Wochen oder Monaten gerettet werden, aber es muss jetzt einfach mal los gehen“, sagt er.

Daran könnte es scheitern

Ob tatsächlich eines Tages genug Regenwasser über den Glasowbach in den Rangsdorfer See fließt und damit zur Verbesserung der Wasserqualität beiträgt, ist fraglich. Denn selbst wenn der Flughafen BER demnächst eröffnet wird (aktueller Termin ist Oktober 2020) und dann alle Anlagen funktionieren: Die Genehmigung für die Entwässerung in den Glasowbach endet im Jahr 2025 wieder.

Der Glasowbach wiederum fällt nicht in das Raster der EU-Richtlinie, weil er dafür zu klein ist. Eine Pflicht, ihn ebenfalls zu sanieren, besteht deshalb nicht.

Von Jonas Nayda

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