Rettung für Gartenhaus der Kita Spatzenest in Rangsdorf
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Rangsdorf Rettung für Gartenhaus der Kita Spatzennest
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08:20 20.07.2018
Nicole Brinkmann (l.) und Anne Marr vom Förderverein der Kita Spatzennest sammeln Geld für die Sanierung des Gartenhauses.
Nicole Brinkmann (l.) und Anne Marr vom Förderverein der Kita Spatzennest sammeln Geld für die Sanierung des Gartenhauses. Quelle: Christian Zielke
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Rangsdorf

Über Jahre fristete das Gartenhaus der Kita Spatzennest in Rangsdorf ein tristes Schattendasein. Während die anderen Gebäude der Kita in bunten Farben renoviert wurden, blättert an dem fast 100 Jahre alten Haus die Farbe. Das Dach war undicht. „Eigentlich haben wir es nur als Abstellraum genutzt“, sagt Kita-Leiterin Marion Pietzak. Eine Initiative von Eltern möchte das Haus nun vor dem Verfall retten.

Anne Marr und Nicole Brinkmann vom Förderverein der Kita Spatzennest sammeln seit mehreren Monaten erfolgreich Geld. Als die beiden jungen Mütter im vergangenen Jahr mit der Vereinsarbeit begannen, wollten sie wissen, für welches Projekt sie sich engagieren können. Spontan kam Marion Pietzak das baufällige Gartenhaus in den Sinn. „Ich hänge an dem Haus. Es ist mein Herzenswunsch, dass es erhalten bleibt“, sagt sie. Bis zum Mauerfall, erinnert sie sich, wohnte dort noch der Hausmeister mit seiner Familie. Nach dessen Auszug verkam das Gartenhaus zu einer Abstellkammer.

Bausubstanz ist gut erhalten

Kerstin Frischke hat sich mit der Geschichte des Gebäudes intensiv beschäftigt, ein Konzept für die Sanierung geschrieben und Handwerker organisiert. „Die Bausubstanz ist erstaunlich gut erhalten“, sagt die studierte Restauratorin und Denkmalpflegerin. Vor zwei Jahren fand sie auf dem Dachboden eine Kiste mit alten Dokumenten, aus denen hervorging, dass das Haus einst der Familie Ziedrich gehörte, die am Dorfanger einen großen Gasthof betrieb.

Das Gartenhaus entstand im Jahr 1929, also zu der Zeit, als Rangsdorf seinen ersten großen Boom erlebte. Die Familie Ziedrich hat viele ihrer Grundstücke parzelliert und verkauft. Bis in die 1930er Jahre entstanden zahlreiche Wohn- und Wochenendgrundstücke in Rangsdorf. Für Kerstin Frischke ist es eine große Freude, dass nun Rettung für das Gartenhaus in Sicht ist, schließlich ist es ein Teil der Rangsdorfer Geschichte.

Ein Traumhaus für Kinder soll entstehen

Für die Kita und den Förderverein steht fest, dass das Haus nicht nur innen und außen schön gemacht sondern auch mit Leben erfüllt werden soll. Zwei der vier Räume sollen für die Kinder hergerichtet werden, einer für die Jungen, der andere für die Mädchen. „Wir wollen eine Rückzugsmöglichkeit schaffen. Die Kinder sollen ihr eigenes Haus haben“, sagt Nicole Brinkmann. Für die Jungs soll es einen Ort zum Werkeln und Basteln geben, für die Mädchen sind eine kleine Küche und eine Kuschelecke geplant. Die beiden anderen Räume sollen weiter als Lager dienen.

Die Sanierung des Gartenhauses der Rangsdorfer Kita Spatzennest hat bereits begonnen. Quelle: Christian Zielke

Mit dem bisher eingenommenen Geld hat der Förderverein schon einiges geschafft. Das Dach ist dicht, die Wände sind verputzt. Insgesamt 20.000 Euro sind nötig, bis aus einer heruntergekommenen Gartenlaube ein Traumhaus für die Kleinen wird. Noch fehlt allerdings das Geld für bunte Farben an den Wänden, für Möbel und Spielsachen. Der Förderverein hofft auf großzügige Unterstützer. Der Rotary-Club hatte kürzlich eine große Summe gespendet, Eltern haben beim Sommerfest gesammelt und Baufirmen haben auf einen Teil ihrer Kosten verzichtet.

Ein Termin für die Eröffnung steht schon

Für Nicole Brinkmann gibt es neben der Vorfreude der Kinder, die sich schon riesig auf ihr neues Haus freuen, einen weiteren wichtigen Grund, das Vorhaben zu unterstützen: „Schließlich hat das Gebäude einen historischen Wert, der bislang völlig unterschätzt wurde.“ Am 21. September will die Kita Spatzennest ihr frisch renoviertes Gartenhaus mit einem großen Fest eröffnen.

Kontakt zum Förderverein: www.spatzennest-rangsdorf.de

Von Christian Zielke