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Rangsdorf Kinderzähne sind in Teltow-Fläming noch zu oft krank
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20:12 12.11.2019
Nur in jeder zweiten Kita in Teltow-Fläming werden noch Zähne geputzt. Quelle: Victoria Barnack
Luckenwalde

Das betreute Zähne putzen zeigt Wirkung: In Teltow-Fläming werden die Zähne der Kinder und Jugendlichen immer gesünder. Vor allem unter den älteren Grundschülern sind immer weniger Gebisse behandlungsbedürftig. Das zeigen die jüngsten Zahlen zur Zahngesundheit im Landkreis.

„Unsere Zähne brauchen wir nicht nur zum Essen“, erklärte Fachzahnärztin Anja Terhorst in dieser Woche im Ausschuss für Gesundheit und Soziales. „Wir brauchen sie auch zum Sprechen, für unsere Kommunikation“, so die Medizinerin.

Jedes Jahr werden in Teltow-Fläming die Zähne der drei, fünf und zwölf Jahre alten Kinder untersucht. Quelle: Bernd Gartenschläger

Terhorst leitet den zahnärztlichen Dienst des Landkreises.In ganz Teltow-Fläming untersuchen sie und ihre Kollegen jedes Jahr mehrere tausend Kinder in Kitas, Grund- und weiterführenden Schulen.

Über die Ergebnisse wird genau Buch geführt. Sie zeigen: Schon lange liegt die Zahngesundheit in Teltow-Fläming über dem Brandenburgischen Durchschnitt. „Bei den Zwölfjährigen zeigt sich seit vielen Jahren ein deutlicher Rückgang von kranken Zähnen“, berichtete die Fachzahnärztin.

Zwölfjährige: Nur noch 5,5 Prozent brauchen Behandlung

82,5 Prozent der untersuchten Zwölfjährigen haben ein gesundes Gebiss. Im Jahr 2018 lag der Wert bei 77,4 Prozent und der Brandenburgische Durchschnitt sogar nur bei 76,4 Prozent. Der Anteil der behandlungsbedürftigen Gebisse ist von 7,1 auf 5,5 Prozent gesunken.

„Unser Ziel können wir nur erreichen, dank der zum Teil langjährigen zahnärztlichen Betreuung der Kinder“, erklärte Terhorst.

An Grundschulen, wie hier in Jüterbog, lernen Kinder unter anderen an Projekttagen das richtige Zähne putzen. Quelle: Victoria Barnack

Mit der sogenannten Gruppenprophylaxe beginnt der zahnärztliche Dienst in Teltow-Fläming bereits im Kita-Alter. Mehr als 13.000 Kinder hat die Gruppe um Anja Terhorst 2019 damit bereits erreicht.

Dabei wird nicht nur das Zähne putzen geübt. Auch über die ersten Erfahrungen mit dem Zahnarzt wird gesprochen und natürlich über die richtige Ernährung. „Kinder aber auch Eltern sind immer wieder überrascht, wie viel Industriezucker in Alltagsprodukten wie zum Beispiel Apfelsaft steckt“, berichtete Terhorst.

Fünfjährige: 71 Prozent sind kariesfrei

Trotz immer weniger behandlungsbedürftigen Zähnen und immer mehr gesunden Gebissen auch bei den Fünfjährigen: Terhorst ist beim Blick auf die untersuchten Kinder nicht restlos zufrieden. „Bei den Fünfjährigen beispielsweise haben wir noch einen weiten Weg vor uns“, sagte sie.

Terhorst bezieht sich auf das Ziel des Bündnisses „Gesund aufwachsen in Brandenburg“. Mindestens 90 Prozent aller Milchzähne sollen kariesfrei sein. In Teltow-Fläming sind es bei den Fünfjährigen erst 71 Prozent. „Wir wissen, dass hier noch viel zu tun ist“, sagt Terhorst.

Das Engagement für bessere Zahngesundheit wird mit Zertifikaten geehrt. Quelle: Iris Krüger

Gerade die Kleinsten machen ihr Sorgen. Dabei erscheint der Wert der jüngsten Untersuchten, den Dreijährigen, auf den ersten Blick sogar besonders gut zu sein. 90,8 Prozent der Milchzähne sind in dieser Altersgruppe kariesfrei. Das Ziel wäre damit erreicht.

2018 lag der Wert aber noch einen Prozentpunkt besser. Inzwischen sind statt 6,9 aber wieder 7,6 Prozent der Dreijährigen zahnärztlich behandlungsbedürftig.

Nur jede zweite Kita putzt Zähne

Über die Ursachen kann die Fachärztin in weiten Teilen nur spekulieren. „Tatsache ist, dass wir in den Kitas ein großes Problem haben“, sagte Terhorst. Nur in etwa jeder zweiten Kita im Landkreis Teltow-Fläming werden noch Zähne geputzt. Ein Trend, der vor allem im berlinnahen Raum spürbar ist.

Schuld sei nicht nur die hohe Belastung des wenigen Personals. „Auch an baulichen Voraussetzungen scheitert das Zähne putzen in den Kitas manchmal“, erklärte Terhorst.

Was in der Kita „Regenbogenland“ in Glau zum Alltag gehört, ist nicht in jeder Kita selbstverständlich. Quelle: Iris Krüger

Die jährliche Statistik zur Zahngesundheit der Kinder erfasst auch Risikoeinrichtungen. Welche das in Teltow-Fläming sind, möchte die Fachzahnärztin aber nicht öffentlich benennen.

Nur so viel: „Die Einrichtungen, in denen die Ergebnisse besonders schlecht sind, verteilen sich über den gesamten Landkreis“, sagte Terhorst. Entscheidend ist auch die soziale Lage der Kinder. „Auch von der Bildung der Eltern und ihrer Angst vor dem Zahnarzt hängt viel ab.“

Von Victoria Barnack

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