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Rangsdorf Seeretter-Verein startet eigene Untersuchungen
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Seeretter-Verein startet eigene Untersuchungen
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20:20 14.05.2019
Eine historische Postkarte aus den 1930er-Jahren zeigt den Rangsdorfer See als beliebten Badeort. Quelle: Sammlung Rothen
Rangsdorf

Der Verein zur Rettung des Rangsdorfer Sees geht in die Offensive. Einige Vereinsmitglieder möchten selbstständig die Qualität des Grundwassers in Seenähe untersuchen. Sie rufen deshalb alle Rangsdorfer, Blankenfelder, Dahlewitzer und Jühnsdorfer Brunnenbesitzer auf, dem Verein Wasserproben zu schicken.

Der Rangsdorfer See ist seit einigen Jahren in einem schlechten Zustand. Er verlandet nach und nach. Algen und Schadstoffe sorgen dafür, dass das Wasser trübe ist, so dass kaum noch Menschen im See schwimmen können.

Oliver Scharfenberg, Vorsitzender des Vereins zur Rettung des Rangsdorfer Sees im Strandbad Quelle: Jonas Nayda

„Wir wollen einfach nicht länger auf den Bürgermeister und die Politik warten“, sagt Vereinsvorsitzender Oliver Scharfenberg. Er kritisiert, dass die Gemeinde lieber weitere Forschungsprojekte startet, aber keine einfachen Sofortmaßnahmen in Angriff nimmt. Die Online-Petition „Wir fordern eine Sanierung des Rangsdorfer Sees“, die vom Verein erstellt wurde, hat inzwischen mehr als 700 Unterschriften.

Gemeinde will Studie machen lassen

Schon oft hat die Gemeinde Rangsdorf Maßnahmen in Auftrag gegeben, die den See sanieren sollten oder zumindest zeigen sollten, wo die Probleme liegen. Doch wie Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) sagt, habe man dabei „viel Geld im See versenkt“, denn nachhaltig verbessert hat sich die Wasserqualität bisher nie.

Zuletzt wollte die Gemeinde für 99.000 Euro eine Studie in Auftrag geben, mit der eine Firma untersuchen sollte, woher möglicherweise Schadstoffe in den See eingeleitet werden. Diese Studie soll nun deutlich umfangreicher und teurer werden, wie Bürgermeister Rocher in einer Pressemitteilung erklärte.

Allerdings muss zunächst noch die Gemeindevertretung darüber abstimmen, denn ab einem Wert von 100.000 Euro kann der Bürgermeister nicht mehr alleine entscheiden, welche Firma den Zuschlag bekommt. Die Gemeinde hofft auf Hilfe vom Land Brandenburg. Über mögliche Zuschüsse wird in den nächsten Monaten entschieden.

Verein bittet um Spenden

Laut Scharfenberg sei es eine gute Entscheidung, mehr Geld in die Hand zu nehmen, als nur 99.000 Euro. Er hofft, dass sein Aufruf an die Brunnenbesitzer erfolgreich verläuft. Denn damit würden wichtige Erkenntnisse zum See „quasi für lau“ gewonnen werden, wie er sagt. An jeden Brunnenbesitzer geht neben dem Aufruf, Wasserproben einzusenden auch die Bitte um eine Spende in Höhe von 50 Euro, die für die Laborkosten gebraucht werden.

Wenn mit Hilfe der privaten Grundwassertests aus den Brunnen deutlich wird, woher genau Schadstoffe in den Rangsdorfer See einfließen, könnte die Gemeinde schnell handeln, sagt Scharfenberg. Ein ähnliches Vorgehen habe beispielsweise kürzlich dem Vielitzsee in Ostprignitz-Ruppin geholfen.

Runder Tisch im Juni

Tatsächlich hat Bürgermeister Rocher angekündigt, noch im Juni einen runden Tisch einzuberufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Demnächst soll auch ein Seekoordinator benannt werden, der unter den verschiedenen Beteiligten vermitteln soll. Einen namentlichen Vorschlag wollte Rocher aber noch nicht machen. Das sei Aufgabe der Gemeindevertretung.

Historische Bilder zeigen den Rangsdorfer See als beliebten Badeort Quelle: Sammlung Rothen

In den 1930er-Jahren galt der Rangsdorfer See als einer der beliebtesten Badeseen für Berliner. Auf alten Postkarten sind unzählige Badegäste zu sehen, die am Strandbad ins Wasser gehen. Damals stand auch eine riesige Wasserrutsche am Ufer.

Experte: Prozess lässt sich nicht stoppen

Den damaligen Zustand des Sees wieder herzustellen, dürfte trotz aufwendiger Maßnahmen so gut wie unmöglich sein. „Der Verlandungsprozess des Sees ist ein natürlicher Vorgang, der sich kaum aufhalten lässt“, sagt Michael Weller. Der promovierte Wasserchemiker lebt in Rangsdorf und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit dem See. Man könne man den Prozess nicht stoppen, sondern höchstens verlangsamen.

Dafür müsse man konsequent handeln, sagt Weller. Er schlägt vor, einen Großteil der Fische aus dem See zu angeln, denn die Exkremente der Tiere sind mit verantwortlich für die schlechte Wasserqualität.

Nachdem der See im Winter 2010 lange Zeit zugefroren war, waren rund 300 Tonnen tote Fische am Ufer angeschwemmt worden. Danach war das Wasser für kurze Zeit sehr klar. Doch schon wenige Jahre später haben sich die Fische wieder rasant vermehrt.

Von Jonas Nayda

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