Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Rettung für 28 verwahrloste Degus
Lokales Teltow-Fläming Rettung für 28 verwahrloste Degus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 26.05.2018
Tierischer Hilferuf. Dieser junge Degu klammerte sich bei der Rettungsaktion an die Gitterstäbe und schrie aus Leibeskräften. Quelle: fotos: Ursula Bauer/Aktion Tier (2)
Zossen

Jämmerlich schreiend klettert ein Jungtier die Gitterstäbe hoch. Dicht gedrängt kauern die anderen Degus auf dem Boden des viel zu kleinen und völlig kahlen Drahtkäfigs. Wassernäpfe und ein Stück Holz sind das einzige Inventar. Einstreu, Unterschlüpfe, Futter – all das fehlt. Ursula Bauer von der „Aktion Tier“ befreite die 28 verwahrlosten Nager aus ihrem Elend und brachte sie ins Tierheim Zossen.

„Hier fühlen sie sich wohl“, sagt die Biologin. Erstmals in ihrem Leben werden die 13 weiblichen und 15 männlichen Degus artgerecht betreut. Vorbei ist die Leidenszeit in ihrer früheren Behausung. Der Käfig ohne Zwischenböden stand im Zimmer einer Berliner Plattenbau-Wohnung. Halter war ein junger, arbeitsloser Mann Anfang 20. „Die Mutter wandte sich an uns, weil es im Zimmer ihres Sohnes stank“.

Halter mit deutlichen Worten zur Herausgabe der Tiere bewegt

Auch Ursula Bauer stockte in der Wohnung fast der Atem. „Der junge Mann hat nicht gemerkt, dass die vielen Tiere in ihrem kleinen Gefängnis direkt neben seinem Bett leiden“. Das sei typisch für Animal Hoarder (Tiermessies). Mit deutlichen Worten konnte sie den Halter dazu bewegen, die Degus heraus zu geben. „Es ist verboten, Tiere so zu halten. Das habe ich ihm klar gemacht.“ Anschließend stellte sie den Tiermessie vor die Wahl: Anzeige oder freiwillige Herausgabe. Bei einer Anzeige hätten Mitarbeiter des Veterinäramtes die Degus beschlagnahmt, wären auf den Halter die Kosten für die Unterbringung zugekommen. „Der junge Mann hat sich für die zweite Möglichkeit entschieden und wir konnten die Degus mitnehmen.“ Mittlerweile habe der Halter schriftlich zugesichert, keine Tiere mehr anzuschaffen.

Im Tierheim wurden die Nager nach Geschlechtern getrennt, um die unkontrollierte Vermehrung zu stoppen. „Die 28 Degus sind aus zwei entstanden. Das war die blanke Inzucht.“ Ständig warfen die Weibchen. Immer wieder erkrankten und starben ein paar Tiere.

Narben und geschlitzte Ohren als Folge von Bissverletzungen

Einige Degus wiesen Narben und geschlitzte Ohren als Folge von Bissverletzungen auf. „Es war einfach zu eng in dem Käfig. Die sind sich wirklich auf die Füße getreten.“ Da komme es schon mal vor, dass einige Tiere andere beißen, um sich ein wenig Platz zu verschaffen.

Alle Nager wurden von einer Tierärztin gegen Parasiten, einige wegen Zahnfehlstellungen behandelt. „Der Ernährungszustand ist ganz gut. Aber mehrere Degus haben weiße anstelle der arttypisch gelben Zähne.“ Das sei ein charakteristisches Symptom einer Mangelerscheinung infolge falscher Fütterung, so Bauer. Die artgerechte Ernährung besteht in erster Linie aus Gräsern, Kräutern, Bio-Gemüse, ergänzt durch hochwertiges Heu.

Ursula Bauer: „Die kuscheln den ganzen Tag miteinander“

Aktuell befinden sich die Degus in der Quarantänestation. „Obwohl es nur eine vorübergehende Unterbringung ist, muss es für die Tiere nach der Tortur im Drahtkäfig das reinste Paradies sein“, sagt Ursula Bauer. Abwechslungsreich gestaltet sind die beiden Gehege für die Männchen- und Weibchengruppe. „Da pfeift und quiekt es, wenn sie miteinander reden“. Genüsslich baden Degus im Sand, bevor sie ausgiebig duftendes Heu und allerlei Grünzeug fressen. Danach ruhen sie in einem der vielen gemütlichen Schlafhäuschen. „Die kuscheln den ganzen Tag miteinander“, so Bauer: „Das ist total niedlich.“

www.aktiontier-zossen.org

Von Frank Pechhold

Horst Steinicke hält Kerosin-Rückstände in Ludwigsfelde für einen Skandal in punkto Umwelt. Doch niemand will sich damit befassen.

25.05.2018

Rangsdorfer und Dahlewitzer sollten Leitungswasser vorübergehend vorsichtshalber abkochen. Der Grund für den Warnhinweis des Wasserverbandes KMS sind coliforme Keime in einer Trinkwasserprobe.

22.05.2018

Auf einer Grasfläche an der L70 in Kummersdorf-Gut hat es am Sonntagvormittag gebrannt. Die Feuerwehr löschte die Flammen.

22.05.2018