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Teltow-Fläming Rittergut-Ruine in Kleinbeeren soll saniert werden
Lokales Teltow-Fläming Rittergut-Ruine in Kleinbeeren soll saniert werden
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02:49 30.01.2015
So sieht die Ruine des denkmalgeschützten Renaissancebaus auf dem Gutshof an der Dorfstraße von Kleinbeeren heute aus. FOTOS: ABROMEIT (2)
Kleinbeeren

Seit Jahrzehnten verfiel der Gutshof von Kleinbeeren – doch seit kurzem passiert dort etwas. Die Berliner Stadtgüter haben das Gelände mit der denkmalgeschützen Ruine verkauft. Sie sind froh, eine lästige Liegenschaft losgeworden zu sein. Gekauft hat es eine Eigentümergemeinschaft, die nun hofft, mit viel Geld und Enthusiasmus lukrative Wohnungen in Hauptstadtnähe zu schaffen. Bei der Unteren Bauaufsicht in Luckenwalde ist man fast aus dem Häuschen, wie ihr Leiter Norbert Jurtzik sagt: „Das ist mal eine ganz tolle Sache. Vielleicht gelingt es, einen der ganz wenigen Renaissance-Bauten in Brandenburg aus dem 16. Jahrhundert doch noch zu erhalten.“

Mieter haben Angst um ihre Wohnungen

Angst haben nun allerdings vier Mieter: Knut Mehlhase und seine beiden Nachbarn wohnen dort, wo niemand mehr Wohnungen vermutet: Im ofengeheizten Bedienstetenhaus des Gutshofs. Mehlhases Nachbarin Bärbel Syre sagt: „Mündlich wurde uns zugesichert, dass wir bleiben können.“ Alle drei Mietparteien bekamen Briefe, wonach in wenigen Tagen Schuppen und Anbauten zu räumen seien. Für Knut Mehlhase ein Problem: „Wie soll das gehen mit Fahrrad und Rasenmäher? Wir haben keine Keller.“ Der 61-jährige Elektroinstallateur und seine Frau haben in ihrem Heim zum ersten Mal alles fertig: Gasheizung, Laminat, Küche– ein von außen nicht zu erkennendes Puppenstübchen. Evelyn Mehlhase hängt an ihrem Zuhause. Jeder Anbau, jede Schraube ist aus eigener Tasche bezahlt. „Unser Berliner Vermieter steckt hier keinen Cent mehr rein. Wir wohnen für drei Euro je Quadratmeter, dafür kümmern wir uns um alles im Haus und vor der Tür selbst“, erzählt ihr Mann. Ob das Paar bleibt oder auszieht, „ist Verhandlungssache“, sagt Knut Mehlhase. Er will nur ordentlich behandelt werden.

Zur Geschichte des Ritterguts

1344 wird der Ort Klyn Berne erstmals erwähnt, er gehört lange der Familie von Beeren beziehungsweise von Baer.

1608 wird ein Rittersitz erwähnt, Christoph von Beeren vergrößert ihn um einen Bauernhof. Die heutige Ruine enstand als Hauptbau des Gutes Ende des 16. Jahrhunderts.

1930 entsteht ein Vorbau zur Straße hin, er wird als Bäckerei genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs nimmt das Arbeiterheim Schaden. Als das Dach und andere Teile etwa 1950 entfernt werden, setzt der Verfall ein.

Architekt sichert Mietern Wohnrecht zu

Zurzeit wohnen in der Ruine vor ihrer Haustür Kauz und Turmfalke, im Sommer Störche auf dem Schornstein und im Kellergewölbe Fledermäuse. Ob und wann neue Nachbarn kommen, weiß im Moment niemand. Nur dass die Eigentümergemeinschaft einen prominenten Planer hat, ist bekannt. Es handelt sich um den Architekten Hubertus Eilers. Er war Projektarchitekt für den Bundestagsneubau in Bonn, gründete 1995 ein eigenes Büro mit Sitz in Gröben, war Landesvorsitzender des Bunds Deutscher Architekten (BDA) in Brandenburg und ist seit 2013 Mitglied im BDA-Präsidium.

„Auch wenn das Wohnhaus dringend saniert werden muss, die Mieter können bleiben. Erst mal muss das Projekt überhaupt glücken“, sagte er am Donnerstag. Zu gegebener Zeit werde das Projekt auf dem 5000 Quadratmeter großen Ruinengrundstück dem Gemeinderat Großbeeren vorgestellt. Eilers erwartet ein Tauziehen mit Behörden. Von der Unteren Bauaufsicht ist ihm Unterstützung sicher, das erklärte deren Leiter Jurtzik. Die Stadtgüter hätten das Ensemble verfallen lassen und vor wenigen Jahren sogar einen Abrissantrag gestellt. „Den haben wir natürlich abgelehnt.“ Alle Möglichkeiten, aber auch alle Bedenken kämen zur Sprache, so Jutzik, wenn der Bauantrag gestellt ist.

Von Jutta Abromeit

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