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Teltow-Fläming Nisthilfen zur Sicherung der Artenvielfalt
Lokales Teltow-Fläming Nisthilfen zur Sicherung der Artenvielfalt
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18:43 15.04.2019
Wenn die Jungtiere geschlüpft sind, versorgen die Schwalben-Eltern die Kleinen mit Nahrung. Quelle: foto: gerhard baack
Rohrbeck

Der Naturschützer Helmut Brücher hat in seinem Garten in Rohrbeck ein Paradies für Vögel und Insekten geschaffen. Aktuell wartet er auf die Ankunft der Schwalben. „Vor etwa zwei Wochen sind die ersten in Brandenburg angekommen“, berichtet Brücher. Er genießt das bunte Treiben auf seinem Hof, das dort jetzt wieder Einzug hält. „Es ist einfach schön, sich an den Tieren zu erfreuen und zu beobachten, wie sie bauen und balzen“, so der Rentner.

Während des Kälteeinbruches in der vergangenen Woche hatte der Rohrbecker jedoch beobachtet, dass sich die Singvögel an die Gewässer zurückzogen. Der Grund: Für sie bestand dort noch die größte Chance, Nahrung zu finden. Laut Helmut Brücher könne man diesem Problem aber schon mit einer Vielfalt an Blühpflanzen entgegenwirken. Zudem empfiehlt er, Rasenflächen nicht zu akribisch und zu oft zu mähen.

Sicherer Rückzugsort für brütende Vögel

Um die Rauch- und die Mehlschwalben bei ihrer Vermehrung zu unterstützen, hat Helmut Brücher auf seinem Hof in Rohrbeck unzählige Nisthilfen angebracht. Die künstlichen Brutkästen können immer wieder verwendet werden und sind für die Tiere ein sicherer Ort. Denn für den Bau natürlicher Nester finden die Vögel kaum noch genügend Material. Um Dreck zu vermeiden, können zusätzlich Kotbrettchen an die Nisthilfen angebracht werden.

Helmut Brücher hat auf seinem Hof in Rohrbeck unzählige Nisthilfen für Schwalben und andere Vogelarten angebracht. Quelle: Isabelle Richter

Für seinen Einsatz ist Helmut Brücher im Rahmen der Nabu-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ bereits mit einer Plakette ausgezeichnet worden. Auch Jürgen Schmidt hat kürzlich diese Auszeichnung erhalten. In Rohrbeck sind die beiden Männer damit bisher die einzigen. Helmut Brücher findet, dass noch mehr Menschen etwas für die Erhaltung der Artenvielfalt in der eigenen Region tun könnten, zumal dieser Einsatz gar nicht so aufwendig sein muss.

Thema Naturschutz: Discounter weiter als Politik

Der 65-Jährige merkt aber auch, dass sich die Bürger immer mehr mit dem Thema Naturschutz beschäftigen. Das beste Beispiel: Bio-Lebensmittel. „Der Bedarf wird immer größer, sogar Discounter haben sie und sind damit schon wesentlich weiter als die Politik“, so Brücher. Um das Thema auch dort mehr in den Fokus zu rücken, empfiehlt der Rohrbecker naturliebenden Bürgern, die Volksinitiative „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“ von Nabu und Bund mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Ein ähnliches Volksbegehren in Bayern konnte auf diese Weise bereits einen riesigen Erfolg erzielen. Hier setzten 20 Prozent der Bevölkerung mit ihrer Unterschrift ein Zeichen für den Artenschutz.

Bei der Unterstützung solcher Initiativen sollten die Bürger allerdings genau hinschauen, mit wem sie es hier zu tun haben. Davon, dem Volksbegehren „Forum Natur Brandenburg“ seine Unterschrift zu geben, rät Helmut Brücher beispielsweise ab. Denn hinter der konkurrierenden Volksinitiative steckt der Landesbauernverband, dessen Ziel es aus Sicht der Naturschützer ausschließlich ist, dem Modell von Nabu und Bund die Stimmen abzujagen.

Von Isabelle Richter

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