Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming SPD-Vorschlag auf Eis gelegt
Lokales Teltow-Fläming SPD-Vorschlag auf Eis gelegt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 06.02.2014
Anzeige
Ludwigsfelde

Um finanziellen Missbrauch einer städtischen Finanzspritze oder den Missbrauch eines Sozialthemas im Wahlkampf auszuschließen, liegt in Ludwigsfelde ein SPD-Vorschlag derzeit auf Eis. Die Genossen wollen Kinder- und Jugendarbeit in gemeinnützigen Vereinen gezielt fördern, um überregional das Stadtimage als kinderfreundliche Kommune aufzupolieren. Deshalb stellten sie zur Diskussion, jedem Verein für ein registriertes Kind oder einen registrierten Jugendlichen 50 Euro im Jahr zukommen zu lassen.

Diese Idee wird auch in anderen Fraktionen für gut befunden, doch der Tenor: Bitte keinen Schnellschuss. Die Diskussion in Sozial- und Hauptausschuss drehte sich um die Modalitäten dieses Vorschlags. Martina Borgwardt (CDU/FDP) sprach ihre Bedenken direkt aus: „Ein Verein wird also nicht weiter geprüft? Dann sehe ich ganz deutlich, dass hier Karteileichen gefördert werden. Ich bin mir sicher, dass da Kinder dabei sind, die noch nie einen Verein aufgesucht haben.“ Und sie warf in die Debatte, dass über Sportförderung geredet werde, „doch das steht hier nicht. Wir reden also auch über Vereine wie den Jugendclub Ahrensdorf – dann geht’s hier aber richtig ab. Das können wir uns finanziell wohl nicht leisten.“ Angelika Wodke (Linke/Filu) wollte wissen, über wie viel Geld überhaupt geredet werde, „nach unserer Information geht es um 80.000 Euro im Jahr. Und wie ist das, wenn ein Kind in drei Vereinen ist?“ Der BI-Fraktionsvorsitzende Michael Neumann begrüßte die Idee zwar vorbehaltlos, „denn es ist enorm, was die Vereine mit ihrer Nachwuchsarbeit in der Stadt leisten. Aber macht es einen Sinn, sich so festzulegen? Wäre es nicht besser, die Vereinsarbeit projektbezogen zu fördern?“ Und Neumann mahnte: „Heute geht’s der Stadt noch wirtschaftlich gut, aber was, wenn das mal anders ist?“

Außerdem warnte er davor, kirchliche Vereine von dieser Regelung auszuschließen : „Dann haben sie die aber auf alle Fälle auf der Matte.“ Der Sozialausschuss votierte dafür, das im Ansatz gute Thema in den Fraktionen zu debattieren. Der Hauptausschuss will es aus dem Wahlkampf raushalten und schlägt vor, dass die Verwaltung bis 30.Juni einen überarbeiteten Vorschlag präsentiert, der pure Mitnahmeeffekte ausschließt.

Was würde dieser Vorschlag tatsächlich kosten? Bürgermeister Frank Gerhard (SPD) sagt: „Rund 100.000 Euro. Das prüfen wir jetzt im Detail.“ Bei einem 42-Millionen-Haushalt müsse es für diesen Zweck möglich sein, „solch eine Summe umzuschichten. Das heißt, sie an anderer Stelle zu sparen.“

Peter Rieger, berufener Bürger im Sozialausschuss und lange Vorsitzender des Schwimmvereins Delphin, sagte: „Das wär’ ’ne tolle Regelung – wir haben 200 Kinder.“

Von Jutta Abromeit

Teltow-Fläming Anwohner der Nikolaikirchstraße in Jüterbog unzufrieden mit der vollen Straße - Parkplatz vor der Haustür ist Glückssache
06.02.2014
Teltow-Fläming Toni Sterling hat sich auf Waschbären-Jagd spezialisiert - Süß, aber fies
05.02.2014
05.02.2014