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Teltow-Fläming Dorfgemeinschaftshaus wurde abgelehnt
Lokales Teltow-Fläming Dorfgemeinschaftshaus wurde abgelehnt
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16:48 25.09.2018
Das Dorfgemeinschaftshaus in Kemnitz (Nuthe-Ustromtal).
Das Dorfgemeinschaftshaus in Kemnitz (Nuthe-Ustromtal). Quelle: Margrit Hahn
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Kemnitz

 Die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Kemnitz sorgte auch in der jüngsten Gemeindevertretersitzung für heftige Diskussionen. Am Ende gab es ein Nein für das Vorhaben.

Keine Konkurrenz

Ulf Neugebauer (SPD) hatte gefordert, das Vorhaben wieder in den Nachtragshaushalt aufzunehmen. „Dieses Projekt steht nicht in Konkurrenz zum Kindergarten Hennickendorf. Deshalb stelle ich den Antrag, das Dorfgemeinschaftshaus im Entwurf zu belassen“, so Neugebauer.

Gegen den Antrag ausgesprochen

Das sieht Gero Jänicke (Freie Liste) jedoch vollkommen anders. „Mit welcher Begründung soll der Vorschlag wieder reingenommen werden?“, fragte er und wurde von Gerd Heine (Die Linke) bestärkt. „Wir haben uns im Bauausschuss gegen den Antrag ausgesprochen und auch im Hauptausschuss entschieden, dass Dorfgemeinschaftshaus nicht in den Nachtragshaushalt reinzunehmen. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden“, fügte Heine hinzu.

Baumaßnahme nur bei Förderzusage

Christina Schneider (Freie Liste parteilos) erkundigte sich vorsichtshalber, ob man immer noch über 425.000 Euro sprechen würde, die eine Sanierung kosten würde. „Das ist eine gewaltig höhere Summe, als zunächst beschlossen wurde. Ich möchte wissen, warum es so viel teurer wird?“, fragte Schneider. Bürgermeister Stefan Scheddin (parteilos) erklärte, dass er die Baumaßnahme nur durchziehen will, wenn Fördermittel fließen.

Räume können genutzt werden

Aber auch dann ist Gero Jänicke dagegen. Er hat sich das Dorfgemeinschaftshaus angesehen und kommt zu dem Entschluss, dass es nicht einsturzgefährdet ist. Es gäbe schadhafte Stellen, aber diese sind seit Jahren vorhanden – schon zu Zeiten, als Winand Jansen (SPD) noch Bürgermeister der Gemeinde war. Wie Jänicke betont, wurde bereits vor Jahren ein Antrag gestellt, das Dorfgemeinschaftshaus zu sanieren. Das wurde abgelehnt. Jetzt wohne Winand Jansen in Kemnitz und würde sich für dieses Gemeinschaftshaus einsetzen. „Heizung und Fenster wurden gemacht. Die Räume sind benutzbar. Wir haben in Ruhlsdorf fast alles selbst gemacht“, sagt Jänicke. Er sieht nicht ein, dass 500.000 Euro Steuermittel verbrannt werden. Seiner Ansicht nach gibt es wichtigere Aufgaben.

Nicht überall Dorfgemeinschaftshäuser

„Es befremdet mich, dass hier persönliche Befindlichkeiten durchgesetzt werden sollen. Hier ist ein bisschen Ignoranz zu erkennen. Es gibt ein funktionierendes Haus. Es gibt andere Orte, die haben gar nichts“, sagt Heine. Wenn der Verein ein Dorfgemeinschaftshaus haben will, dann soll er es machen. Es könne aber nicht für jeden Ortsteil ein Dorfgemeinschaftshaus genehmigt werden.

Man-Power fehlt

Detlef Kauert (Freie Liste parteilos) stellte fest, dass ihm bei diesem Konzept Man-Power fehle. Zudem würde es in Kemnitz nicht mal eine Feuerwehr geben, die dort mit einziehen würde.

Auf dem Prüfstand

Jänicke forderte eine namentliche Abstimmung. Mit sechs Ja-, sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde der Antrag abgelehnt. Damit muss der gesamte Nachtragshaushalt der Gemeinde Nuthe-Urstromtal auf den Prüfstand.

Von Margrit Hahn