Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Scholl muss nicht in Schwerverbrecher-Knast
Lokales Teltow-Fläming Scholl muss nicht in Schwerverbrecher-Knast
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:23 12.02.2014
Ludwigsfelde

Heinrich Scholl, der wegen Mordes an seiner Frau zu lebenslanger Haft verurteilte ehemalige Bürgermeister von Ludwigsfelde, wird höchstwahrscheinlich in der Haftanstalt Brandenburg/Havel bleiben. Das ergab ein MAZ-Gespräch mit Hermann Wachter, Gefängnisleiter der Brandenburger Justizvollzugsanstalt.

Nach der vor wenigen Tagen publik gewordenen Entscheidung des Bundesgerichtshofes, Scholls Revision gegen das Potsdamer Landgerichtsurteil „schuldig“ nicht zuzulassen, war spekuliert worden, dass der Ende Januar 2012 Festgenommene zum Ende der fast zweijährigen Untersuchungshaft ins Gefängnis nach Cottbus verlegt wird. Dort sitzen vorrangig Schwerverbrecher hinter Gittern, die Haftbedingungen wären für Scholl deutlich unangenehmer.

Dass der inzwischen 71-jährige Scholl verlegt wird, hält Gefängnischef Wachter für sehr unwahrscheinlich. Er sagte: „Es gibt inzwischen einen Erlass, dass Menschen, die zu Gefängnisstrafen von mehr als drei Jahren verurteilt wurden, der diagnostischen Abteilung vorzuführen sind.“ Das trifft auch für Scholl zu, er war vom Landgericht Potsdam zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das bedeutet in Deutschland einen Freiheitsentzug auf unbestimmte Zeit, mindestens jedoch 15 Jahre. Der Rest kann zur Bewährung ausgesetzt werden.

Die Diagnostik für Inhaftierte befindet sich in Brandenburg/Havel. Wachter sagt zu Scholl: „Von ihm geht ja keine akute Gefahr aus. Ohne irgendeiner Entscheidung vorgreifen zu wollen – auch wegen seines Alters spricht alles dafür, dass er hier bleibt. Denn hier haben wir zunehmend ältere Gefangene, die ja öfter als junge Menschen einen Arzt brauchen.“ In der Gefängnisklinik gebe es insgesamt vier Ärzte.

Die Reaktionen auf die BGH-Entscheidung, die Revision nicht zuzulassen, waren unterschiedlich. Scholls Adoptivsohn, der in Nordrhein-Westfalen lebt, sagt nichts dazu, ist jedoch froh, dass „eine Entscheidung endlich gefallen ist“. Ansonsten ist der allgemeine Tenor in Ludwigsfelde: „Ich habe nichts anderes erwartet!“ Jugend- und Parteifreunde fügen hinzu: „Auch wenn ich das immer noch nicht glauben kann. Doch Polizisten, Richter, Staatsanwälte, viele Leute, die sich damit beschäftigt haben, die können sich ja nicht alle irren.“ Ein Bekannter von Scholl sagt: „Wer hätt es denn sonst gewesen sein sollen? Von niemandem anderem wurden Spuren gefunden.“

Von Jutta Abromeit

Mehr zum Thema
Teltow-Fläming Staatsanwalt fordert lebenslange Haft für Ludwigsfeldes Ex-Bürgermeister Heinrich Scholl - Mord-Prozess

Der ehemalige Bürgermeister von Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) Heinrich Scholl (70) soll lebenslänglich in Haft. Staatsanwalt Gerd Heininger beantragte heute vor dem Potsdamer Landgericht, ihn wegen Mordes zu verurteilen.

02.05.2013
Brandenburg DNA-Spuren des Ex-Bürgermeisters von Ludwigsfelde Heinrich Scholl am Tatort - Anhaftungen an einem Schnürsenkel

Neue Spuren in mysteriösem Mordfall Scholl: Am Fundort der Leiche von Brigitte Scholl sind laut Gutachten DNA-Spuren von ihrem unter Mordverdacht stehenden Mann gefunden worden.

12.02.2013
Brandenburg Keine Tat-Zeugen, nur DNA-Spuren - Mordprozess Heinrich Scholl

Der frühere Bürgermeister der Stadt Ludwigsfelde (Teltow-Fläming), Heinrich Scholl, ist wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Potsdam sprach ihn am Dienstag schuldig, seine drei Jahre jüngere Ehefrau im Dezember 2011 bei einem gemeinsamen Waldspaziergang heimtückisch erdrosselt zu haben.

07.05.2013
Teltow-Fläming Jüdische Bildhauerin war Zwangsarbeiterin im Flugmotorenwerk Genshagen - Straße in Berlin erinnert an Edith Kiss

Am Donnerstag wird eine Straße in Berlin nach der jüdischen Bildhauerin Edith Kiss benannt. Sie war im Daimler-Benz-Werk in Genshagen Zwangsarbeiterin. Auch eine Austellung erinnert an die Künstlerin

12.02.2014
Teltow-Fläming Einsparungen von 800.000 Euro ermöglichen ausgeglichenen Haushalt - Verwaltung in Jüterbog setzt Rotstift an

Rund 800.000 Euro hat die Jüterboger Stadtverwaltung, zumindest auf dem Papier, in knapp vier Wochen zusammengespart. Ein ausgeglichener Haushalt für 2014 scheint damit doch schneller möglich, als gedacht. Noch Anfang Januar fehlte die Summe in der Haushaltskasse für dieses Jahr.

12.02.2014
Teltow-Fläming Urkundenübergabe am Dienstag - Neue Schulleiterin ernannt

Die Gebrüder-Grimm-Grundschule aus Ludwigsfelde hat seit Dienstag ganz offiziell eine neue Schulleiterin. Kerstin Piechotka wird Nachfolgerin von Rita Bernhöft. Sie war erst kürzlich ausgeschieden.

12.02.2014