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Teltow-Fläming Schritt für Schritt zum fertigen Feuerwehrauto
Lokales Teltow-Fläming Schritt für Schritt zum fertigen Feuerwehrauto
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15:39 09.02.2020
Ein weißes Feuerwehrauto? - Anders als die rot lackierten Fahrzeuge wird das noch beklebt - in einem leuchteten Orange. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Luckenwalde

Jubel in der Fahrzeughalle: Mit Blaulicht und Martinshorn fährt ein nigelnagelneues Feuerwehrauto über den Hof. Es kommt frisch aus dem Rosenbauer-Werk in Luckenwalde. Bestückt mit neuer Technik ist es fertig und einsatzbereit. Die Mechaniker sind stolz über die gelungene Arbeit. Die Feuerwehrleute aus einer deutschen Stadt freuen sich über ein neues Fahrzeug in ihrem Fuhrpark.

250 neue Feuerwehrfahrzeuge im vergangenen Jahr

Nahezu jeden Tag findet bei Rosenbauer in Luckenwalde eine Fahrzeugübergabe statt. Letztes Jahr haben fast 250 neue Feuerwehrautos – für Feuerwehren in ganz Deutschland – das Werk verlassen. Im Baukastensystem werden die gigantischen Fahrzeuge in handwerklicher Kleinarbeit zusammengesetzt. Schraube für Schraube werkeln die Techniker an verschiedenen Stationen in großen Hallen.

Eine hochmoderne Kabine mit insgesamt fünf Sitzplätzen, ein ausgeklügeltes Lichtsystem und viel Stauraum. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Jedes Feuerwehrauto ist individuell. Einen einheitlichen Bauplan gibt es nicht. „Es gibt zwar Normen, die wir einhalten müssen, dennoch versuchen wir alle Anforderungen und Wünsche unserer Kunden zu ermöglichen“, sagt Fertigungsleiter Tino Schmelzer. In Luckenwalde entsteht die sogenannte AT (Advanced Technology) – Baureihe, also Tanklösch-, Löschgruppen- und Rüstfahrzeuge aller Art. „Komponenten, wie Pumpenanlage, Schaumzumisch-System, Lichtmast werden aus dem Konzernverbund geliefert, andere Teile kaufen wir zu. Den Rest erledigen wir bei Rosenbauer“, so Schmelzer.

Erste Stationen wie ein großes Puzzle

Die ersten Stationen im Werk sind wie ein großes Puzzle. Ziel des Unternehmens ist es, täglich eine Station weiter voran zu kommen. Jede einzelne hat laut Tino Schmelzer ihre eigene, spezielle Aufgabe. „Das Prinzip ist immer dasselbe.“ Dennoch muss Rosenbauer ganz schön variieren können. Zu Beginn werden die Einzelteile geschraubt und geklebt. Damit wird das Fahrgestell mit dem Aufbau verbunden. „So machen wir das Auto flexibler und können Risse oder sonstige Schäden im unebenen Gelände vorbeugen.“ Dann kommt ein Bauteil an die anderen, bis ein großer Kasten mit mehreren großen Luken entsteht. Es folgt die Elektronik mit Unmengen an Technik.

Fast fertig: Die Geräte sind verlastet, jetzt geht es an die Feinheiten. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Viele Fahrzeuge haben moderne 360-Grad-Kameras verbaut“, erzählt der Fachmann. Auch die Pumpen für das Wasser seien auf einem High-End-Niveau. In weiteren Schritten werden die Aufbauten dann bestückt. Je nach Norm, Bedarf und Kundenwunsch werden unter anderem Schläuche, Lichtmasten und Rettungsgeräte einzeln per Hand verladen. Zu diesem Zeitpunkt sind Fahrer- und Mannschaftskabine schon weitestgehend fertig.

An bis zu 13 Fahrzeugen gleichzeitig wird gearbeitet

An bis zu 13 Autos können die Mechaniker in der Endmontage gleichzeitig werkeln. Hier wird die feuerwehrtechnische Beladung in das Fahrzeug montiert und angepasst. Auch hier greift immer das gleiche Prinzip, trotzdem bleibt jedes Fahrzeug aufgrund der variierenden Kundenwünsche ein Einzelstück. Teilweise wird gebrauchte Ausrüstung von einem auszumusternden Fahrzeug auf das neue angepasst.

Chronik

1878: Gründung durch Hermann Koebe als Feuerwehr-Gerätefabrik

1914: Beginn der Produktion von Automobil-Motorspritzen

1922: Erstes Löschfahrzeug für die Feuerwehr Luckenwalde

1989: Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Löschfahrzeuge und Drehleitern in Luckenwalde produziert

1990: Privatisierung und Gründung der Firma FGL

1996: Übernahme des Standortes durch die Firma Metz

1998: Kauf und Übernahme des Standortes durch Rosenbauer

2000: Neubau einer modernen Produktionshalle für Löschfahrzeuge

2002: Produktionsbeginn der Euro-System-Baureihe

2006: Eröffnung des neuen Kundenzentrums

Auf jeden Auftrag müssen sich die Mitarbeiter neu einstellen. Dabei stehen sie ständig mit dem Kunden im Kontakt. „Es gibt viele Treffen, wo wir das weitere Vorgehen besprechen“, berichtet der Fachmann. Das dauert seine Zeit: „Vom Auftrag bis zur Übergabe vergehen ungefähr zwölf Monate und dann darf nichts dazwischen kommen“, so Tino Schmelzer auf einer Führung durch die Produktionshallen.

Eine hochmoderne Kabine mit insgesamt fünf Sitzplätzen, ein ausgeklügeltes Lichtsystem und viel Stauraum. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Werden viele Mitarbeiter unvorhergesehen krank oder liefern die Zulieferer nicht pünktlich, komme die gesamte Produktion ins Wanken. Das Ziel, jeden Tag eine Station voran zu kommen, ginge nicht mehr auf. Rosenbauer basiert auf Logistik, dem sogenannten Zahnradprinzip. Springt ein Zahnrad aus der Rolle, greifen die anderen nicht mehr ineinander. Das komme zwar ab und zu vor, sei aber die Ausnahme.

Die Zahnräder laufen im Luckenwalder Werk und das besser als je zuvor. Die Auftragszahlen steigen, verrät der Fertigungsleiter. „Gerade jetzt, zu Zeiten von Waldbränden, wird die Nachfrage an Tanklöschfahrzeugen immer größer.“ Die gängigste Art aber ist und bleibt das Hilfeleistungslöschfahrzeug, wo die technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung mit Mittel und Gerät vereint sind.

Das Fahrerhaus ist fertig, was noch fehlt ist der Aufbau mit der ganzen Technik. Quelle: Marcus J. PfeifferMarcus J. Pfeiffer

Die Sicherheit spielt bei allen Einsatzfahrzeugen eine wichtige Rolle. Bevor sie an die Feuerwehren rausgehen, werden sie von Dekra oder TÜV geprüft. „Zwei Tage lang kontrollieren unsere Mitarbeiter zudem die Qualität“, erzählt Tino Schmelzer. Etwaige Mängel und Fehler werden laut dem Fertigungsleiter zeitnah behoben, bevor die Autos in den Einsatz gehen. Schließlich sollen die Kunden – die im Anschluss jeden Knopf des Fahrzeugs kennenlernen und erklärt bekommen – glücklich sein und sich auf ein zuverlässiges Einsatzfahrzeug verlassen können.

Übergabe für die Feuerwehr ist häufig ein Volksfest

Die Übergabe eines neuen Feuerwehrfahrzeugs ist für viele Feuerwehren etwas ganz Besonderes. „Das wird oft sogar mit Volksfesten gefeiert“, so Schmelzer. Der Fertigungsleiter weiß das zu schätzen und freut sich immer sehr, wenn es von den Wehren positive Rückmeldungen von den ersten Einsätzen der bis zu 18 Tonnen schweren Autos gibt. Dann habe sich die harte Arbeit gelohnt, bei der es immer wieder Neues zu sehen gäbe.

Ladung in Rollcontainern

Aktuell wird im Rosenbauer-Werk in Luckenwalde ein Gerätewagen-Logistik aufgebaut. Ein Großteil der Ladung ist auf Rollcontainer verstaut. „So etwas haben wir hier nur ein bis zweimal im Jahr“, so Fachmann Tino Schmelzer. Außerdem gibt es ein neues Bild: Weiße Feuerwehrautos. „Sie werden noch in leucht-orange beklebt“, erzählt Tino Schmelzer. Grund: Die Lackierfarben gibt es nur in den Grundfarben. Bei Extrawünschen gibt es die Alternative.

Tanklösch-, Löschgruppen- und Rüstfahrzeuge von Rosenbauer für den deutschen Markt kommen aus Luckenwalde. Flughafenlöschfahrzeuge und Spezialfahrzeuge entstehen am Hauptstandort des österreichischen Herstellers, in Leonding, die Drehleitern in Karlsruhe. Darüber hinaus gibt es Rosenbauer Produktionsstätten auch in der Schweiz, Slowenien, Italien, Spanien, den USA, Saudi-Arabien, Moskau und Singapur.

Weltweit arbeiten rund 3600 Mitarbeiter bei Rosenbauer, dem größten Hersteller für Feuerwehrfahrzeuge. Seit 1998 gibt es das Unternehmen am Traditionsstandort in Luckenwalde.

Von Marcus J. Pfeiffer

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