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Teltow-Fläming Schulküche in Werbig wirbt um Aufträge
Lokales Teltow-Fläming Schulküche in Werbig wirbt um Aufträge
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01:16 07.11.2014
Bürgermeister David Kaluza (l.) und Frank Natho. Quelle: Martina Burghardt
Werbig

Denn damit das von der Gemeinde Niederer Fläming ins Leben gerufene Geschäftsmodell eine schwarze Null schreibt, müssen täglich 750 Essen gekocht werden. Zurzeit sind es 300. In den Kindergärten Lichterfelde, Hohenseefeld und Niebendorf-Heinsdorf sowie in der Mensa der Grundschule Werbig kommt auf den Tisch, was Frank Natho und seine Kollegen gekocht haben. Etliche Einzelpersonen und Firmen, wie zum Beispiel Sozialstationen, zählen außerdem zu den Kunden. Die Anzahl der Essen reicht noch nicht, aber das soll anders werden.

Verträge mit Anbietern laufen langfristig

In den Nachbarkommunen Jüterbog und Niedergörsdorf hat Frank Natho schon Klinken geputzt. Dort laufen allerdings längerfristige Verträge mit dem Großanbieter Sodexo – in Jüterbog bis Herbst 2015, in Niedergörsdorf noch bis 2017. Dort gibt es außerdem eine eigene Küche in der Kita Langenlipsdorf, zur Niedergörsdorfer Kita liefert das „Wasserpfeifchen“ Jüterbog das Essen.

Zahlen und Fakten

In der Grundschule Blönsdorf bekommen 170 Kinder ihr Essen, in den Kitas sind es 220.

Die Eltern zahlen zwischen 1,79 und 1,85 Euro pro Essen.

In Jüterbog werden täglich bis zu 380 Essen an den drei städtischen Schulen ausgegeben. In den Kitas sind es täglich bis zu 250 Essen.

Der Preis für ein Essen beträgt zwischen 2,10 Euro (Grundschule) und 2,30 bis 2,75 Euro (Oberschule).

Auch wenn die Kundenaquise schleppend anläuft – Bürgermeister David Kaluza (parteilos) ist optimistisch. „Ich sehe das nach wie vor positiv und würde mir wünschen, dass unsere Nachbarn auf uns zukommen, damit wir eine Lösung finden.“ Auch Frank Natho hofft, dass er wenigstens die Chance bekommt, sich am Wettbewerb, also an Ausschreibungen, zu beteiligen. Ihn ärgert die Behauptung, man würde mit der veralteten Ausstattung in der arg sanierungsbedürftigen Küche keine zusätzlichen Essen kochen können. Dem widerspricht Frank Natho. „Bei ernsthaftem Interesse hätten wir überlegt, wie wir es hinbekommen“, sagte er.

Lieferkreis beträgt 30 Kilometer

Dabei denkt er schon an den nächsten Sommer. Denn die Zeichen stehen gut, dass noch in diesem Jahr Fördermittel ausgereicht werden – an die GmbH für eine neue Ausstattung (145.000 Euro) und an die Gemeinde für bauliche Veränderungen (190.000 Euro). Bis Ende Mai 2015 müsste das Geld verbraucht sein, so dass im nächsten Schuljahr die Bedingungen in der Küche deutlich besser werden.

Liefern könnte die Schulküche Werbig in einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern, das hängt mit der Frische und dem Warmhalten der Speisen zusammen. „Mein Ziel ist es“, sagt Frank Natho, „täglich frisch zu kochen und den Preis konkurrenzfähig zu halten.“ Schon jetzt werden, soweit möglich, Produkte aus der Region verwendet und darüber hinaus Arbeitsplätze vor Ort erhalten. Angestellt sind zurzeit eine weitere Köchin und stundenweise zwei Küchenhilfe sowie drei Fahrer für die Auslieferung.

Mensa ist ein Treffpunkt geworden

Dass Eltern und Schul- sowie Kitaträger Wert auf die Qualität des Essens legen, bestätigt man auch in Jüterbog und Niedergörsdorf. Damit sie alle beurteilen können, ob das Essen in Werbig so gut ist wie behauptet, laden Bürgermeister und Küchenchef zum Probeessen ein. Die Speisepläne sind im Internet veröffentlicht.

Dass die Mensa auf dem Schulgelände zu einer Art Treffpunkt geworden ist, liegt in der Natur der Sache. Und das ist auch eine der Grundideen für den Campus der Generationen, der dort entsteht. Ein Bistro soll in der Zukunft das Angebot erweitern.

Dass Eltern sowie die Schul- und Kitaträger, also zum Beispiel die Kommunen, Wert auf die Qualität des Essens legen, bestätigt man auch in Jüterbog und Niedergörsdorf. Es gibt Befragungen und einen direkten Draht zwischen Kommune und Anbieter. Die Firma Sodexo gibt selbst Fragebögen heraus, es finden jährliche Gespräche statt. Etwaige Mängel sollen auf diese Weise schnell abgestellt werden.

Anbieterwechsel kann höhere Kosten nach sich ziehen

In Niedergörsdorf halten die Kita-Leiterinnen und die Schulleitung telefonisch und schriftlich Kontakt zur Großküche und geben somit ihre Kommentare zur Qualität weiter. Darüber hinaus wird in den Beratungen der Kitaleiterinnen und der Schulkonferenz das Thema gesunde Ernährung regelmäßig behandelt. Die Köchin der Langenlipsdorfer Kita-Küche nimmt regelmäßig an Schulungen teil.

Bio-Essen war erst vor kurzem ein Thema in Jüterbog. Vor ungefähr zwei Jahren gab es vermehrt Anfragen von Eltern. Als jedoch die Biospeisepläne in den Einrichtungen auslagen, war das Interesse schnell verebbt, so die Erfahrungen aus dem Rathaus.

Das könnte eine Frage des Preises sein, denn da wird es schwierig, jedem gerecht zu werden. Beispiel aus Niedergörsdorf: Bei einem Anbieterwechsel in Altes Lager hätten die Eltern mehr zahlen müssen, deshalb kam ein Vertrag nicht zustande. In Niedergörsdorf waren die Eltern hingegen trotz der Preissteigerung von 20 Cent mit dem Wechsel einverstanden. Auch in Langenlipsdorf musste der Essenpreis erhöht werden – und es gab keine Probleme.

16.000 Euro jährlich für Lebensmittel

Die Gemeinde Niedergörsdorf leistet sich Zuschüsse in Höhe von 0,16 Cent für das Kita-Mittagessen und 0,61 Cent für das Schulessen. In der Kita Langenlipsdorf fallen außerdem neben den Betriebs- und Personalkosten jährlich rund 16.000 Euro für den Kauf von Lebensmitteln (regionale Produkte) an.

Ein Wechsel des Anbieters ist aus Sicht der Gemeinde Niedergörsdorf und der Stadt Jüterbog nicht einfach möglich. Erst wenn der jeweilige Vertrag ausgelaufen ist, gibt es eine neue Ausschreibung.

Von Martina Burghardt

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