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Teltow-Fläming Schweinemast in Klausdorf geplant
Lokales Teltow-Fläming Schweinemast in Klausdorf geplant
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17:07 09.09.2013
Schweinemast in Klausdorf? Die Geister scheiden sich an dem Vorhaben.
Schweinemast in Klausdorf? Die Geister scheiden sich an dem Vorhaben. Quelle: Peter Geisler
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Klausdorf

Wie Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) der MAZ sagte, enthält das Schreiben vor allem die Erwartung, die Auswirkungen der geplanten Anlage auf Luft, Wasser und Boden zu untersuchen. Speziell beachtet werden sollen angesichts unterirdischer Zuflüsse die möglichen Schadstoffeinträge in den Mellensee sowie der Nachweis einer sachgemäßen Gülleausbringung. "Wir legen außerdem Wert darauf, dass der Verkehr von und zur Anlage nicht über die Baruther Straße erfolgen darf. Außerdem möchten wir, dass bei Emissionen der Jetzt-Zustand erfasst wird, der nicht identisch sein muss mit den für die bisherige Rinderanlage genehmigten Emissionen", so der Bürgermeister. Die BI-Forderung nach einem Keimverbreitungsgutachten sei in das Schreiben ans Landesumweltamt aufgenommen worden.

Am Donnerstagabend gab es ein Treffen der Gemeindevertretung mit Andreas Vogel, Geschäftsführer der Saalower Mast GmbH. Sie will die Klausdorfer Rinderställe in eine Mastanlage für 5000 Schweine umbauen. Vogel beantwortete Fragen der Gemeindevertreter. Wie der Bürgermeister informierte, habe der Investor angeboten, die Ställe mit einer Luftwäsche auszustatten.

In der ebenfalls am Donnerstag stattgefundenen Bauausschusssitzung prallten unterschiedliche Meinungen aufeinander. Klaus Wendt (Die Linke) sagte, er begrüße das Vorhaben: "Nach meinem jetzigen Kenntnisstand sehe ich keinen Grund, Negativstimmung zu verbreiten. Im Leitkonzept der Gemeinde verpflichten wir uns, nicht nur Tourismus, sondern auch Landwirtschaft zu fördern. Man sollte nicht von vornherein mit Schauergeschichten ins Rennen gehen", meinte er im Hinblick auf die Bürgerinitiative. Deren Einladung zu einem Gespräch hatte er bewusst ausgeschlagen.

Der Klausdorfer Wilfried Borkowski (Unabhängige Wählergemeinschaft) warf Wendt indirekt vor, die Ängste und Sorgen der Betroffenen nicht ernst zu nehmen: "Wenn sich Gadsdorf gegen Windräder wehrt, dann sage ich ja auch nicht, erneuerbare Energie ist doch toll." Er informierte darüber, dass inzwischen 1230 Unterschriften gegen eine Schweinemastanlage in Klausdorf gesammelt wurden. "Bei jeder schräg stehenden Garage wird der Ortsbeirat gefragt, aber von diesem Projekt haben wir zuerst von Bürgern erfahren", beklagte er.

Bauamtsleiter Thomas Reetz erinnerte daran, dass bisher kein Bauantrag gestellt ist und nur ein nichtöffentlicher Behördentermin stattfand. Dabei wurde dem Investor vermittelt, welche Unterlagen und zusätzlichen Gutachten für die Antragstellung notwendig sind. Zu diesem sogenannten Scopingtermin am 10.Juli sei neben Behörden auch der Umweltverband Bund geladen gewesen, der das Thema dann öffentlich gemacht habe. "Einladender war das Landesumweltamt, auch wenn die Zusammenkunft bei uns im Rathaus stattfand. Sobald es einen Genehmigungsantrag gibt, werden Gemeindevertretung und Ortsbeirat natürlich beteiligt und müssen ihre Stellungnahmen abgeben", so Reetz.

Die Nachbarkommune Zossen, die bei dem Behördentermin ebenfalls vertreten war, soll darauf gedrungen haben, Auswirkungen der geplanten Anlage auf den Ortsteil Wünsdorf zu prüfen, der in der Hauptwindrichtung liege.

Bürgermeister Frank Broshog warnt vor Panikmache: "Im Moment sind wir noch in der Phase Null des Verfahrens."

Von Gudrun Schneck

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