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Teltow-Fläming So helfen die Sicherheitspartner in der Region
Lokales Teltow-Fläming So helfen die Sicherheitspartner in der Region
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02:24 28.04.2018
An den Jacken gut zu erkennen: Die Sicherheitspartner in Ludwigsfelde sorgen für zusätzliche Sicherheit unter den Bürgern. Quelle: Privat
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Dahmeland-Fläming

Willi Boggasch mag das Wort „Streife“ nicht. „Ich sage lieber, dass wir aufmerksame Spaziergänge gemacht haben“, sagt Boggasch. „Wir waren der Alex und der Willi und haben die Augen aufgemacht“. Der mittlerweile 80-jährige Rentner war zusammen einem Mitstreiter fünf Jahre lang freiwilliger Sicherheitspartner in Thyrow – und damit der erste seiner Nachbarschaft.

Die ehrenamtlichen Sicherheitspartner sind im ganzen Land bereits seit Mitte der 1990er Jahre in den Städten und Dörfern unterwegs. Sie zeigen Präsenz, wollen das Sicherheitsgefühl aller Bürger erhöhen und arbeiten eng mit Polizei und Gemeinden zusammen. Mehr Rechte als anderen Bürger haben sie deswegen aber nicht. Sie tragen keine Waffen, sondern machen, wie Willi Boggasch es ausdrücken würde, aufmerksame Spaziergänge, helfen bei der Schulwegsicherung oder unterstützen polizeiliche Präventivveranstaltungen. Alle Sicherheitspartner sind von der Polizei für geeignet befunden worden – übernehmen aber keine Aufgaben der Ordnungshüter. Sie sind aufmerksame Nachbarn.

Viele Partnerschaften in Teltow-Fläming

In der Region gibt es aktuell vor allem im Landkreis Teltow-Fläming in beinahe allen Kommunen aktive Partnerschaften. Insgesamt sind es acht. Die meisten bestehen aus zwei bis zehn Ehrenamtlichen. In Dahme-Spreewald dagegen gibt es aktuell keine Partnerschaft – in Königs Wusterhausen allerdings ist jüngst bereits eine neue Partnerschaft von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden. Die Ehrenamtler sollen unter anderem präventive Rundgänge zur Verhinderung von Einbrüchen unternehmen – und dafür eine kleine Aufwandsentschädigung von 30 Euro im Monat bekommen. Der Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald, Christian Hylla, freut sich auf die Zusammenarbeit. „Ich finde es gut, wenn sich Bürger für die Sicherheit in ihren Orten engagieren“, sagte er.

Auch Rolf Mauersberger, der das Polizeirevier in Ludwigsfelde leitet, ist angetan von der Zusammenarbeit mit den Sicherheitspartnern In dem Gebiet, für das Mauersberger sprechen kann, gibt es zehn aktive Mitglieder in Ludwigsfelde, fünf in Trebbin und drei in Großbeeren. Sie alle machten das ganz toll, sagt er. „Ihr ehrenamtliches Engagement dient dazu, dass sich die Bürger sicherer fühlen“. Die Sipas, wie Mauersberger sie nennt, machen zusammen mit der Polizei gemeinsame Schulungen. „Wir tauschen auch Informationen aus – aber nur sehr bedingt und natürlich nichts, was Geheimhaltung bedarf“, sagt Mauersberger. „Wir besprechen zum Beispiel mit den Sipas lokale Schwerpunkte öffentlicher Sicherheit“. Wann, wie und wie häufig die Ehrenamtlichen durch die Nachbarschaft ziehen, bestimmen die aber selber.

In Blankenfelde-Mahlow gibt es eine 24-Stunden-Telefonnummer

Auch die Sicherheitsgemeinschaft Blankenfelde-Mahlow bespricht untereinander ihre Routen und Touren – meist per Whats-App. Fast jeden Tag sind die Ehrenamtlichen unterwegs, berichtet die Vereinsvorsitzende Silvia Fisch. Die Gemeinschaft ist mit zehn aktiven und drei inaktiven Mitglieder die größte ihrer Art in der Region. Zusätzlich zu den Kontrollgängen, haben Fisch und die anderen Sicherheitspartner eine Hilfe-Telefonnummer eingerichtet. Unter 0 15 23 2 79 80 60 sind die Ehrenamtlichen 24 Stunden am Tag zu erreichen. „Drei Kollegen teilen sich den Telefondienst“, sagt Fisch. „Und auch die Whats-App-Gruppe ist bei jedem lautgestellt“. Wenn sich nachts ein Bürger beschwert, bedroht fühlt oder um Hilfe bittet, kommt jemand von der Gemeinschaft. „Wir machen das vor allem auch für die älteren Mitbürger“, sagt Fisch. „Viele trauen sich ja gar nicht – und überlegen dreimal, ob sie die Polizei rufen sollen. Wir sind häufig das Bindeglied“, sagt die berufstätige Mutter zweier Kinder.

Engagement für mehr Sicherheit

Gegründet haben sie den Verein vor zwei Jahren, weil es mehr und mehr Einbrüche in der Nachbarschaft gab. „Viele von uns besitzen ein Haus“, sagt Fisch. „Wir wollten uns sicherer fühlen“. Die ersten Erfolge sind bei den Sicherheitspartnern dabei sehr schnell zu spüren – vor allem im Kontakt mit anderen Bürgern. „Viele kommen auf der Straße zu uns und sagen, wie gut es ist, dass wir da sind“, sagt Fisch.

Die Kontrollgänge wirken aber auch ganz konkret. „Zweimal haben wir bereits dabei helfen können, dass Fahrraddiebe überführt wurden“, sagt Fisch. Zufällig hatte ein Mitglied die Diebe hantieren sehen und die Kollegen gerufen. Gemeinsam hätten sie den Täter festgehalten und die Polizei gerufen.

Von Ansgar Nehls

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