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Teltow-Fläming So soll der Hafen wieder lukrativ werden
Lokales Teltow-Fläming So soll der Hafen wieder lukrativ werden
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02:24 17.05.2018
Der neue Schwerlastkran hebt mühelos tonnenschwere Ungetüme wie diese Kabeltrommeln. Das Verladen solcher Güter soll damit als Geschäftsmodell forciert werden. Quelle: Oliver Fischer
Königs Wusterhausen

Es waren Dramen, die sich vor einem Jahr rund um den Königs Wusterhausener Hafen abspielten. Mit dem vorzeitigen Aus der Kohlebefeuerung im Kraftwerk Rummelsburg brachen zwei Drittel des gesamten Umschlagvolumens weg. Knapp die Hälfte der Angestellten wurde damals entlassen, im Hafen herrschte Endzeitstimmung.

Ein Jahr später ist die Trauerbewältigung für die Betreibergesellschaft Lutra und für Swen Ennullat, Bürgermeister von Königs Wusterhausen, offenbar abgeschlossen. „Wir sind optimistisch, mit neuer Geschäftsführung und neuen Konzepten dieser Herausforderung angemessen zu begegnen“, schreibt Ennullat in einer Mitteilung, die er am Sonntag auf Facebook veröffentlichte. Hafen-Geschäftsführer Michael Fiedler, erst seit wenigen Monaten im Amt, meldet derweil steigende Erlöse.

„Es wäre vermessen, zu sagen, es geht uns wieder blendend, wir haben noch einen weiten Weg vor uns“, sagt er. Aber das vergangene Jahr habe man dank Sparkurs auch ohne Kohle mit einem leichten Plus abschließen können. Und in spätestens vier Jahren soll der Hafen wieder so rentabel sein wie mit der Kohle. Nur über andere Geschäftsfelder.

Die Strategie der Lutra GmbH und der Stadt als Hauptgesellschafter setzt auf drei Standbeine. Zum einen generiert der Hafen Einnahmen aus der Vermietung und Verpachtung von Flächen und Gebäuden – und das aufgrund der guten Konjunktur auch deutlich besser als noch vor einigen Jahren.

Die Nachfrage nach Flächen sei groß, 30 Firmen haben inzwischen ihren Sitz auf dem Hafengelände, mit weiteren wird verhandelt. „Wir haben zuletzt mit einem Baustoffunternehmen gesprochen, die Post hat Interesse an einem Briefzentrum signalisiert“, sagt Fiedler. Die Flächen mit direktem Zugang zu Schiene oder Wasser seien alle vermarktet, selbst das Areal, auf dem die Kohle umgeschlagen wurde, ist weg. Eine Holzrecycling-Firma lässt sich dort nieder. „Ich hoffe, dass sie im nächsten Jahr loslegen“, sagt Fiedler.

Der Umschlag von Schüttgut läuft zwar weiter. Aber weil sich mit Kies und Sand allein der Wegfall der Kohle nicht kompensieren lässt, will man auch verstärkt auf den Umschlag von Spezialgütern setzen. Das ist das zweite Standbein. Darunter fallen dann etwa Windkraftanlagen und Transformatoren, aber auch die riesigen Kabeltrommeln, die sich derzeit am Nordhafen aufreihen. Oder ganze Straßenbahnen wie die, die am Dienstag auf Schwerlasttransporter gehievt und anschließend nach Rumänien gefahren werden sollen.

Für das Verladen von Gütern dieser Größe hat die Lutra GmbH im vorigen Jahr eigens einen Schwerlastkran angeschafft, der mehr als 40 Tonnen bewegen kann. Eine lohnende Investition, weil solch sperriges Material deutlich höhere Umsätze verspricht als Schüttgut, sagt Michael Fiedler. Bislang habe man solche Kräne mieten müssen, ein eigener Kran mache den Umschlag günstiger – und damit für Kunden attraktiver.

Das dritte Standbein soll laut Bürgermeister Swen Ennullat der Tourismus sein. Den gab es so bislang am Hafen, wo täglich bis zu vier mit Kohle beladene Züge ankamen, eher nicht. Jetzt aber hat sich im Osthafen die Firma Nautilus niedergelassen. Das Unternehmen bedient derzeit erfolgreich den Wunsch vieler Touristen nach Unabhängigkeit auf dem Wasser. Nautilus baut und vermietet hochwertige Hausboote. Die Werft ist bereits errichtet, sie soll Mitte dieses Jahres in Betrieb gehen. Die ersten Hausboote liegen bereits an einer neuen Steganlage im Osthafen.

Zusätzlich plant das Unternehmen aber auch den Betrieb einer Marina für insgesamt 49 Boote. Damit kratze man am Image des ausschließlichen Industriehafens, so Bürgermeister Ennullat.

In den Hintergrund gerückt sind unterdessen die Ideen von Michael Fiedlers Vorgänger Reinhard Schuster. Der wollte im Hafen einen Container-Umschlag installieren und dafür zwei neue Terminals bauen. Solche Vorhaben haben laut Bürgermeister Ennullat aber derzeit keine Priorität. „Das ist eher Kerngeschäft anderer Güterverkehrszentren in Brandenburg“, heißt es in der Mitteilung. Es gebe auch einige Fragen der Infrastruktur, die dafür geklärt werden müssten.

Von Oliver Fischer

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