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Teltow-Fläming Sanierung der Heimatstube stockt
Lokales Teltow-Fläming Sanierung der Heimatstube stockt
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01:15 24.02.2019
Doreen Schulze und Robert Meier zeigen in dem leeren linken Raum der Heimatstube mit Schimmel befallene Stücken des alten Fußbodenbelages. Quelle: Frank Pechhold (2)
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Sperenberg

Die Heimatstube ist geschlossen. Weil es in dem linken Raum mächtig müffelte, musste der Fußbodenbelag raus. Alle Ausstellungsstücke wanderten in den rechten Raum. „Nun sind wir den Geruch los und haben dafür einen kaputten Boden“, so Klaus Wendt (Linke) Mittwoch in der Sitzung der Gemeindevertretung Am Mellensee.

Wendt gehört dem FördervereinHeimatstube Sperenberg“ an. Bereits Mitte September 2018 sprach er das Geruchsproblem im Hauptausschuss an. Vor mehr als drei Jahren begann es seltsam zu riechen. Ein Tischler ging der Sache auf Bitten des Vereins auf den Grund. Er schnitt in einer Ecke der Heimatstube ein Loch in den rund 120 Quadratmeter großen Fußboden, um zu sehen, wie es unter Linoleum, Spanplatte und doppelter Holzdielung aussieht.

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Löcher in den Boden gebohrt

Andernorts bohrten Mitarbeiter einer Fachfirma Löcher in den Boden. Durch die Löcher führten sie eine Kamera ein, um Schäden zu erfassen. Bauamtsleiter Thomas Reetz sagte damals, man bemühe sich für die Sanierung um eine Firma mit freien Kapazitäten.

„Seitdem ist immer mal wieder was passiert“, so der Vereinsvorsitzende Robert Meier am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Termin. Gutachten seien beauftragt, Bodenproben angeordnet, der leere Raum vermessen worden. „Das war’s“. Meier wirft der Verwaltung vor, die Sanierung des Fußbodens nicht intensiv genug zu verfolgen.

Vereinsvorstand arbeitet an Plan B

„Mitte Dezember hat es uns gereicht“, so Gemeindevertreterin Doreen Schulze (Linke). Gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern räumte sie den linken Raum frei und entfernte den mit Schimmel belasteten Fußbodenbelag. Weiter wurden alle Exponate umgelagert. „Der rechte Raum ist nun total voll gestellt. Deshalb mussten wir die ganze Heimatstube schließen“, sagt Robert Meier.

So lange der linke Raum nicht saniert ist, bleibt das Museum zu. „Wir hoffen inständig, Anfang April wieder für Besucher öffnen zu können“, so Robert Meier. Der Vereinsvorstand arbeite an einem Plan B ohne finanzielle Unterstützung der Gemeinde. Für die Beseitigung der Schimmelpilze und das Verlegen neuer Fußbodendielen müssen mehr als 10.000 Euro aufgebracht werden. „Wenn die Gemeinde sich total quer stellt, schießen wir das Geld vor und versuchen es über einen Spendenaufruf wieder rein zu bekommen“.

Gemeinde bleibt in der Verantwortung

Meier zufolge entlasse man die Gemeinde nicht aus der Verantwortung für ihr Gebäude. Aber man lassen sich die Heimatstube nicht kaputt machen, indem man im Sommer immer noch ohne Fußboden da stehe, weil die Sanierung auch nach dem x-ten Gutachten nicht beauftragt wird. „Wir machen quasi die Arbeit der Gemeinde.“

Ähnlich kritisch äußerte sich Klaus Wendt in der Sitzung der Gemeindevertreter. Er sei von der Gemeindeverwaltung enttäuscht, so Wendt.

Tscherwinka schlägt Runden Tisch vor

Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) zeigte sich verwundert darüber, dass es so vehement gegen die Verwaltung gehe. „Wenn Gefahr im Verzug ist, wird gehandelt“. Das sei mit dem Verein besprochen worden. Gemeindevertreter-Vorsteher Maik Tscherwinka (UWG) schlug vor, dass sich Vereinsvorstand, Bürgermeister und Bauamtsleiter an einen Tisch setzen.

Von Frank Pechhold