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Teltow-Fläming Berühmte Kinder der Region
Lokales Teltow-Fläming Berühmte Kinder der Region
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15:33 17.01.2019
Bis 2016 trat Ilka Bessin als Comedy-Kunstfigur „Cindy aus Marzahn“ auf. Quelle: dpa
Dahmeland-Fläming

 Luckenwalde, Jüterbog oder Eichwalde sind auf den ersten Blick keine Orte, die für ihre hohe Promi-Dichte bekannt sind – dabei haben sie alle die ein oder andere bekannte Persönlichkeit hervorgebracht. Berühmtheiten gibt und gab es fast überall einmal. Wir haben eine Übersicht mit einigen regionalen Charakteren zusammengestellt, die Sie kennen sollten.

Jüterbog: Hans Peter Hallwachs

Schauspieler Hans Peter Hallwachs wurde in Jüterbog geboren. Quelle: Archiv

Ob „Tatort“, „Soko Köln“ oder „Donna Leon“: Krimi-Fans dürfte Hans Peter Hallwachs von seinen zahlreichen Auftritten in Film und Fernsehen bekannt sein. Seine Filmkarriere begann der ausgebildete Theaterschauspieler Ende der 60er Jahre. Unter anderem spielte er eine der Hauptrollen in Volker Schlöndorffs Drama „Mord und Totschlag“ und in „Der Sommer des Samurai“ von Hans-Christoph Blumenberg.

In jüngerer Vergangenheit war Hallwachs auch bei Kassenschlagern wie „Otto –Der Außerfriesische“, Bully Herbigs „(T)Raumschiff Surprise“ oder „Der Baader Meinhof Komplex“ zu sehen. Seine Stimme lieh er zudem Hollywood-Stars wie Alan Rickman. Hallwachs wurde im Jahr 1938 in Jüterbog geboren.

Luckenwalde: Ilka Bessin

Die Komikerin Ilka Bessin wurde für ihre Figur „Cindy aus Marzahn“ mehrfach mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet. Quelle: dpa

Die meisten Menschen kennen Ilka Bessin wahrscheinlich unter einem anderem Namen: Mit der Kunstfigur „Cindy aus Marzahn“ schaffte die Stand-up-Komikerin im Jahre 2000 ihren Durchbruch. 16 Jahre lang verkörperte Bessin die Langzeitarbeitslose aus dem Berliner Bezirk Marzahn, die sarkastisch von ihrem eigenen Scheitern erzählte.

Mit dem Programm bekam sie eine eigene Show auf RTL, später trat „Cindy aus Marzahn“ als Co-Moderatorin von Markus Lanz in „Wetten, dass..?“ auf. Für ihre beliebte Kunstfigur wurde Bessin sechsmal mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet.

2016 gab Bessin bekannt, nicht mehr als „Cindy aus Marzahn“ auftreten zu wollen. Ihre Fernsehkarriere geht trotzdem weiter – nur eben ohne Verkleidung. Zuletzt war sie in der Fernsehsendung „Menschen, Bilder Emotionen“ und als Reporterin bei Stern TV zu sehen. Bessin wurde 1971 in Luckenwalde geboren.

Schönefeld: Rudi Dutschke

Rudi Dutschke, der Wortführer der deutschen Studentenbewegung in den 60er Jahren, wurde 1940 in Luckenwalde geboren. Quelle: epd

Eine der bekanntesten politischen Persönlichkeiten der Region ist unumstritten Alfred Willi Rudolf Dutschke, besser bekannt als Rudi Dutschke. 1940 kam er als Sohn eines Postbeamten in Schönefeld bei Luckenwalde zur Welt. Als Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) avancierte er in den 1960er Jahren zum Wortführer und intellektuellen Kopf der Studentenbewegung in West-Berlin und Westdeutschland.

Der marxistische Soziologe engagierte sich unter anderem gegen den Vietnamkrieg und die Notstandsgesetze der ersten Großen Koalition. 1966 rief er zur Gründung einer Außerparlamentarischen Opposition (APO) als Gegengewicht zu den Regierungsparteien auf.

Die Proteste der studentischen APO erreichten 1967/68 ihren Höhepunkt, weswegen heute von der „68er-Bewegung“ gesprochen wird. Als ein Polizist den Studenten Benno Ohnesorg erschoss, radikalisierte sich die Bewegung.

Bei einem Attentat im Jahre 1968 wurde dreimal auf Dutschke geschossen. Dabei erlitt er lebensgefährliche Gehirnverletzungen, an deren Spätfolgen er 1979 starb.

Ludwigsfelde: Yvonne Bönisch

Yvonne Bönisch gewann als erste deutsche Frau Olympia-Gold im Judo. Quelle: unbekannt

Angefangen hat alles beim Judo-Verein Ludwigsfelde, heute gilt sie als erfolgreichste deutsche Judoka: Yvonne Bönisch. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen setzte sie sich im Finale der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm gegen die damalige amtierende Weltmeisterin durch und holte damit Gold – die erste Olympia-Goldmedaille für deutsche Frauen überhaupt.

Bei den Weltmeisterschaften 2003 in Osaka und 2005 in Kairo gewann die Judoka aus Ludwigsfelde zweimal Silber, auch bei den Europameisterschaften in Belgrad und Maribor nahm sie Silbermedaillen mit nach Hause.

Gleich zweimal wurde sie als „Sportlerin des Jahres“ ausgezeichnet. 2009 beendete Bönisch ihre sportliche Karriere und ließ sich zur Trainerin ausbilden. Seit zwei Jahren trainiert sie die Judo-Nationalmannschaft von Israel.

Eichwalde: Sonja Ziemann

Sonja Ziemann war in den 1950er Jahren der Shootingstar des deutschen Heimatfilms. Quelle: dpa

In den 1950er Jahren zählte Sonja Ziemann zu den beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands. An der Seite von Rudolf Prack verzauberte sie ihre Zuschauer in einer langen Reihe von Spielfilmen. Am bekanntesten ist die Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin für ihre Rollen in der Operettenverfilmung „Schwarzmaldmädel“ und dem Heimatfilm „Grün ist die Heide“. Als Helmut Käutner den Spielfilm „Die Zürcher Verlobung“ drehte, war Ziemann bereits so bekannt, dass sie sich selber spielen durfte.

Hinzu kamen mehrere Theater-Engagements, Auftritte in Dokumentarfilmen und Talkshows. Für ihre Rollen wurde sie zweimal mit dem Bambi und einmal mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet. Ziemann wurde 1926 in Eichwalde geboren. Heute lebt sie am Tegernsee.

Lynow: Oskar Barnack

Oskar Barnack erfand die erste Kompaktkamera und legte den Grundstein für die moderne Fotografie. Quelle: dpa

Er legte einst den Grundstein für die moderne Fotografie: Oskar Barnack entwickelte die „Ur-Leica“, den Vorgänger der kultigen Kompaktkamera. Der Feinmechaniker aus Lynow arbeitete bei der Wetzlarer Firma Leitz in der Abteilung für Filmkameras. In den Jahren 1913/14 gelang es ihm, eine kleine, tragbare Fotokamera zu entwickeln, in die ein 35-Millimeter-Film eingelegt werden konnte.

Barnacks erfinderischer Antrieb war auch privater Natur: Der leidenschaftliche Naturfotograf suchte nach einer Alternative für schwere und umständliche Platten-Kameras, wie sie im 19. Jahrhundert üblich waren.

Die erste von Barnack entwickelte „Leica“ kam 1925 auf den Markt. Die neuen Filmrollen-Standards bereiteten den Weg für die serienmäßige Produktion von Kompaktkameras. Noch heute gelten 35-Millimeter-Filmrollen als Standard in der analogen Fotografie. Barnack starb 1936 in Bad Nauheim.

Jüterbog: Ulrich Wegener

Ulrich Wegener hatte das Kommando bei der spektakulären Befreiung der entführten „Landshut“ in Mogadischu. Quelle: dpa

Es war eine der spektakulärsten Anti-Terror-Einsätze in der Geschichte der Bundesrepublik: Unter dem Decknamen „Operation Feuerzauber“ befreite die Grenzschutztruppe 9 (GSG 9) im Jahre 1977 die von palästinensischen Terroristen entführte Lufthansa-Maschine „Landshut“. In nur sieben Minuten konnten alle 90 Geiseln in Mogadischu gerettet werden. Das Kommando hatte damals Ulrich Wegener.

Wegener war es auch, der die erste Anti-Terror-Einheit des Bundesgrenzschutzes ins Leben gerufen hatte. Heute untersteht die Elitetruppe GSG 9 der Bundespolizei.

Auch nach seiner Pensionierung galt der Jüterboger als einer der führenden Experten für Terrorismus und arbeitete unter anderem als Sicherheitsberater für ausländische Regierungen. Für seine Einsätze wurde der „Held von Mogadischu“ mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er starb im Jahre 2017 in Schweifeld in Rheinland-Pfalz.

Zossen: Ina Paule Klink

In der Krimiserie „Wilsberg“ spielt Ina Paule Klink die Junganwältin Alex. Quelle: ZDF Guido Engels

Seit 2000 spielt Ina Paule Klink im ZDF-Krimi „Wilsberg“ Georg Wilsbergs Patentochter, die Junganwältin Alex. Auch in Serien wie „Der Bulle von Tölz“, „Alarm für Cobra 11“ oder „Soko Leipzig“ war sie zu sehen. Darüber hinaus hat die gebürtige Zossenerin eine Ausbildung in Gesang, Jazz und klassischem Tanz – und lebt ihre musikalische Seite unter dem Künstlernamen „Paule“ aus.

Anfang der 2000er Jahre tourte sie als mit der Casting-Band Bro’Sis durch Deutschland, später begleitete sie Bela B., den Schlagzeuger der Deutschpunk-Band Die Ärzte. Zu dieser Zeit brachte sie ihr erstes und bisher einziges Album namens „Meine Seele“ sowie zwei Singles heraus. In den vergangenen Jahren ist es musikalisch eher ruhig um Klink geworden, dafür spielt sie eine Fernsehrolle nach der anderen.

Ludwigsfelde: Hilmar Baumann

„Spuk im Hochhaus“, „Unternehmen Geigenkasten“ und viele mehr: Ehemalige DDR-Bürger werden sich an Hilmar Baumann erinnern. Quelle: Defa-Stiftung/Klaus Goldmann.

Der Theater- und Filmschauspieler Hilmar Baumann spielte in mehr als 80 Filmproduktionen des DDR-Filmstudios Deutsche Film AG (Defa) und dem ostdeutschen Deutschen Fernsehfunk (DFF). Bekannt wurde der Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam unter anderem für seine Rollen in den Goethe-Verfilmungen des Regisseurs Egon Günther.

Auch für Kinder-Unterhaltungsprogramm konnte sich Baumann begeistern: In der Kinderserie „Spuk im Hochhaus“ mimte Baumann „Herrn Zappe“, im Spielfilm „Unternehmen Geigenkasten“ trat er als Andreas’ Vater auf. Der im Jahre 1939 in Ludwigsfelde geborene Schauspieler starb 2018 in Berlin.

Königs Wusterhausen: Judith Arndt

Die Radrennfahrerin Judith Arndt (Mitte) beendete ihre erfolgreiche Profi-Karriere 2012. Quelle: dpa

Die Radrennfahrerin Judith Arndt kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken: Viermal holte sie Weltmeister-Titel in den Disziplinen Zeitfahren, Straßenrennen und Einerverfolgung. Bei den Olympischen Spielen belegte sie zweimal den zweiten und einmal den dritten Platz, im Jahre 2004 stand sie an der Spitze der Weltrangliste.

Hinzu kommen zahlreiche Rundfahrten-Siege und Deutsche Meistertitel. 2004 kürte sie das Fachmagazin Radsport zur „Radsportlerin des Jahres“. Und die Liste geht noch weiter. Ihre Profi-Karriere beendete Arndt im Jahre 2012. Damals gab sie an, nach Australien auswandern zu wollen. Die Radsportlerin wurde 1976 in Königs Wusterhausen geboren.

Mehr Berühmtheiten und Promis aus ganz Brandenburg gibt es hier.

Von Hannah Rüdiger

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