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Teltow-Fläming „Wir brauchen Sterntaler in der Region“
Lokales Teltow-Fläming „Wir brauchen Sterntaler in der Region“
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16:18 29.11.2019
Harald-Albert Swik freut sich auch in diesem Jahr auf offene Herzen und frohe Kindergesichter. Quelle: Margrit Hahn
Dahmeland-Fläming

Zum siebten Mal rufen der MAZ Regionalverlag Dahmeland-Fläming und der DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald mit der Sterntaler-Aktion dazu auf, durch Spenden Familien in Not in der Region zu helfen und ihnen ein unvergessliches Weihnachtsfest zu bescheren. Der DRK-Kreisvorsitzende Harald-Albert Swik spricht im Interview über die bisherigen Erfahrungen, rührende Momente und Wunschzettel.

Herr Swik, sind Sie schon in Sterntaler-Stimmung?

Harald-Albert Swik: Kurz vor Weihnachten ist meine Laune immer wunderbar. Ich bin ein echter Weihnachtsfan. Bei mir ist das so: Wenn es abends früher dunkel wird und ich bei mir zu Hause abends Kerzen anzünde, dann gehen die Gedanken ganz automatisch Richtung Weihnachten. Und dann kommen natürlich auch die Sterntaler in den Blick.

Wann macht sich das Thema Sterntaler beim DRK-Kreisverband bemerkbar?

Seit einigen Jahren ist das nun schon ein eingespieltes Ritual, das im Frühherbst losgeht. Also im September, wenn auch die Lebkuchen in die Supermärkte wandern. Dann beginnt bei unserem Kreisverband die Umfrage in den Einrichtungen, ob und wo im Laufe des Jahres Familien in Erinnerung geblieben sind, die für diese Spendenaktion geeignet sind.

Wie gehen die DRK-Mitarbeiter bei der Auswahl der Familien vor?

Überall dort, wo wir Menschen treffen, die anderen helfen, fragen wir nach. Das passiert unter anderem in unseren Sozialstationen, den Beratungsstellen oder in den Kleiderläden. Das ist ein ziemlich breites Spektrum. Wir fragen zudem bei befreundeten Organisationen nach, ob es in ihren Bereichen Familien gibt, die man durch die Sterntaler unterstützen könnte.

Fröhliche Weihnachten für Familien in Not

Seit 2013 organisiert der Regionalverlag Dahmeland-Fläming zusammen mit dem DRK-Kreisverband Spreewald-Fläming die Weihnachtsaktion Sterntaler. Reporter aus den Lokalredaktionen in Jüterbog, Königs Wusterhausen, Luckenwalde und Ludwigsfelde berichten in dieser Zeit über Familien aus der Region, die unverschuldet in schwierige Lagen geraten sind, Schicksalsschläge erlitten haben oder mit den Widrigkeiten des Lebens zu kämpfen haben.

Seit mehreren Jahren beteiligt sich der in Löwenbruch ansässigen Lions Club Berliner Ring regelmäßig die Spendenaktion. Durch die Einnahmen aus dem Verkauf eines Adventskalenders werden die Sterntaler und der Landesverband Shia unterstützt. Auch in diesem Jahr verkauft der Lions Club wieder 3000 Kalender zu 5 Euro das Stück.

Die Daten des Sterntaler-Spendenkontos lauten: DRK Fläming-Spreewald, IBAN: DE30 1605 0000 3633 0275 39, Stichwort: Sterntaler

Das Sterntaler-Spendenkonto wird vom DRK verwaltet, das auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellt.

In den vergangenen Jahren sind durch diese Unterstützung und viele Spenden der MAZ-Leser mehr als 100 000 Euro zusammengekommen, um Familien in Not ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren. Die Spenden kamen 44 Familien mit insgesamt 121 Kinder zugute.

Zudem konnten mit dem Geld drei Frauenhäuser, zwei Behindertenverbände, fünf Tafeln sowie 20 Kinder- und Jugendeinrichtungen in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming unterstützt werden.

Aus welchen Gründen brauchen die Familien Hilfe?

Es ist gar nicht so einfach, das aufzulisten. Es sind oft Akutfälle, bei denen jemand plötzlich in eine Situation geraten ist, der er oder sie allein nicht mehr Herr oder Frau ist. Solche Notlagen können zum Beispiel durch einen Unfall, Krankheit und andere Schicksalsschläge eintreten.

Wie reagieren die angefragten Familien?

Die Mitarbeiter überlegen sehr gut und sorgfältig, ob man jemanden anspricht. Wenn wir auf die Familien zugehen, dann besteht meistens tatsächlich Handlungsbedarf. In unserer Region leben aber auch viele Menschen, die sehr, sehr bescheiden sind und auch Notwendiges nicht sehen oder wollen. Da wäre es gut, wenn diese Leute einmal Unterstützung erhalten. Aber sie müssen das auch wollen und annehmen.

Der DRK-Kreisverband und die MAZ rufen nun zum siebten Mal gemeinsam zur Sterntaler-Spendenaktion auf. Gibt es etwas, was sich über die Jahre verändert hat?

Das schönste an der Sterntaler-Aktion ist, dass die Menschen, die in der MAZ davon erfahren, immer stärker persönlich und freundlich reagieren, indem sie etwas spenden. Am Anfang gab es dazu immer wieder Nachfragen. Aber durch die Berichterstattung der MAZ konnten wir schnell zeigen, wie ernst die Situationen in den Familien sind, und wie seriös wir das Ganze angehen. Das gilt sowohl für unsere Vorschläge seitens des DRK als auch für die Berichterstattung der MAZ. Der Leser weiß inzwischen: Wir machen das beim Roten Kreuz alles selbstlos, da gibt es keine verwaltungskostentechnischen Abzüge oder ähnliches. Bei der MAZ ist das genauso: Die Mitarbeiter machen das alles zusätzlich zu ihrem normalen Job – auch was das Geschenke einpacken und bescheren angeht. So haben wir über die Jahre gezeigt, dass wir ein gutes Team sind, das seriös berichtet und arbeitet.

Während dieser gemeinsamen Zusammenarbeit sind bereits mehr als 100 000 Euro an Spenden durch die MAZ-Leser zusammengekommen. Was ist mit dem Geld passiert?

Es war alles dabei, was sich ein Kinder- und manchmal auch ein Erwachsenenherz wünschen kann. Das waren Kleinigkeiten wie Malsachen, viele Elektronikspielsachen bis hin zu Fahrrädern, aber auch Kühlschränke oder Unterstützung für Therapien, die auf den Wunschzetteln standen. Wir haben immer nur die Bedürftigen bedacht, die im Rahmen der Sterntaleraktion vorgestellt worden sind. Zweimal haben wir außerdem Sonderaktionen gemacht.

Wer wurde damit unterstützt?

Einmal haben wir mit den Sterntaler-Spenden Organisationen in der Region unter die Arme gegriffen. Das waren die Tafeln, Frauenhäuser und Seniorenverbände. Im vergangenen Jahr haben mehrere Kindertagesstätten und Kindereinrichtungen durch die Spenden eine wunderbare zusätzliche Ausstattung bekommen.

Gibt es Sterntaler-Momente, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Ich bin ja selbst nicht bei der Übergabe der Geschenke dabei. Aber die Fotos sprechen für sich und zum Teil auch Bände.

Die MAZ-Mitarbeiter ermöglichen durch ihre Geschichten und Bilder, dass die Rührung, die sie bei der Bescherung erfahren haben, auch bei uns Lesern ankommt und wir so diese Momente miterleben dürfen.

Sehen Sie auch weiterhin Bedarf, Familien in dieser Art und Weise zu unterstützen?

Es ist keine Abnahme der Not in der Region da. Es gibt natürlich ein unterschiedliches Empfinden darüber, was Not ist, aber es gibt immer einen Bedarf, anderen Menschen zu helfen.

Sie gehen demnächst in den Ruhestand. Diese Sterntaler-Aktion wird also die letzte sein, die Sie aktiv mitgestalten. Gibt es etwas, was Sie sich für die Zukunft der Sterntaler wünschen?

Vergangenes Jahr gab es einen verheerenden Wohnungsbrand. Danach konnte die Sterntaleraktion ganz spontan und toll helfen. Solche Hilfsaktionen, die nicht nur zur Weihnachtszeit stattfinden müssen, würde ich mir in Zukunft wünschen, um Familien in solchen oder ähnlichen Extremsituationen Unterstützung geben zu können.

Was bedeuten die Sterntaler für Sie?

Was mich unheimlich freut, ist die große vorhandene Spendenbereitschaft. Ein anderer wichtiger Aspekt der Sterntaler ist für mich die Bereitschaft der MAZ, sich außerhalb des normalen Tagesgeschäfts mit seinen vielen Themen mit den Sterntaler-Geschichten zu befassen. Es zeigt, dass diese Zeitung ein Medium sein kann, um Menschen zu helfen und wo man als „vor Ort verankerter Akteur“ Dinge bewegen kann und diese positiv herausgestellt werden.

Wir als DRK-Kreisverband unterstützen das Projekt verwaltend. Natürlich ist das mit Arbeit verbunden. Aber die machen wir gerne. Wir brauchen Sterntaler in der Region. Bei solchen Aktionen merkt man, dass der Mensch im Mittelpunkt steht.

Von Nadine Pensold

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