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Teltow-Fläming DRK-Kreisvorsitzender Jan Spitalsky spricht über Sterntaler 2021
Lokales Teltow-Fläming

Sterntaler-Spendenaufruf: DRK-Kreisvorsitzender Jan Spitalsky im Interview

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15:39 27.11.2021
Jan Spitalsky zusammen mit dem früheren DRK-Kreisvorsitzenden Harald-Albert Swik.
Jan Spitalsky zusammen mit dem früheren DRK-Kreisvorsitzenden Harald-Albert Swik. Quelle: DRK
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Luckenwalde

Jan Spitalsky ist der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Fläming-Spreewald. Im Interview spricht er über den großen Erfolg von Sterntaler und verrät, welche Wünsche er für die Zukunft hat.

Wie haben Sie als Kreisvorsitzender des DRK unsere gemeinsame Sterntaler Aktion von 2020 erlebt?

Jan Spitalsky: Ganz ehrlich – ich war überwältigt! Insbesondere nach den ersten Monaten der Pandemie, der Zeit des Lockdowns und der allgemeinen Beschränkungen war ja irgendwie jeder mit der Aussicht auf ein Weihnachtsfest mit Abstand und wenig Kontakten konfrontiert. Umso begeisterter war ich von der unglaublichen Spendenbereitschaft der Leser, von dem überdeutlichen Signal zusammenzustehen und einander zu helfen. Insbesondere weil wir ja im letzten Jahr mit den Tafeln und den Frauenhäusern erstmals nicht Einzelpersonen sondern auch Institutionen ausgewählt hatten, deren Fokus explizit darauf ausgerichtet ist, Menschen in Notlagen zu helfen.

Sterntaler 2021: „Die Aussicht auf eine größere Summe aus den Sterntalerspenden rührte so manchen Helfer zu Tränen“

Was war ihr schönster Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Als ich gesehen habe, welche Freude die der Tafel Jüterbog angekündigte Spende ausgelöst hat, hat mich das schon sehr bewegt. Die Tafeln finanzieren sich komplett aus Spendenmitteln und sind auf die Unterstützung Vieler angewiesen, um wiederum vielen helfen zu können. Wenn dann aber mal ein größerer Posten zu finanzieren ist – wie hier die Reparatur oder der Ersatz des alten Kühltransporters – dann gibt es oft mehr Fragen als Antworten. Die Menschen, die sich ehrenamtlich hier engagieren, wollen helfen, können es aber nicht. Die Aussicht auf eine größere Summe aus den Sterntalerspenden rührte so manchen Helfer zu Tränen. Das hat mich sehr berührt!

Welche Erwartungen und Wünsche haben Sie in diesem Jahr an die Sterntaler-Spendenaktion?

Was soll ich sagen? Wir stecken mitten in der vierten Corona-Welle. Viele sehnen sich nach Normalität. Stattdessen bangen sie sich um die Gesundheit ihrer Familienangehörigen oder befürchten ein zweites Weihnachtsfest mit nur eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten. Ich wünsche mir und uns allen, dass wir trotz aller Widrigkeiten den Blick auf uns Menschen nicht verlieren. Denn das ist es, worauf es meiner Ansicht nach ankommt, das ist auch das, was uns als DRK ausmacht: Menschen in Not zu helfen. Dass genau diese Haltung auch die vielen Sterntaler-Spender verbindet, davon bin ich fest überzeugt.

Fast schon eine Tradition: Die guten Taten der Sterntaler-Aktion

Was glauben Sie, macht den Erfolg von Sterntaler aus?

Die guten Taten der Sterntaler-Aktion gibt es nun seit vielen Jahren. Wahrscheinlich ist es schon fast eine gute Tradition, sich auf die bevorstehende Adventszeit einzustimmen und sich vielleicht auch selbst vor Augen zu halten, wie wir leben und was uns wichtig ist. Wir sind in vielerlei Hinsicht privilegiert und doch oft unzufrieden. Hinter Sterntaler stehen viele Menschen, die der Wunsch zu helfen vereint, das finde ich schön.

Glauben Sie, dass Sterntaler durch Corona nochmals an Bedeutung gewonnen hat?

Der Erfolg der Aktion aus dem letzten Jahr lässt das vermuten. Die Einschränkungen, denen wir gerade jetzt wieder unterworfen sind, führen vielleicht dazu, sich mehr mit sich selbst und seinem Leben auseinanderzusetzen. Und dann gibt es vielleicht den einen oder die andere, die in die Nachbarschaft schauen und helfen wollen. Dass insbesondere Familien große Belastungen zu tragen haben, vielfach in mehrfacher Hinsicht, wissen wir nicht nur aus den Medien. Unsere Kolleginnen und Kollegen kennen die Probleme und unterstützen ganz konkret mit ihrer Fachlichkeit bei deren Bewältigung. Wenn diese Aktion fachliche Unterstützung durch finanzielle Hilfe ergänzt, ist das wunderbar.

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Wie stimmt sich das DRK auf Sterntaler und die nahende Weihnachtszeit ein?

Als Deutsches Rotes Kreuz ist uns die Hilfe und die Unterstützung anderer Menschen in die DNA geschrieben, es ist die ursprünglichste Idee unserer Rotkreuz-Bewegung. Die Sterntaler-Aktion begleitet uns. Das, was wir in diesem Rahmen leisten können, sind die organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen und unsere Fachkenntnisse in Bezug auf die Abwicklung von Spenden zur Verfügung zu stellen. In diesem Jahr wollen wir unter anderem Suchthilfeeinrichtungen in ihrer Arbeit unterstützen und zudem Menschen mit Beeinträchtigungen die Möglichkeit geben, einen schönen Tag zu verleben. Beide sind ganz besonders auf Unterstützung von

außen angewiesen.

Was erhoffen Sie sich für das kommende Jahr 2022?

Leider ist mein Wunsch aus dem vergangenen Jahr – das Ende der Pandemie – nicht in Erfüllung gegangen. Umso mehr hoffe ich, dass wir es als Gesellschaft gemeinsam schaffen, uns den Herausforderungen zu stellen und sie zu bewältigen, ohne dass die Gräben tiefer und die Not größer werden. Lassen wir uns menschlich sein und wieder näher zusammenrücken, aufeinander achtgeben und Gemeinsames betonen statt Trennendes zu suchen.

Von Alexandra Brechlin