Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Stinkender Fußboden in der Heimatstube
Lokales Teltow-Fläming Stinkender Fußboden in der Heimatstube
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:23 14.09.2018
Klaus Wendt schaut sich die von einem Tischler in der Heimatstube Sperenberg geöffnete und beprobte Stelle im Fußboden an. Quelle: fotos (2): Frank Pechhold
Sperenberg

„Es stinkt nach wie vor in der Heimatstube Sperenberg.“ Drastisch sprach Klaus Wendt (Die Linke) im Hauptausschuss der Gemeinde Am Mellensee das Geruchsproblem an. Bei einer Schnupperstunde in dem Gebäude erklärte er am Donnerstag, was Sache ist.

Gewaltig müffelt es im linken Ausstellungsraum der Heimatstube. „Wer hier rein kommt, riecht das sofort“, sagt Wendt. Regelmäßig gestaltet er Sonderausstellungen in der Heimatstube. „Wenn ich die Exponate nach fünf, sechs Wochen wieder mit nach Hause nehme, stinkt die ganze Bude nach Heimatstube“. Für ihn steht fest: Da liegt was in der Luft. Was genau, wisse er nicht. „Aber gesund ist das auf keinen Fall.“

Verein investierte viel Kraft und Geld

Bereits Anfang der 1990er Jahre wurde der rote Backsteinbau untersucht. Damals befand sich hier noch die Bibliothek. Wendt zufolge habe man festgestellt, dass das Mauerwerk feucht und mit gesundheitsschädigenden Schimmelpilzen befallen war. „Die Sanierung hätte laut einem Gutachten eine Million D-Mark gekostet.“ In den Jahren 2004 und 2005 zog die Bibliothek in die Anne-Frank-Grundschule. Seitdem kann der Förderverein „Heimatstube Sperenberg“ die Räume mit nutzen.

Wegen der Bauschäden wollte der damalige Bürgermeister Manfred Donath (SPD) das Haus abreißen lassen. „Dagegen haben wir uns gesträubt“, so Klaus Wendt. Dem Förderverein gelang es, 170.000 Euro Fördermittel zu bekommen und mit einem zinslosen Kredit der Gemeinde die dafür erforderlichen 35.000 Euro Eigenanteil aufzubringen. So konnten Fassade und Dach instand gesetzt, das Gebäude ringsum trocken gelegt werden. Innenwände und Fußboden blieben feucht. „Für die Trockenlegung hat das Geld nicht gereicht“, so Wendt.

Bauamtsleiter gibt teilweise Entwarnung

Vor rund drei Jahren begann es seltsam zu riechen. Ein befreundeter Tischler ging der Sache auf Bitten des Fördervereins auf den Grund. Er schnitt in einer Ecke der Heimatstube ein Loch in den rund 120 Quadratmeter großen Fußboden, um zu sehen, wie es unter Linoleum, Spanplatte und doppelter Holzdielung aussieht. Andernorts bohrten Mitarbeiter einer Fachfirma Löcher in den Boden. Durch die Löcher führten sie eine Kamera ein, um Schäden zu erfassen.

„Bautechnisch ist das Haus belastbar“, sagte Bauamtsleiter Thomas Reetz der MAZ. Das hätten die Messungen der Fachfirma ergeben. Festgestellt worden sei, dass der Fußboden trocken ist. Die Geruchsbelästigung rühre wahrscheinlich von den alten Materialien her. „Das ist natürlich nicht schön, genau wie die Löcher im Fußboden“.

Kostenschätzung: 15.000 bis 20.000 Euro

„Der Fußboden muss auf jeden Fall raus“, so Klaus Wendt. Da rechne er mit Kosten in Höhe von 15.000 bis 20.000 Euro, so Thomas Reetz im Hauptausschuss. Diese Summe kann der Förderverein „Heimatstube Sperenberg“ nicht stemmen. Deshalb stellt die Gemeinde Am Mellensee das Geld bereit. Reetz zufolge bemühe man sich, noch für 2018 eine Firma mit freien Kapazitäten zu bekommen. Falls das nicht gelinge, wäre „das auch eine schöne Winterarbeit für Firmen, die im Sommer ausgelastet sind“.

Von Frank Pechhold

Trebbins Bürgermeister Thomas Berger ist ein „Star-Radler“. Drei Wochen lang verzichtet er gänzlich aufs Auto und fährt nur mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln – mit unterschiedlichen Erfahrungen.

13.09.2018

Cyberkriminalität ist eine ständige Gefahr für Unternehmen. Wie groß sie ist, erklärten Experten bei der 7. IT-Sicherheitskonferenz in Wildau.

13.09.2018

Yamen Abed Rabbo und Zakaria Khiya Qoja sprachen vor drei Jahren noch kein Wort Deutsch. Jetzt eröffnen sie in Halbe ihr erstes Restaurant – und haben damit geschafft, woran viele Deutsche scheitern.

13.09.2018