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Teltow-Fläming Stolpe: Bund verhinderte Flughafen in Sperenberg
Lokales Teltow-Fläming Stolpe: Bund verhinderte Flughafen in Sperenberg
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00:10 10.11.2014
Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Manfred Stolpe war der Festredner in Gadsdorf. Quelle: Reck
Gadsdorf

Die Braconia-Halle in Gadsdorf war wohl doch etwas zu groß für diese Feier. Der SPD-Unterbezirk Teltow-Fläming hatte am Freitagabend seine 430 Mitglieder zu einem Herbstfest in die Gemeinde Am Mellensee geladen, doch höchstens 150 Genossen fanden den Weg in den kleinen Ort, in dem die meisten von ihnen zuvor wahrscheinlich noch nie gewesen waren. Das traf ebenso auf Alt-Ministerpräsident Manfred Stolpe zu, der das auch unumwunden zugab. Umso mehr habe er gestaunt, dass ein riesiger Scheinwerfer den Himmel über der Braconia-Halle „fast wie in Las Vegas“ erhellte.

Erhellend war für seine Parteifreunde eine Episode mit schwerwiegenden Folgen, die Stolpe innerhalb seines Redebeitrages an diesem Abend verkündete. Dabei ging es um den Flughafenstandort im nahe gelegenen Sperenberg, den er damals als brandenburgischer Regierungs chef nicht durchsetzen konnte. Das habe weniger an den Berliner CDU’lern und Grünen gelegen, sagte er: „Die hätten wir noch rumgekriegt. Aber die Hauptgegner kamen vom Bund.“ So habe ihm damals jemand, der für die Bundesregierung in dieser Sache tätig war, hinter vorgehaltener Hand gesagt: „Wir können nicht zulassen, dass ihr in Sperenberg einen Flughafen mit 24-Stunden-Betrieb baut. Wir haben gerade viel Geld in den Münchner Flughafen gesteckt, der darf nicht gefährdet werden.“

Stolpe schlägt in seiner Rede einen historischen Bogen

Als Festredner des Abends, bei dem die Neugründung der SPD im heutigen Landkreis Teltow-Fläming vor 25 Jahren gefeiert wurde, schlug Manfred Stolpe einen weiten historischen Bogen. Nach den Erfahrungen des 17.Juni 1953 habe er am 9. November 1989 befürchtet, dass wieder auf Demonstranten geschossen wird. „Als das nicht geschah, war ich sehr erleichtert“, erinnerte sich der damalige Kirchenjurist.

Die folgenden Ereignisse bezeichnete er als „Sturzflug in die deutsche Einheit“. So habe die CDU bei der Bundestagswahl im Herbst 1990 zu viel versprochen, um die Stimmen aus dem Osten zu bekommen. Nur wenige hätten die bevorstehenden gewaltigen Umbrüche erkannt. Regine Hildebrandt und ihm sei es darum gegangen, die Menschen nicht allein zu lassen und als Sozialdemokraten für gerechte Verhältnisse zu kämpfen, auch wenn Brandenburg dafür als „Kleine DDR“ beschimpft wurde.

Ehrung für Ex-Landrat Peer Giesecke

SPD-Kreisvorsitzende Dietlind Biesterfeld würdigte den Mut und das Engagement der Gründungsmitglieder der SPD und zeigte eine damals aus rotem Stoff und Malerklebeband gefertigte Parteifahne des Zossener Ortsvereins. Zugleich wolle man diesen Tag nutzen, um all diejenigen Parteimitglieder zu ehren, die sich in politischen Gremien ihrer Wohnorte und des Kreises engagiert haben. Sie bekamen Urkunden und gläserne Medaillen, eine Spezialanfertigung aus Glashütte. Zu den Geehrten gehörte Ex-Landrat Peer Giesecke, der sie sichtlich gerührt von Stolpe entgegennahm.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein bezeichnete den Mauerfall vor 25 Jahren als „größtes Glück, das wir erlebt haben“. Allerdings vermisse sie auch im Bundestag eine differenzierte Betrachtung der DDR-Vergangenheit, die oft auf SED-Diktatur und Stasi reduziert werde.

Die SPD sei noch immer die stärkste Kraft im Landkreis, sagte Biesterfeld, auch wenn es besonders wegen des Flughafen-Debakels zu Austritten und Stimmenverlusten gekommen sei. Die Partei habe wegen falscher Entscheidungen auf Landesebene das Vertrauen der Menschen verloren, sagte Helmut Barthel, Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Landtagsmitglied. Dieses Vertrauen wolle man zurückgewinnen.

Von Hartmut F. Reck

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