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Teltow-Fläming Flüchtlingshelfer wehren sich gegen Vertuschungs-Vorwurf
Lokales Teltow-Fläming Flüchtlingshelfer wehren sich gegen Vertuschungs-Vorwurf
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02:21 19.04.2018
Die Flüchtlingshilfe in Jüterbog hat ihren Sitz in der Großen Straße. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

Die Jüterboger Flüchtlingshelfer wehren sich gegen die Kritik, sie würden Straftaten von betreuten Migranten verheimlichen. „Dieser Vorwurf trifft uns sehr hart“, sagt Pfarrerin Mechthild Falk, bei der sich viele der ehrenamtlichen Helfer gemeldet haben, „wir sind nicht blind dafür, dass einige wenige unter den Geflüchteten Dinge tun, die nicht den Ordnungen und Gesetzen unseres Landes entsprechen.“

Straftaten nur übers Hörensagen bekannt

Genau dies hat Raban von Studnitz, selbst Flüchtlingshelfer, seinen Mitstreitern bei einer Beratung in der vergangenen Woche vorgehalten. Der CDU-Stadtchef spricht von Vergehen wie Autofahren ohne Führerschein bis zu Fällen sexueller Belästigung, die bekannt geworden seien, ohne dass rechtliche Schritte eingeleitet worden seien.

Mechthild Falk ist Pfarrerin und Migrationsbeauftragte im Kirchenkreis. Quelle: Bernd Gartenschläger

Neu war das Thema nicht, räumt Falk ein: „Herr von Studnitz hatte schon lange gebeten, dies ausführlich zu besprechen, aber es kamen andere Themen dazwischen.“ Doch geht es offenbar vor allem um Fälle, die übers Hörensagen bekannt seien. „Wie soll ich damit umgehen, wenn ich selbst nicht Zeuge eines Vorfalls bin? Diese schwierige Frage stellt sich mir und uns“, so Falk weiter, die selbst von einem Flüchtling erfahren hatte, der ohne Führerschein und Versicherung Auto gefahren war. Sie habe daraufhin mit ihm geredet und im erklärt, warum dies in Deutschland verboten ist.

AfD fordert härteres Durchgreifen

Kritiker fordern ein härteres Durchgreifen. Falk sei „nicht glaubwürdig“, sagt AfD-Abgeordnete Birgit Bessin, „wenn Gesetzesbrüche unter den Teppich gekehrt werden“. Verstöße „jeglicher Art“ müssten der Polizei gemeldet werden.

Doch Falk will vermeiden, dass Flüchtlinge wegen der Taten einzelner öffentlich unter Generalverdacht gestellt werden. „Wir befürchten, dass die Angst zunimmt, es wären scharenweise Kriminelle in unsere Stadt gekommen“, erklärt die Pfarrerin, „hier stellen wir uns schützend vor die allermeisten von ihnen, denen damit großes Unrecht getan wird.“

Pfarrerin setzt auf Aufklärung und Prävention

Uneins sind von Studnitz und Falk offenkundig über die Vorgehensweise. Während der Flüchtlingshelfer dafür plädiert, Rechtsverstöße zur Anzeige zu bringen, setzt die Pfarrerin auf Prävention und Aufklärung. „Es braucht ein Vertrauensverhältnis für sensible Gespräche. Die Ursache ist meistens Unkenntnis“, sagt sie. Das gelte vor allem, wenn ein sexuell übergriffiges Verhalten erkannt werde.

Die Flüchtlingshilfe Jüterbog will sich noch einmal ausführlich mit dem Problemthema befassen. Quelle: Uwe Klemens

Die Flüchtlingshelfer wollen das Thema und ihre Handlungsmöglichkeiten umfassend beraten. Dafür soll es nach Ostern ein Ganztagesseminar unter fachlicher Anleitung geben, kündigt Falk an. Ziel ist weiterhin, ein gutes Zusammenleben von einheimischen und zugewanderten Bewohnern der Stadt zu fördern.

Von Alexander Engels

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