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Teltow-Fläming Streit um Sozialarbeiter in Rangsdorf
Lokales Teltow-Fläming Streit um Sozialarbeiter in Rangsdorf
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06:42 09.10.2014
Schüler und Lehrer des Fontane-Gymnasiums wünschen sich weiterhin einen Sozialarbeiter.
Schüler und Lehrer des Fontane-Gymnasiums wünschen sich weiterhin einen Sozialarbeiter. Quelle: Zielke
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Rangsdorf

35 Schüler und Lehrer des Fontane-Gymnasiums Rangsdorf besetzten am Montagabend alle Zuschauerstühle des Sitzungsraums im Luckenwalder Kreishaus. Dort tagte der Haushalts- und Finanzausschuss des Kreistags Teltow-Fläming. Dabei ging es nicht um den Anschauungsunterricht eines Leistungskurses für Politische Bildung, sondern vielmehr um eine Art politischer Demonstration.

So hatte man im Gymnasium erfahren, dass fast zwei Wochen zuvor im Jugendhilfeausschuss der Wunsch nach Zuweisung einer vollen Sozialarbeiterstelle am Fontane-Gymnasium keine mehrheitliche Unterstützung fand.

Mehrere Suizid-Fälle an der Schule

Für eine Fortführung der Sozialarbeit hatten sich fraktionsübergreifend sechs Rangsdorfer Kreistagsabgeordnete stark gemacht. Sie beantragten, dass die Kreisverwaltung prüft, ob dies nicht doch möglich sei. Denn im Personalverteilungsplan für 2015 bis 2017, den der Jugendhilfeausschuss beschlossen hatte, war dies nicht mehr vorgesehen.

Bisher gab es aber eine solche Stelle und das aus traurigem Anlass. Am Fontane-Gymnasium hatte es mehrere Suizid-Fälle gegeben. Die deshalb nach dem jüngsten Fall Mitte 2012 provisorisch geschaffene 20-Stunden-Stelle wurde mit Beginn dieses Schuljahres auf fünf Stunden pro Woche reduziert und soll ganz auslaufen. Sie sei „nicht mehr erforderlich“ begründete das Jugendamt der Kreisverwaltung. Es sei in einem Abschlussgespräch mit der entsprechenen Projekt-Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium darüber Einvernehmen erzielt worden, dass kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Situation am Gymnasium und den Suiziden und Suizidversuchen herzustellen sei.

Schulleitung sieht Bedarf für Sozialarbeiter-Stelle - die Verwaltung nicht

Das sieht man am Gymnasium aber ganz anders. Es sei „zu keiner Zeit ein Einvernehmen“ in diese Richtung erzielt worden, betonte die Vorsitzende der Schulkonferenz, Meike Nowakowski. Vielmehr habe man sich auf eine Weiterführung der Schulsozialarbeit geeinigt. Nowakowski widersprach auch der Darstellung der Verwaltung, dass es an den Gymnasien einen geringeren Bedarf an Schulsozialarbeit gebe als an anderen Schulformen.

„Es wäre natürlich ideal, wenn wir an jeder Schule einen Sozialarbeiter einstellen könnten“, sagte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke). Aber der Jugendhilfeausschuss habe die Priorität auf Grund- und Oberschulen sowie Oberstufenzentren gelegt. In der Hoffnung, dass die neue Landesregierung ihr Stellenprogramm für Sozialarbeiter aufstockt, einigte man sich darauf, dass das Thema erst in der Dezembersitzung des Kreistags erörtert werden soll.

Von Hartmut F. Reck

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