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Teltow-Fläming Streitschlichter auf dem Pausenhof
Lokales Teltow-Fläming Streitschlichter auf dem Pausenhof
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13:25 20.02.2014
Detlef Wolff ist der Schul-Sozialarbeiter in Ludwigsfelde
Detlef Wolff ist der Schul-Sozialarbeiter in Ludwigsfelde Quelle: Jutta Abromeit
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Ludwigsfelde

Große Pause an der „Kleeblatt“-Grundschule in Ludwigsfelde: Die Kinder toben auf dem Schulhof, in Gruppen spielen und erzählen sie. Ein Mädchen steht allein, schaut den anderen mit einem Blick von unten herauf zu – ist es trotzig oder traurig? Die anderen beginnen ein neues Spiel. Da geht das Kind Schritt für Schritt zu Detlef Wolff. Der 48-Jährige ist der erste Schulsozialarbeiter an einer Grundschule in Ludwigsfelde. Er hockt sich hin, um mit dem Mädchen auf Augenhöhe reden zu können. Die Kleine legt los: „Die reden nicht mehr mit mir. Und ich darf auch nicht mehr mitspielen . . .“

So oder ähnlich passiert es jedes Schuljahr dutzende Male, nicht nur in Ludwigsfelde. Kinder wissen nicht, dass Nicht-mitspielen-dürfen oder Nicht-mehr-reden Mobbing ist. Es gab Zeiten, da war Schlimmeres an der Tagesordnung rund um das heutige „Kleeblatt“-Schulhaus im Stadtteil Nord. Deshalb hatten DRK-Kreisverband und Stadtverordnete vor Jahren die Idee, einen Schulsozialarbeiter einzusetzen.

In der Fachsprache wird das Umfeld der Kinder so beschrieben: „mangelnde soziale Kompetenzen, psychosoziale Auffälligkeiten wie emotional-sozialer Förderbedarf oder Autismus sowie seelische, psychische und körperliche Vernachlässigung“. Schlimmstenfalls gehe es um Kinder, die nicht mehr in ihren Ursprungsfamilien leben können oder um überforderte Eltern, die mit „unangemessenen Erziehungsstilen und -methoden“ agierten. So erklärten es jetzt Detlef Wolff und Dagmar Wildgrube, seine Vorgesetzte beim DRK-Kreisverband, dem Ludwigsfelder Sozialausschuss. Heute sagt Wolff zum Umgang der Kinder: „Das soziale Lernen bekam einen sehr hohen Stellenwert, in allen Bereichen“. Inzwischen seien nicht nur Zensuren und Leistung wichtig, es zähle auch der Umgang miteinander.

Die Situation auf dem Schulhof ist vorerst gelöst: Wolff hört dem Mädchen zu, geht mit ihm zu den anderen. In den nächsten Tagen schaut er häufiger als sonst zu der Gruppe. Nicht immer sind Mobbing-Ansätze mit so wenigen Worten aus dem Alltag eines jungen Schülers verbannt. Manchmal müssen Eltern mit ran, manchmal ein, zwei Lehrer übers Übliche hinaus, manchmal alle miteinander.
Für Detlef Wolff steht nach bisher sechs Jahren Schulsozialarbeit in Ludwigsfelde Nord fest: „Es ist eine Menge Positives passiert. Nun geht’s um Prävention, damit kein Kind erst in den Brunnen fällt.“ Dagmar Wildgrube erklärt: „Unabhängig von der Stadt oder der Schule erscheint ein Sozialarbeiter an Grundschulen als Luxus. Aber dieses Problem muss öffentlich diskutiert werden, damit es irgendwann mal beim Gesetzgeber ankommt.“ Theoretisch sei Verständnis da, „aber das Umsetzen wird meist auf Träger und Kommunen abgewälzt“, sagt sie.

Von Jutta Abromeit

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