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Teltow-Fläming So bereitet sich Dahmeland-Fläming auf den Blackout vor
Lokales Teltow-Fläming So bereitet sich Dahmeland-Fläming auf den Blackout vor
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00:22 23.02.2019
Ohne Strom nix los – das ist die Realität. Quelle: foto: Julian Stratenschulte/dpa
Dahmeland-Fläming

Tausende Bewohner im Berliner Südosten hoffen, im Laufe des Mittwochs endlich wieder Strom zu bekommen. Schon seit 14 Uhr am Dienstag ist Köpenick von der Versorgung abgeschnitten, mehr als 30.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe sind betroffen. Grund des Black Outs sind nach Angaben der Senatsverwaltung Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke: Eine Bohrung soll dort eine wichtige Stromleitung zerstört haben. So etwas kann auch in anderen Städten passieren.

Und wenn der Strom länger ausfällt, steht nicht einfach alles still – vielmehr stürzt unsere Lebenswelt ins Chaos. Die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald arbeiten derzeit an Konzepten, um bei einem etwaigen Blackout das Schlimmste zu verhindern.

Zur Begriffserklärung: Von einem Blackout wird dann gesprochen, wenn mehrere tausend Haushalte über mindestens drei Stunden von einem Stromausfall betroffen sind. „Dies kann bereits bei einer Störung in einem der Umspannwerke im Landkreis der Fall sein“, erläutert Ive Marschall, Leiter des Ordnungsamtes von Teltow-Fläming. Eine Störung über mehrere Stunden hätte verheerende Wirkung.

Ohne Strom würde Chaos ausbrechen

Kühlsysteme in Supermärkten, Laboren oder Lebensmittelfabriken fielen aus. Kommunikationssysteme würden zusammenbrechen, Heizungen streiken und Bankautomaten Auszahlungen verweigern. Tankstellen könnten keinen Kraftstoff mehr verkaufen, auch wenn ihre Tanks voll sind. Kindergärten, Schulen und die meisten Geschäfte blieben geschlossen.

„Unsere heutige Lebensweise basiert auf einer jederzeit verfügbaren Stromversorgung“, so Marschall. So gut wie jeder Lebensbereich ist von einem intakten Stromnetz abhängig. Deswegen arbeitet der Landkreis gemeinsam mit den Energieversorgern an einem Konzept für den Notfall. Die Schwierigkeit: Viele Risiken und Schwachpunkte sind noch gar nicht erfasst.

Ein Beispiel seien Schwerkranke und Pflegefälle, die Zuhause auf ein Beatmungsgerät mit Akku angewiesen sind. Im Falle eines Blackouts müsste jeder dieser Erkrankten mit Notstrom versorgt werden – bisher sei dem Landkreis aber überhaupt nicht bekannt, wie viele Menschen davon betroffen wären, erklärt Marschall.

Entwarnung für Krankenhäuser und Pflegeheime

Bei den Krankenhäusern und Pflegeheimen gebe es jedoch Entwarnung: Alle Einrichtungen, die nach der Brandenburgischen Krankenhaus- und Pflegeheim-Bauverordnung errichtet wurden, sind mit Notstromaggregaten ausgestattet. Für diese sensiblen Einrichtungen bleibt die Stromversorgung im Katastrophenfall für mindestens drei Stunden stabil.

In der Nähe von Münster sind im Jahr 2005 mehrere Strommasten nach starken Schneefällen umgeknickt. Quelle: dpa

Blackouts gefährden die zivile Sicherheit

Auch der Landkreis Dahme-Spreewald arbeitet derzeit an einem Blackout-Konzept, erläutert Landkreis-Sprecher Bernhard Schulz. „In erster Linie ist aber das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zuständig“, berichtet Schulz. „Hier geht es um zivile Sicherheit.“ Hinzu komme, dass jede sensible Einrichtung ohnehin schon einen eigenen Blackout-Plan habe.

Aufgabe des Landkreises sei es, die Bevölkerung zu sensibilisieren und im Katastrophenfall zu informieren. „Sinn und Zweck unseres Konzeptes ist, dass wir als Landkreis handlungsfähig bleiben“, sagt der Sprecher. Langfristiges Ziel sei es, alle Notfallkonzepte in einem einzigen Plan zu bündeln. Auch wenn gerade keine akute Blackout-Gefahr bestehe: „Man muss immer mit so etwas rechnen“, sagt Schulz.

Innenministerium informiert über Blackouts

Zum Thema Blackout hat das brandenburgische Innenministerium eine Broschüre herausgegeben, die den Bürgern genau erklärt, wie sie sich im Ernstfall zu verhalten haben. Dazu gehört auch, wie sie sich für einen Stromausfall wappnen können.

Zum Beispiel sei es ratsam, immer einen Vorrat an Kerzen und Konserven im Hause zu haben. Gerade im Winter kann auch ein gasbetriebener Campingkocher von großem Nutzen sein. „Auf keinen Fall einen Holzkohlegrill in der Wohnung oder im Haus betreiben“, warnt Ive Marschall vom Ordnungsamt in Teltow-Fläming. „Dies kann aufgrund der Bildung von Kohlenmonoxid tödlich enden.“

Vorsorgen für den Blackout

In Deutschland gelten Blackouts als eher unwahrscheinlich – trotzdem ist es ratsam, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Das brandenburgische Innenministerium hat dazu einen Leitfaden unter dem Titel „Blackout – Wenn der Strom ausfällt...“ herausgegeben. Die Kurzfassung:

Was ist ein Blackout? Voneinem Blackout wird gesprochen, wenn mehrere tausend Haushalte für mindestens drei Stunden keinen Strom mehr haben. Die Gründe können beschädigte Hochspannungsleitungen, defekte Spannungsnetze oder schwere Unwetter sein.

Was tun, wenn der Blackout kommt? Wie bei jeder Katastrophe rät das Innenministerium zuerst dazu, Ruhe zu bewahren. Wenn die Wasserpumpen noch funktionieren, empfiehlt es sich, einen Notfall-Wasservorrat anzulegen, etwa in der Badewanne oder in Kanistern. Leicht verderbliche Lebensmittel sollten schnellstmöglich verbraucht werden.

Telefonate sollten auf dringende Gespräche beschränkt werden, um das Telefonnetz nicht unnötig zu belasten. Sollten Sie zum Zeitpunkt des Stromausfalls elektrische Geräte wie den Herd benutzt haben, schalten Sie diese besser aus – sonst schalten sie sich von selbst wieder ein, sobald der Strom zurückkommt.

Wie kann man sich für Stromausfälle wappnen? Wenn Zuhause die Lichter ausgehen, lohnt sich ein Vorrat an Kerzen. Weil bei einem Blackout auch die Heizung versagt, sollten im Winter warme Decken bereitgehalten werden. Ein Campingkocher und ein paar haltbare Konserven könnten ebenfalls ratsam sein.

Von Hannah Rüdiger

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