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Teltow-Fläming Kosten für Pflegeheimplätze beim DRK explodieren
Lokales Teltow-Fläming Kosten für Pflegeheimplätze beim DRK explodieren
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12:46 25.01.2019
Ailine Lehmann, Abteilungsleiterin für Altenpflege und Generationenarbeit, DRK-Kreisschef Harald Albert Swik, DRK-Kreispräsident Dietmar Bachert und SPD-Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (v. l.). Quelle: Oliver Fischer
Dahmeland-Fläming

Den Bewohnern der drei DRK-Pflegeheime in der Region und ihren Angehörigen stehen schlechte Nachrichten ins Haus. Das DRK wird die Heimkosten erhöhen – und zwar drastisch. Nach Aussage von DRK-Kreischef Harald-Albert Swik werden die Plätze in den Pflegeheimen zwischen 450 und 550 Euro teurer. Die Bewohner der DRK-Heime in Mahlow und Saalow werden dann 1800 Euro statt bisher 1450 Euro bezahlen müssen. Die Bewohner des Heimes in Großbeeren sogar 2360 Euro statt bisher 1890 Euro. Das DRK rechnet mit 205 betroffenen Bewohnern. Sie haben bereits entsprechende Informationen dazu erhalten.

Swik begründet die drastischen Steigerungen mit dem neuen Tarifvertrag des DRK-Landesverbandes. Dieser Vertrag, der ab 1. Januar in Kraft tritt, sieht ein Lohnplus für die DRK-Beschäftigten von rund zehn Prozent vor. Aufgewertet wurden dabei vor allem Berufe in der Altenpflege, wo die Steigerungen zum Teil noch deutlich mehr betragen, so Swik. Damit seien die Kosten der DRK-Pflegeheime ab 1. Januar um 20 Prozent gestiegen, und das fast ausschließlich aufgrund der deutlich höheren Personalkosten.

Diese Mehrkosten müssten aufgrund der aktuellen Gesetzeslage leider die Bewohner tragen, so Swik. Denn der Anteil, den die Pflegekasse an den Kosten trägt, ist gedeckelt. Deshalb wird sich die Kasse nicht oder nur geringfügig an den steigenden Kosten beteiligen.

Erhöhung zum Februar

„Wir werden die Beiträge der Bewohner zum Februar erhöhen. Im Januar übernehmen wir die Personalkosten noch selbst“, sagt DRK-Kreispräsident Dietmar Bacher. Er rechnet allerdings vor, dass auf den Verband dadurch allein in diesem Monat Kosten von 150 000 Euro entstehen. „Wenn wir das zwei Jahre lang machen, wären wir pleite. Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als es den Bewohnern aufzubürden.“

Den Verantwortlichen ist klar, dass eine Welle der Empörung auf sie zurollen wird. Swik: „Wir erwarten Schockreaktionen.“ Ailine Lehmann, zuständige Abteilungsleiterin, formuliert es noch drastischer: „Diese Anhebung macht mir Angst, sowohl wegen der Bewohner als auch wegen der Angestellten, die die Reaktionen aushalten müssen.“

Angehörige müssen einspringen

Da viele der Bewohner die neuen Sätze wohl nicht mehr von ihren Renten bezahlen können, werden die Angehörigen einspringen müssen. „Da wird dann natürlich auch die Anspruchshaltung steigen“, so DRK-Präsident Bacher. Wenn auch die Angehörigen nicht zahlen können, übernehmen die Landkreise die Mehrkosten. Auch das natürlich nur ungern. Aber man stecke in einer Zwickmühle, sagt Bacher. „Steigende Kosten bleiben derzeit immer entweder an den Bewohnern hängen oder den Trägern. Das erschüttert die Grundfesten unserer Arbeit.“

DRK-Kreischef Swik spricht deshalb selbst von einem Skandal – und fordert eine Lösung auf Bundesebene: „Die Pflegeversicherung muss endlich wieder das halten, was sie verspricht. Sie muss einen Großteil der tatsächlich anfallenden Kosten übernehmen.“

SPD fordert: Eigentanteil deckeln

Laut Sylvia Lehmann, Landtagsabgeordnete der SPD, gibt es zu diesem Thema auch schon eine Bundesrats-Initiative. „In den vergangenen 20 Jahren haben sich die Eigenanteile der Bewohner verachtfacht. Wir fordern deshalb, dass der Eigenanteil künftig gedeckelt bleibt, und alles, was dazu kommt, von der Pflegeversicherung und aus Steuern finanziert wird. Die Länder sind sich dazu auch einig“, sagt sie. Beschließen müsse aber der Bund.

Beim DRK sieht man aufgrund der jetzigen Situation auch die wirtschaftliche Stabilität gefährdet. „Wenn wir wegen der hohen Kosten in den nächsten Jahren nicht mehr ausgelastet sind, wäre das für uns als Träger eine wirtschaftlich eine Katastrophe“, so Bacher. Allerdings sind Preissteigerungen in ähnlichen Dimensionen auch bei anderen Pflegeheimen zu erwarten.

Awo hat bereits erhöht

Die Arbeiterwohlfahrt hat schon im laufenden Jahr wegen ähnlicher Tarifsteigerungen die Sätze drastisch erhöht. Der Arbeitersamariterbund wird wohl ebenfalls den Tarifvertrag übernehmen und entsprechend nachjustieren. Und dass sich freie Träger dem lange wiedersetzen können, gilt ebenfalls als unwahrscheinlich. Fachkräfte in der Pflege sind rar. DRk-Kreischef Harald-Albert Swik: „Wer sein Personal halten will, kann das nur übers Geld machen.“

Von Oliver Fischer

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