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Teltow-Fläming Tollwut-Gefahr: Ein Kind wird noch gesucht
Lokales Teltow-Fläming Tollwut-Gefahr: Ein Kind wird noch gesucht
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07:38 23.08.2013
Aushänge weisen auf die Gefahr hin. Quelle: Jutta Abromeit
Zossen

Fieberhaft wird in der Region Ludwigsfelde noch ein Kind gesucht, das Kontakt zu einer tollwütigen Fledermaus hatte. Die Frau, die das Tier am 9. August in eine Veterinärarztpraxis gebracht und drei Kinder an der Kochstraße beim Spielen mit dem gefährlich-kranken Hautflügler beobachtet hatte, meldete sich gestern Nachmittag im Gesundheitsamt TF und ist außer Gefahr; zwei der drei Kinder wurden gestern gefunden und vorsorglich gegen die tückische Krankheit geimpft.

Der Tierarzt hatte weder von der Frau noch von den drei Kindern Kontaktdaten notiert. Allerdings ließ er die Fledermaus untersuchen. Dazu hatte sie getötet werden müssen, „anders lässt sich Tollwut nicht feststellen“, erklärt Amtstierärztin Silke Neuling. Gestern Vormittag gab es noch einen zweiten Fledermaus-Fall: Aus dem Südkreis kam ein weiterer Tierarzt-Anruf, dass im Raum Jüterbog ebenfalls Kinder mit einer lebenden Fledermaus gespielt hatten. „Natürlich denken wir auch da an Tollwut und untersuchen das Tier“, so die Tierärztin. Unklar ist, wieso Kinder diese nachtaktiven Tiere in die Hand bekommen.

Die Inkubationszeit für die tödlich endende Krankheit beträgt 15 bis 90 Tage, bei rechtzeitiger Impfung kann Tollwut-Ausbruch verhindert werden. In Ludwigsfelde hängen seit vorgestern an 50 Bäumen auf Spielplätzen die Informationen zu diesem Vorfall. Die Pressestelle des Kreises informierte Medien aller Sparten, auch auf Facebook und auf der Ludwigsfelder Internetseite wird inzwischen davor gewarnt, Wildtiere anzufassen. Die Stadt informierte alle Kitas, Schulen und Apotheken, erklärte Ordnungsamtsleiter Henry Nottrott. „Erzieher und Lehrer befragen und informieren Eltern, um auch Kinder impfen zu können, die nicht beim Spielen mit diesem Tier gesehen wurden“, sagt er. Im Rathaus berate man jetzt, wie mit der neuen Situation umgegangen werde, denn Fledermäuse lebten nicht allein und bewegten sich deutlich agiler als Füchse, so Nottrott. Dass die Tollwut noch übertragen, das werde immer unwahrscheinlicher, im Kreis gilt diese Gefahr als gebannt. Nach Nottrotts Worten lege man in Ludwigsfelde seit zehn Jahren keine Impfköder mehr aus, flächendeckend im Kreis seit 2010 nicht mehr, so Neuling. Eine tollwütige Fledermaus hatte es bereits 2006 im Kreis gegeben, „im Raum Rangsdorf, Blankenfelde, Mahlow“, so die Amtstierärztin. Leider habe man bei diesen Tieren nicht solch einen Gesamtüberblick wie bei Füchsen.

Die Tollwut-Sprechstunde im Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum ist rund um die Uhr besetzt, 0331/ 24 10.

Von Jutta Abromeit

Tollwut, eine tödliche Krankheit

  • Die Inkubationszeit beträgt 15 bis 90 Tage.
  • Tollwut beginnt mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Schmerzen an der Bissstelle, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Depressionen oder Erregungszuständen.
  • Da sich das Tollwutvirus entlang der Nervenbahnen ins Gehirn verbreitet und sich dann dort vermehrt, treten neurologische Beschwerden auf wie Hyperventilation, Sprachunfähigkeit, Lähmungen, Wasser- und Lichtscheu, Halluzinationen u.a.
  • Nach der neurologischen Phase fällt der Erkrankte ins Koma. Trotz aller intensivmedizinischen Maßnahmen ist der Tod nicht vermeidbar. Es treten Herzrhythmusstörungen, Herz- und Atemstillstand ein.
  • Es gibt keine Behandlung für Tollwut. Die einzige lebensrettende Maßnahme ist es, sich sofort impfen zu lassen.
  • Im Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum gibt es eine Tollwut-Sprechstunde: Tel. 0331 31 24 10.
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