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Teltow-Fläming Tote Soldaten sind nicht mehr anonym
Lokales Teltow-Fläming Tote Soldaten sind nicht mehr anonym
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00:54 11.09.2014
Bei der Bauabnahme auf dem Ehrenfeld (v.l.): Ralf Neuenkirchen vom brandenburgischen Innenministerium, Planer Joachim Jacobs, Steinmetzmeister Wolfgang Fischer-Ohl, Michaela Hoffmann vom Grünflächenamt und Wladimir Kukin, Vertreter der russischen Botschaft. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Auf den Obelisken sind mehr als 100 Namen russischer Kriegsgefallener verewigt, die im April und Mai 1945 in Luckenwalde oder Umgebung ihr Leben lassen mussten.

Russische Botschaft ist an die Stadt Luckenwalde herangetreten

Zahlen und Fakten

Die beiden Granit-Ensembles haben eine Fläche von jeweils vier mal zwei Metern.

Die acht Trägerelemente sind jeweils 700 Kilogramm schwer; die sechs Namensplatten wiegen jeweils 150 bis 200 Kilogramm.

Aus Denkmalschutz-Gründen wurden die Granit-Tafeln links und rechts am Rand des Ehrenfeldes postiert. Der herrschende Eindruck soll weiter bei den Obelisken liegen.

Vermerkt sind bei den Schriftzügen auch die Geburtsjahrgänge. Die jüngsten namentlich bekannten gefallenen Sowjetsoldaten waren gerade mal 19Jahre alt.

„Die Arbeit ist gut gelungen. Hauptsache ist doch, dass den gefallenen Soldaten wieder Namen gegeben werden konnten“, sagte Wladimir Kukin am Montag bei der Bauabnahme. Er leitet das Büro für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit in der russischen Botschaft. Die Botschaft hatte sich mit ihrem Anliegen an die Stadt Luckenwalde gewandt, die dann die Fläche zur Verfügung stellte. „Uns liegt die Ehrung der Kriegsopfer am Herzen und im Frühjahr blühen auf dem Ehrenfeld wieder viele weiße Krokusse“, sagte Michaela Hoffmann vom Grünflächenamt.

Zwei Monate Arbeit

Landschaftsplaner Joachim Jacobs lieferte den Entwurf, mit dessen Umsetzung Steinmetzmeister und Restaurator Wolfgang Fischer-Ohl aus Berlin beauftragt worden war. Zwei Monate hat er mit seinen Mitarbeitern daran gearbeitet. Fischer-Ohls tägliches Geschäft ist die Restaurierung von Altbeständen; diesmal galt es, Neues zu schaffen. „Es war schon eine Herausforderung, die schweren Elemente zu bearbeiten. So eine Platte wiegt 200 Kilo“, sagte er. Der andere große Anspruch war die Schrift. „Alle Namen sind in Kyrillisch geschrieben, das ist natürlich eine Umstellung“, berichtete der Handwerker. Ihm kam zugute, dass er in der Schule Russisch gelernt hat. „Mit der Verständigung ist es nicht mehr weit her, aber ich kann alle Namen problemlos lesen“, sagte Fischer-Ohl.

Tafeln bieten Platz für weitere Namen

Wie Wladimir Kukin berichtete, sind die neuesten Namen der Kriegsgefallenen bekannt geworden, weil seit einigen Jahren auf weitere Archive zugegriffen werden kann. „Die Opfer wurden damals mit Namen einberufen und sind namenlos gestorben. Das war nicht richtig“, sagte er. Man habe die einzelnen Schriftzüge nicht kontrolliert, „aber auf den ersten Blick ist alles richtig“, lobte Kukin die Arbeit von Fischer-Ohl. Als „Mangel“ registrierte Jacobs lediglich, das der Rasen noch an die Elemente angepasst werden muss. Auf den insgesamt sechs Tafeln ist noch Platz für weitere Namen. „Die Elemente können herausgezogen und in der Werkstatt ergänzt werden“, so Fischer-Ohl.

Von Elinor Wenke

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