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Teltow-Fläming Tourismusverband wird neu strukturiert
Lokales Teltow-Fläming Tourismusverband wird neu strukturiert
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08:15 05.01.2017
Daniel Sebastian Menzel ist seit fast zwei Jahren Geschäftsführer des Tourismusverbands Fläming.
Daniel Sebastian Menzel ist seit fast zwei Jahren Geschäftsführer des Tourismusverbands Fläming. Quelle: Tourismusverband/Joite
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Luckenwalde

So wie bisher, geht’s nicht mehr. Der Tourismusverband Fläming (TVF) darf laut europäischem Wettbewerbsrecht nicht mehr direkt aus staatlichen Beihilfen gespeist werden. Da er aber nachweislich „Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse“ (Dawi) erbringt, macht die EU-Kommission eine Ausnahme, was aber eine Umstrukturierung des Verbands voraussetzt.

Dazu haben die beiden Landkreise Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark ein Gutachten in Auftrag gegeben, das folgende Umstrukturierung zum Jahreswechsel 2016/2017 vorgeschlagen hat: In den Entscheidungsgremien des TVF dürfen nur noch Vertreter der Kreise und Gemeinden sitzen. Mitglieder der Privatwirtschaft werden ihre Fachkompetenz nur noch in Beiräten einbringen. Der Tourismusverband wird zur Erbringung der „Dawi“ ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Vorstand aus zwei Landräten und drei Bürgermeistern

Konkret heißt das, dass der TVF-Vorstand ab sofort neben den beiden Landräten aus drei Bürgermeistern bestehen wird, darunter Frank Broshog (parteilos) von der Gemeinde Am Mellensee. Mit der Betrauung des TVF durch die beiden Kreise und deren Gemeinden mit der Erbringung der im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse befindlichen Dienstleistungen erhält der Verband jährlich vom Landkreis Teltow-Fläming wie bisher 95 Cent pro Einwohner und von den Städten und Gemeinden zehn Cent pro Einwohner. Der Kreistag hat diesen sogenannten Betrauungsakt bei seiner Dezember-Sitzung einstimmig bei drei Enthaltungen verabschiedet.

Der Beitrag von zehn Cent pro Einwohner ist aber für einige Gemeinden ein Grund, zumindest über den Austritt aus dem Verband nachzudenken. Der Hauptgrund dafür ist, dass sich manche Gemeinden entweder durch den Verband nicht repräsentiert fühlen, oder sich selber nicht als Fläminggemeinde verstehen.

Fläming besticht als natürlicher Begriff

Es gehe aber darum, so TVF-Geschäftsführer Daniel Sebastian Menzel kürzlich im Wirtschaftsausschuss, die gesamte Reiseregion zu sehen. Der geografische Fläming sei nur ein Teil davon. Den Berlinern sei das ohnehin egal, meint Menzel: „Ich bin froh, mit dem Fläming einen gewachsenen Begriff zu haben und keinen Kunstbegriff wie etwa Dahmer Seenland.“

Das gemeinsam vermarktete Reisegebiet noch in Einzelregionen wie „Hoher Teltow“ oder ähniches aufzuteilen, überfordere nur die Gäste, ist der Touristikfachmann überzeugt: „Der Fläming geht direkt hinter Zehlendorf los. Da nehmen wir den Speckgürtel gleich mit.“

Von Hartmut F. Reck